Stefan Blunier

Dirigent
Der in Bern geborene Dirigent Stefan Blunier studierte in seiner Heimatstadt und an der Folkwang Hochschule Essen Klavier, Horn, Komposition und Dirigieren. Noch während der Studienzeit gründete er das »Ensemble für Neue Musik Essen« und trat als Pianist international in Erscheinung.

Sein dirigentischer Werdegang kann als klassischer Weg durch die Opernhäuser bezeichnet werden. Nach Stationen in Mainz, Augsburg und Mannheim, letztere als 1. Kapellmeister, war er seit der Spielzeit 2001/02 bis zum Ende der Spielzeit 2007/08 Generalmusikdirektor am Staatstheater Darmstadt. Seit Januar 2009 ist er Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und somit gleichzeitig Chefdirigent des Beethoven Orchester Bonn und der Oper Bonn. Außerdem wurde er 2010/11 für drei Jahre zum ersten ständigen Gastdirigenten des Orchestre Nationalde Belgique/Brüssel ernannt.

Erfolgreiche Teilnahmen an Dirigierwettbewerben (Besancon 1990 und Malko 1992 in Kopenhagen) führten früh zu Konzertverpflichtungen im In- und Ausland. So gastierte Blunier u.a. bei nahezu allen deutschen Rundfunkorchestern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Beethovenorchester Bonn, der Staatsphilharmonie Ludwigshafen, den Duisburger Sinfonikern, sowie vielen Orchestern in Dänemark, Belgien, Korea, der Schweiz und Frankreich. Im Bereich der Oper war er an den Opernhäusern in München, Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Berlin (Komische Oper und Deutsche Oper), sowie in Montpellier, Oslo und Bern verpflichtet.

Stefan Bluniers programmatische Vorliebe für die Moderne und wenig bekannte Kompositionen der Spätromantik spiegelt sich auch in den Darmstädter Programmen wider: Zu hören waren sinfonische Werke von Hans Pfitzner, Max Reger, Alexander von Zemlinsky, Feruccio Busoni und Arnold Schönberg. Im Opernbereich gab es Raritäten wie Franz Schrekers Das Spielwerk, die deutsche Erstaufführung von Kaija Saariahos L’Amour de loinsowie Friedrich Cerhas Der Rattenfänger sowie die zyklische Aufführung von Wagners Werken.

Für Sony hat Stefan Blunier mit dem Rundfunkorchester Köln sämtliche Violinkonzerte von Édouard Lalo, Emil Nikolaus von Reznicek und Max von Schillings eingespielt.

A tale of three Hoffmanns: Kosky’s Komische Oper production a triumph

»A musically satisfying evening, Kosky’s Tales of Hoffmann was often exhilarating, occasionally exasperating, but above all, gloriously entertaining.«
bachtrack.com
Mark Pullinger, 08.10.2015

Es lebe der tönende Torso

»… Barrie Kosky … präsentiert … die amourösen Hirngespinste des frühromantischen Schriftstellers E. T. A. Hoffmann … als fragmentarisches und düster-kausalitätsfreies Gestammel eines schmierigen Promillefreaks, auf den sich jeder im Publikum selbst seinen hochprozentigen Reim machen musste. Das ist vom ersten, bannenden Bild eines sabbernden Künstlerwracks zwischen einem Friedhof der Schnapsflaschen auf schwankendem Bühnenboden bis zu einem letzten … teilweise so brillant theatralisch anzusehen wie für den Ignoranten hermetisch unerklärlich.«
Die Welt
Manuel Brug, 06.10.2015

In der Kifferhöhle

»… ein wenig antisemitisch war Hoffmann, nichtsdestotrotz hat die Komische Oper mit ihm den Premierenlauf eröffnet. Blitzgescheit hat ihm Barrie Kosky eine Sprechrolle in Offenbachs »Les Contes d’Hoffmann« geschrieben, die das chaotische Fragment zu einer neuen, endlich spielbaren Oper macht.«
Taz. die tageszeitung
Niklaus Hablützel, 06.10.2015

Unbedingt hingehen, das sollte man nicht verpassen!

»… ein grandioser Theaterabend, der die Obsessionen dieses Hoffmann herausstellt, wie besessen er diesen verschiedenen Frauenfiguren hinterherirrt und sich dort verirrt in seiner eigenen Phantasie …«
Deutschlandfunk Kultur heute
Uwe Friedrich, 03.10.2015

Übertrieben schön

»Gespielt wird gewissermaßen E.T.A. Hoffmanns „Don Juan“ mit der großen Parenthese „Hoffmanns Erzählungen“. Diese Ausgangsidee ist durchaus gewitzt – und gewitzt ist auch die ganze Produktion. Katrin Lea Tag hat ein frei schwebendes, bewegliches und stimmungsvoll ausgeleuchtetes Quadrat, einen fliegenden Teppich der Hoffmann'schen Fantasien, schräg in den Raum gehängt, auf, vor und unter dem sich ein hochgradig geschickt und gefällig arrangiertes Treiben entfaltet. … Das ist hochunterhaltsame Hochglanz-Oper, wogegen nichts und wofür einiges spricht.«
die-deutsche-Buehne.de
Wolfgang Behrens, 03.10.2015