Britta Süberkrüb

Chorsolistin
Wo ist Ihre Heimat?
Ich bin in Ehringshausen (Hessen) geboren und in dem kleinen Dorf Großaltenstädten aufgewachsen. Meine Wahlheimat ist Berlin.

Seit wann singen Sie im Chor der Komischen Oper Berlin?
Seit 2003.

Ihre vorherigen Stationen?
Zunächst habe ich Sonderpädagogik und Germanistik an der FU Berlin studiert, anschließend Gesang an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«. Danach habe ich freiberuflich als Sängerin gearbeitet.

Was war Ihr denkwürdigstes Erlebnis auf der Bühne der Komischen Oper Berlin?
Ein denkwürdiges Erlebnis auf der Bühne der Komischen Oper war für mich, als ich mich bei der Premiere von Verdis La Traviata beim »Aurora«-Chor in die falsche Richtung gedreht habe und plötzlich in das erschreckte Gesicht einer Kollegin blickte, wo eigentlich der Hinterkopf einer anderen hätte sein sollen ...
Nicht so gerne erinnere ich mich an einen Unfall bei der Klavierhauptprobe von Bizets Carmen, als ich gestolpert bin und mir einen Finger gebrochen habe. Sehr gerne erinnere ich mich hingegen an den lustigen Moment, als wir bei einer Traviata-Vorstellung einen neuen Dirigenten hatten, der uns nicht genügend Zeit zum Aufrichten ließ und wir in der Vorbeuge unseren Einsatz bekommen mussten ...

Warum Theater bzw. Oper?
Um zu unterhalten, zu erfreuen und zum nachdenken anzuregen. Um zu träumen, zu schwärmen, mitzuleiden, Empathie zu empfinden. Um zu weinen - vor Freude, vor Rührung, vor Trauer oder einfach, weil es schön ist. Ich glaube, dass Oper und Theater (bzw. Kultur allgemein) die Gesellschaft zum Guten verändern können. Kultur macht die Welt schöner und bunter. Kultur ist Kommunikation.

Welche drei CDs würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Auf eine einsame Insel würde ich eine CD mit Musik von Johann Sebastian Bach mitnehmen sowie eine Jazz- CD und eine CD mit Chansons. 

Welches Werk haben Sie noch nicht gesungen, würden es aber gerne?
Ich hätte gerne einmal die Partie des Oktavian im Rosenkavalier von Richard Strauss gesungen.

Ihre bislang größte Herausforderung?
Meine größte bisherige Herausforderung war es, bei einer Produktion von Orpheus auf einem Baugerüst zu singen ... Und an der Komischen Oper Berlin die Anitra in Peer Gynt, unter dem Dirigat von Kurt Masur. Da hatte ich die Hosen aber gestrichen voll!

Haben Sie einen Tipp gegen Lampenfieber?
Gegen Lampenfieber hilft mir, mich auf meinen Atem zu konzentrieren und zu beten. Routine vor dem Auftritt bedeutet für mich, mich einzusingen und mich zu schminken, bzw. in der Maske geschminkt zu werden.

Wenn Sie nicht Musiker/Musikerin geworden wären ...
... wäre ich wohl Lehrerin geworden und würde Sprachbehinderte und verhaltensgestörte Schüler unterrichten.

Was treibt Sie an?
Was mich antreibt, ist eine nie versiegende Freude an der Musik, am Singen, an der Verwandlung: Ich liebe es, auf der Bühne in andere Rollen zu schlüpfen und mich zu verwandeln - nicht nur rein äußerlich, sondern auch im Sinne davon, andere Charaktere darzustellen als meinen eigenen. Außerdem mag ich es, zu wissen, wo ich hingehöre. Ich bin froh, dass im Chor der Komischen Oper Berlin die Spielfreude groß geschrieben wird. Und durch die wechselnden Stücke, Regisseure und Dirigenten wird es nicht langweilig.

Ihr Lieblingszitat?
»Seine Grundsätze soll man für die Augenblicke in seinem Leben aufsparen, in denen es auf Grundsätze ankommt, für das meiste genügt ein bisschen Barmherzigkeit.« (Albert Camus)