Selam Opera!

Im Jahr 2011 rief die Komische Oper Berlin das interkulturelle Projekt »Selam Opera!« ins Leben. »Selam Opera!« nimmt das Selbstverständnis der Komischen Oper Berlin als »Opernhaus für alle« wörtlich: Das Projekt schafft Anlässe zur Begegnung zwischen Stadtgesellschaft und Oper. Langfristig will es so die Netzwerke zwischen dem Opernhaus und den Bewohner*innen Berlins stärken und auf eine verbesserte Kultur des Zusammenlebens hinarbeiten. Die Sensibilisierung für das »Eigene« und das »Andere« regt dazu an, eingefahrene Muster zu verlassen und sich für eine erweiterte Auffassung von kultureller Bildung zu öffnen. Dabei steht nicht der klassische »Bildungsauftrag« im Mittelpunkt, sondern das gemeinschaftliche Probieren und Tun. Dieses kulturelle Selbstverständnis zeigt sich nicht nur auf der Bühne des Opernhauses, sondern ebenso in der Zusammensetzung des Künstlerpersonals und kultursensiblen Mitarbeiter*innen. Auch das Publikum ist eingeladen, diesen Weg mitzugehen.
Die Öffnung hin zur Stadt heißt für die Komische Oper Berlin nicht nur, die Tore der Oper, ihre Musik und ihre ganz besondere Kunstform für jeden und jede unabhängig vom kulturellen, sozialen oder finanziellen Hintergrund weit aufzustoßen, sondern auch selbst die Schwelle des Hauses zu überschreiten, unter anderem mit dem Projekt des »Operndolmuş«.

Auch in der Arbeit auf der Bühne spiegeln sich die Ergebnisse der fortgeführten Auseinandersetzung mit dem Thema »Multikulturelle (Stadt-)Gesellschaft«. Dazu zählen das in der vergangenen Spielzeit veranstaltete »Türk Müzik Festivali« mit dem umjubelten Auftritt der renommierten Gruppe Kardeş Türküler und Superstar Candan Erçetin ebenso wie die Uraufführung der Kinderoper Die Bremer Stadtmusikanten (Bremen Mızıkacıları) aus der Feder des in Antalya lebenden Komponisten Attila Kadri Şendil in der Spielzeit 2017/18. Hier hat nicht nur ein zeitgenössischer türkischer Komponist ein auch in der Türkei beliebtes deutsches Märchen vertont, hier wird auch nebeneinander auf Türkisch und Deutsch gesungen – und zwar ganz selbstverständlich.

Ermöglicht wird »Selam Opera!« durch die Robert Bosch Stiftung, die Deutsche Bank Stiftung und von Mercedes-Benz Berlin.

»Operndolmuş«
Seit der Spielzeit 2012/13 besucht der »Operndolmuş« (der Name spielt auf die in der Türkei üblichen Sammeltaxis an), ein Kleinbus voll besetzt mit Sänger*innen und Musiker*innen (in der Regel zwei Sänger*innen sowie drei Musiker*innen und ein*e Moderator*in) der Komischen Oper Berlin, regelmäßig Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Bürger*innen unterschiedlichster Kulturkreise und präsentiert vor Ort eine szenisch-musikalische Reise durch 500 Jahre Operngeschichte im Miniformat. Im Jahr 2014 wurde ergänzend der »Operndolmuş für Kinder« ins Leben gerufen, dessen Programm auf eine junge Zuhörerschaft (und deren Familien) abgestimmt ist und in Schulklassen, Elterncafés und interkulturellen Familienzentren aufgeführt wird.

Pop-up-Opera
Oper trifft auf Stadt und umgekehrt. Bei der Pop-up-Opera werden ausgesuchte Szenen aus unserem aktuellen Opernrepertoire in urbane Kulissen Berlins getragen, um im Vorfeld und im Nachhinein mit den Einwohner*innen über das Gesehene, Gehörte und Erlebte ins Gespräch zu kommen.
Die Auftritte im Alltag werden von einem Filmteam begleitet und als kurze Video-Clips über Social-Media-Kanäle einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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