Will­kommen im Presse­service der Komi­schen Oper Berlin!
Welcome!

Spielzeiteröffnung 2022/23

Intolleranza 1960

Ein Werk für diese Zeit: »Lebendig ist, wer wach bleibt!«
Die Komische Oper Berlin eröffnet ihre erste Spielzeit unter der neuen Doppelspitze Susanne Moser und Philip Bröking mit einem Klassiker des politischen Musiktheaters: Luigi Nonos Intolleranza 1960. Dafür verwandelt sich das Opernhaus für dieses Musiktheater-Ereignis in eine Eiswüste! Nonos einzigartiges Meisterwerk wird bis zum 3. Oktober sechsmal zu erleben sein.

Gleissend weiß, kühl und erhaben eröffnet sich die Komische Oper Berlin denen, die dieser Tage den Zuschauerraum betreten. Denn da wo noch vor wenigen Wochen die Tänzer:innen der Yiddish Revue durchs farbige Scheinwerferlicht wirbelten, erstreckt sich jetzt von der Bühne über das gesamte Parkett bis hinauf in die Ränge ein weiter, leerer Raum, einer arktischen Eislandschaft nicht unähnlich. Für die Eröffnung ihrer ersten Spielzeit als Doppelspitze - der vorerst letzten im Stammhaus an der Behrenstraße ehe das Gebäude generalsaniert wird - haben sich die beiden neuen Intendant:innen Susanne Moser und Philip Bröking mit Intolleranza 1960 von Luigi Nono eines der großen politischen Musiktheater-Statements des 20. Jahrhunderts ausgewählt.
Erzählt wird der Weg eines Gastarbeiters, der es trotz großer Widerständen schafft, die unerträgliche Situation seines Bergwerks zu verlassen. Auf dem Weg nach Hause begegnen ihm unterschiedlichste gesellschaftliche Missstände. Das italienische "Intolleranza", als "Un-Erträglichkeit" ist hier im Wortsinn zu verstehen, von der Niederschlagung politischer Aufstände über Verhör und Folter bis zur menschgemachten finalen Flutkatastrophe. Der Rückkehrer findet aber auch eine Gefährtin und mit ihr seine politische Überzeugung. Und selbst wenn beide in der Überschwemmung untergehen müssen, bleibt die Hoffnung auf jene, die nachfolgen.
Der 1929 in Venedig geborene Luigi Nono verstand sich weniger als kommunistischer Komponist denn als komponierender Kommunist und nutzte die Kunst als Ausdrucksmittel seiner politischen Haltung – was beim konservativen Premierenpublikum bei der Venediger Biennale 1961 auf nur wenig Gegenliebe stieß. Das Werk irritierte, ja provozierte. Nonos Musiksprache ist der damals in Italien noch wenig bekannten seriellen Schule verpflichtet, doch handhabte er diese ebenso frei, wie der italienische Kommunismus die Lehre Lenins. Für Intolleranza 1960 griff Nono, dem die inhaltliche Basis stets ein großes Anliegen war, auf Texte so unterschiedlicher Autoren wie Wladimir Majakowski, Paul Éluard, Jean-Paul Sartres oder Bertolt Brechts zurück. An der Komischen Oper Berlin erklingt das Werk in der deutschen Übersetzung von Alfred Andersch.
Regisseur Marco Štorman, Bühnenbildner Márton Ágh und Kostümbildnerin Sara Schwartz nehmen gemeinsam mit dem musikalischen Leiter Gabriel Feltz Nonos Idee des allumfassenden Klangerlebnisses, die schon für die Uraufführung angestrebt wurde, auf. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie die Grenze zwischen Zuschauerraum und Bühne gänzlich aufheben. Die Bühne wird zur Tribüne, die Bestuhlung des Parketts weicht den Eisschollen, in denen nicht nur das Publikum Platz findet, sondern auch Chorsolisten und Ensemble der Komischen Oper Berlin agieren. Das Orchester schleudert die Komposition mal mit Wucht aus dem zweiten Rang, mal lässt sie sie fast sakral schlicht in den Theatersaal fließen.
Im Zentrum aber steht der Einzelne, der ganz auf sich gestellt einen Weg zu und aus den "Unhaltbarkeiten" dieser Welt finden muss und will. Einzig begleitet vom Blick von einer, die viel gesehen hat: Ilse Ritter agiert als stille Beobachterin und Kommentatorin. Marco Štorman ließ ihr von Carolin Emcke einen Text auf den Leib schreiben und hat das Werk so zusätzlich im Hier und Heute verankert. Sean Panikkar, der das Berliner Publikum schon in Barrie Koskys Inszenierung von Hans Werner Henzes The Bassarides als erotisch-urgewaltiger Dionysos begeisterte, verkörpert die Rolle des Gastarbeiters als inneren Kampf mit sich und den Verhältnissen.
Groß und ungelöst sind die Fragen, die Nono in seinem nur knapp eineinhalbstündigen Werk aufwirft. Doch in der Oper wie in Štormans Inszenierung wird klar, es bleibt nur eines: Die Herausforderungen mutig annehmen, nach bestem Wissen und Gewissen handeln und das Leben trotzdem – nein: gerade deswegen! – in all seinen Facetten feiern. "Lebendig ist, wer wach bleibt" lauten die ersten Worte des Abends. Ein Werk wie gemacht für den Auftakt eines neuen Kapitels in der Geschichte der Komischen Oper Berlin, ein Werk für den Aufbruch, das aufrüttelt und ermutigt. Ein Werk für diese Zeit.

Wir diskutieren am 29. September im Anschluss an die Vorstellung auf einem Podium im Rahmen der Jahrestagung der Theaterwissenschaftlichen Gesellschaft Unbequeme Positionen. Intolleranza 1960 heute. Es nehmen teil: Sean Panikkar, Marco Štorman, Irene Lehmann, Prof. Dr. Clemens Risi und Johanna Wall.
SPIELZEIT 2022/23

Doppelte Kraft voraus!

Susanne Moser und Philip Bröking – das neue Intendanzduo präsentiert seine erste Saison
Als Doppelspitze übernehmen Susanne Moser und Philip Bröking im August 2022 die Intendanz des Opernhauses an der Behrenstraße. In ihrer ersten Spielzeit wird zugleich der 75. Geburtstag der Komischen Oper Berlin gefeiert. Als Geschäftsführende Direktorin und Operndirektor leiten sie seit über 15 Jahren die Geschicke des Hauses (erst mit Andreas Homoki, dann mit Barrie Kosky) – und bringen so die besten Voraussetzungen mit, die Komische Oper Berlin durch die anstehende Sanierungszeit zu steuern. Ihr Amtsvorgänger Barrie Kosky wird seiner künstlerischen Heimat, nicht nur mit zwei neuen Regiearbeiten pro Spielzeit, sondern auch als Künstlerischer Berater verbunden bleiben. Zur neuen künstlerischen Leitung der Komischen Oper Berlin gehören neben Susanne Moser und Philip Bröking auch die neue Chefdramaturgin Johanna Wall und der Leiter der Außenspielstätten Rainer Simon. Im Sommer 2023 wird dann James Gaffigan als Generalmusikdirektor das Team komplettieren.

Susanne Moser: »An 200 Abenden mit 12 Premieren und einem neuen Festival spielt die Komische Oper Berlin in der nächsten Spielzeit für ihr Publikum zum vorerst letzten Mal in der Behrenstraße - bevor sie im Juni 2023 die Kisten packt und ins Schillertheater umzieht. Denn das Haus, in den frühen Nachkriegsjahren von Walter Felsenstein gegründet, muss dringend umfassend saniert werden. Das ist herausfordernd und spannend zugleich. Im Respekt vor der anstehenden Aufgabe liegt also zugleich die Vorfreude auf die neue Situation. - Wir wollen das Publikum in den nächsten Jahren auf unsere Reise mitnehmen, durch ganz Berlin!«

Philip Bröking: »Schon die kommende Saison wird von Abschied und Aufbruch geprägt sein. Und selbstverständlich wird sie Gelegenheit bieten, Musiktheater in all seinen Facetten zu erleben: vom anspruchsvollen Opernmanifest des 20. Jahrhunderts, Intolleranza 1960 von Luigi Nono, bis zu perfekt gemachter Unterhaltung mit La Cage aux Folles in einer Inszenierung von Barrie Kosky, Schall&Rausch, dem Festival für brandneues Musiktheater bis hin zum opulenten Barockfinale zum Ende der Spielzeit. Nicht zu vergessen: die Gala zum 75. Jubiläum, mit der wir dieses grandiose Haus feiern, das sich seit 75 Jahren immer wieder neu erfindet!«

Neuproduktionen: Bekannte und neue Regiehandschriften


Gleich für die Saisoneröffnung Intolleranza 1960 von Luigi Nono wird der gesamte Bühnen- und Zuschauerraum in eine Eiswüste verwandelt! Mit dieser Eröffnungsproduktion wird die Linie großer Werke des 20. Jahrhunderts in der Tradition von The Bassarids, Moses und Aron und Die Soldaten fortgeführt. Marco Štorman gibt mit dieser Inszenierung sein Berlin-Debüt. Die aufwendige, umfassende Raumkonzeption von Bühnenbildner Márton Ágh, durch die sich für unser Publikum ungewohnte Blickwinkel eröffnen, gibt einen Ausblick auf den Themenkomplex »Neue Spielräume«, der uns in den nächsten Jahren begleiten wird.


Einen programmatischen neuen Schwerpunkt setzt die neue Intendanz im Bereich der Kinderoper. Sie ist zwar schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Spielplans, aber künftig soll das Augenmerk noch stärker auf die kommenden Generationen gelenkt werden. Deshalb stehen in der Spielzeit 2022 / 23 mit Kurt Weills Tom Sawyer und Franz Wittenbrinks Pippi Langstrumpf gleich zwei Uraufführungen in diesem Genre an. Mit Pippi Langstrumpf gibt Sänger-Schauspielerin Dagmar Manzel zudem ihr Debüt als Regisseurin.

In der »spielerisch-frechen« Regiehandschrift von Herbert Fritsch, der zum zweiten Mal im Haus an der Behrenstraße arbeiten wird, steht seit langem auch wieder ein Werk von Richard Wagner auf dem Spielplan: Der fliegende Holländer wurde hier zuletzt 1962 inszeniert.

Mit Barrie Kosky sind gleich zwei neue Produktionen geplant: ... und mit morgen könnt ihr mich!, ein neuer Songabend mit Katharine Mehrling und Liedern von Kurt Weill aus seiner Berliner Zeit, sowie La Cage aux Folles von Jerry Herman. Hier schlägt die Komische Oper Berlin nach der Berliner Jazzoperette, der sie in den letzten zehn Jahren zu einer wahren Renaissance verholfen hat, ein neues Kapitel in Sachen »perfekt gemachter Unterhaltung« und Musiktheatertraditionen jenseits des europäischen Kernrepertoires auf: das US-amerikanische »Book Musical«. Mit auf der Bühne steht Theaterlegende Helmut Baumann, der das Werk Mitte der 1980er-Jahre für Deutschland entdeckte.

Ein weiterer, wichtiger Regisseur, der in jüngerer Zeit ebenfalls bereits am Haus gearbeitet hat, ist Kirill Serebrennikov. In der kommenden Saison legt er mit Così fan tutte den ersten Teil eines neuen Zyklus von Mozarts Da-Ponte-Opern vor. Neuinszenierungen von Le nozze di Figaro und Don Giovanni folgen in späteren Spielzeiten.

Und es gibt eine ganze Reihe neuer Regiehandschriften! Axel Ranisch, der nicht nur als Opern-, sondern auch als Filmregisseur (Dicke Mädchen, Alki Alki, Tatort) und Autor Erfolge feiert, setzt mit Saul die Reihe dramatischer Händel-Oratorien fort und gibt damit sein Regiedebüt an der Komischen Oper Berlin. Gespannt sein darf man auch auf die hochromantische und selten zu erlebende Hamlet-Vertonung von Ambroise Thomas in der Regie von Nadja Loschky, dirigiert von Marie Jacquot.

Von Barock bis brandneues Musiktheater: Festivals und Repertoire

Mit dem neu ins Leben gerufenen Festival für brandneues Musiktheater Schall&Rausch betritt die Komische Oper Berlin in mehrerlei Hinsicht Neuland. Hier wird im Februar 2023 in der ehemaligen KINDL-Brauerei und im SchwuZ erstmals ausgelotet, welche Möglichkeiten das Musiktheater der Zukunft bereithält. Ohne Berührungsängste vor Pop und Pomp. Gleichzeitig streckt das Festival mit den Spielorten in Neukölln die Fühler nach Spielstätten jenseits der Behrenstraße aus. Ein Vorgeschmack auf neue Spielorte ab der Spielzeit 2023 / 24!


Rund um die drei emotionsgeladenen Aufführungen Saul, Semele und Xerxes ist mit dem Händel-Festival Mehr Opulenz! ein reichhaltiges Programm mit Künstlergesprächen, musikalischen Höhepunkten und kulinarischenen Genüssen geplant - ganz dem opulenten Anlass angemessen.

Abschied wird in dieser Spielzeit vom Haus genommen und von vielen prägenden Inszenierungen, die leider nicht in die Kisten passen: Die Liebe zu drei Orangen, eine der erfolgreichsten Produktionen der Komischen Oper Berlin, nach 138 Aufführungen. Ebenso kommt Xerxes noch einmal mit all seiner barocken Theatermagie zurück, genauso sowie Barrie Koskys anrührende Rusalka. Für die Freunde der Operette stehen Die Perlen der Cleopatra, Eine Frau, die weiss, was sie will! und Orpheus in der Unterwelt auf dem Programm und außerdem Die Zauberflöte, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Falstaff und Semele.

Jung und Jede:r

Die laufenden Projekte im Bereich Musiktheatervermittlung werden in der Intendanz Moser | Bröking intensiviert und weiterentwickelt. Mit Selam Opera! wird weiterhin die Stadtgesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt, unabhängig vom finanziellen, sozialen oder kulturellen Background angesprochen. Verstärkt sucht die Oper hier den künstlerischen Austausch mit den kulturellen Multiplikator:innen in den Kiezen.

Die Musiktheatervermittlung erreicht mit ihren zahlreichen Workshop-Angeboten schon jetzt junge Menschen, die durch die erste Berührung mit der Kunstform in frühen Jahren auch später von diesem Schatz profitieren können. Besonders erfolgreich sind dabei Projekte, die auch die Elterngeneration mit einbeziehen. Über ihre Kinder können Eltern musiktheatrale Erfahrungen machen, die ihnen selbst in der Kindheit nicht ermöglicht wurden.

Im neu aufgesetzten Projekt resonare arbeitet die Komische Oper Berlin in Kooperation mit der Charité zudem mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Komische Oper Jung ist den Kinderschuhen längst entwachsen und heißt deshalb ab sofort Jung und Jede:r.

Konzerte

Die Konzertsparte wird stärker in den Fokus rücken – durch Konzerterlebnisse, wie sie nur an der Komischen Oper Berlin möglich sind. Dieses Ziel wird mit einem Programm auch jenseits des klassischen Kanons verfolgt, mit exklusiv in der Komsichen Oper Berlin zu erlebenden Künstler:innen und Konzertformaten, die das Potential des Hauses mit seinem vielseitigen Orchester und musiktheatralen Kompetenzen ausschöpft. Mit James Gaffigan, der ab der Spielzeit 2023 / 24 als Generalmusikdirektor die musikalischen Fäden an der Komischen Oper Berlin in Händen hält, konnte ein idealer künstlerischer Partner gewonnen werden. Beim Neujahrskonzert und im Sinfoniekonzert Transatlantic gibt er schon nächste Spielzeit einen Vorgeschmack auf die musikalische Zukunft des Hauses. Mit Erina Yashima als erste Kapellmeisterin steht ihm eine weitere vielversprechende Künstlerpersönlichkeit zur Seite. Sie ist erstmals bei der Gala zum 75. Geburtstag der Komischen Oper Berlin prominent zu erleben.
SPIELZEIT 2023/24

James Gaffigan wird Generalmusikdirektor

der Komischen Oper Berlin
James Gaffigan zum Generalmusikdirektor ernannt

James Gaffigan wird mit Beginn der Spielzeit 2023/24 Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Susanne Moser, Geschäftsführende Direktorin sowie designierte Ko-Intendantin, und Philip Bröking, Operndirektor und designierter Ko-Intendant, stellten den zukünftigen Generalmusikdirektor am 4. Januar 2022 in der Komischen Oper Berlin vor. Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa und Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Oper in Berlin, übersandte ein digitales Grußwort.

Ausführliche Informationen zu James Gaffigan und Erina Yashima, die ab Herbst 2022 die Position als Erste Kapellmeisterin übernimmt, finden Sie hier.
Für die Veranstaltungen des Staatsballetts Berlin in unserem Haus kontaktieren Sie bitte die Pressestelle des Staatsballetts.


Ihre Anja Scholtyssek

Kontakt
Pressestelle
Anja Scholtyssek
+49 (0)30 202 60 370
a.scholtyssek@komische-oper-berlin.de
Pressekarten
Anfragen für Pressekarten richten Sie bitte ausschließlich per E-Mail an pressekarten@komische-oper-berlin.de.
Tweet, tweet!
Über unser Twitter-Account verbreiten wir viele Informationen, die auch für Medienvertreter*innen interessant sind – von der letzten Pressemeldung bis hin zur aktuellen Berichterstattung.

Jetzt folgen!

A note for non German speaking users

Most texts are available in German only. When information on a topic or production is available in English, it will be available in the current releases section or as download under the respective production or topic in the thematic section. Feel free to contact us, if you feel lost or need additional information.

Regarding our photo material: Simply choose the photo(s) you need by pressing »In die Pressemappe legen« below the photos. After filling in the new window with your contact details, the selected material will be emailed to you.

Please note that the photographers always have to be credited and that only selected material is cleared for editorial coverage and reviews (»redaktionelle Berichterstattung«). When in doubt, please don't hesitate to contact us!
Pressemappe

Pressemappe (0)