Wissenschaft & Kunst

Salon der Komischen Oper Berlin
und der Schering Stiftung

Im Foyer der Komischen Oper Berlin treffen seit der Spielzeit 2014/15 Kunst auf Wissenschaft und Theorie auf Unterhaltung. Die Komische Oper Berlin und die Schering Stiftung veranstalten in loser Anbindung an den aktuellen Spielplan abendliche Salongespräche mit renommierten Wissenschaftler*innen zu Themen, die sowohl die Wissenschaft als auch die Opernwelt bewegen. Zu einer lockeren Diskussionssituation, wie sie die Salons des 19. Jahrhunderts prägte, tragen eine variierende Gesprächsdramaturgie und verschiedene künstlerische Interventionen zum Thema des Abends bei.

Seit der Spielzeit 2017/18 wird der Salon der Komischen Oper Berlin und der Schering Stiftung von der Gegenbauer Holding gefördert.

Die Salongespräche in der Spielzeit 2019/20


Mo, 11. November 2019, 19:30 Uhr
Von Menschen und Tieren – Salon über ein uraltes Mit- und Gegeneinander
Bester Freund, Schädling oder Nahrungsmittel – der Mensch weist Tieren die unterschiedlichsten Funktionen zu. Wie kommt es zu dieser Spannbreite vom ebenbürtigen Partner bis hin zum bloßen Objekt? Sind uns Hunde aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten und ihrer genetischen Anlagen näher als Wespen? Und was unterscheidet den Affen dann letztlich vom Menschen? Dass der eine singen, tanzen und musizieren kann und der andere nicht? Oder dass Menschen ihr Tun und Handeln reflektieren können und dementsprechend ein Verständnis von Moral entwickeln? Dürfen Menschen dann überhaupt Tiere als bloße Produkte behandeln und Kühe, Schweine und Hühner in Ställe pferchen? Und was lässt sich diesem Speziesismus entgegensetzen? Bürgerrechte für Tiere? Oder komponierte Vogelstimmen?
Gäste: Prof. Dr. Ursula Wolf (Philosophin, Tierethikerin, Universität Mannheim), Dr. Rainer Hagencord (Theologischer Zoologe, Institut für Theologische Zoologie Münster)
Moderation: Sina Dotzert und Rainer Simon
 
Mo, 13. Januar 2020, 19:30 Uhr
Ein ganz besonderer Saft – Salon über das Blut
Goethes Mephisto sagt: »Blut ist ein ganz besonderer Saft«, und damit hat er recht. Das Blut regelt den Stoffwechsel, transportiert Nähr- und Abfallstoffe und ist essentiell für die Immunabwehr. Schon in der Antike wurde das Blut als Urstoff des Lebens, aber auch als Sitz der Seele interpretiert. Der Kult um dieses Symbol des Lebens gebar Märchen, Mythen und Erzählungen. Das Blut zieht seine Spuren wie ein roter Faden durch Kunst, Wissenschaft und Medizin. Lyrik voller Herzblut, blutrünstige Vampirfilme, Techniken des Blutdopings beim Sport oder die Erforschung von Blutstammzellen in der Medizin – der flüssige Stoff ist in unserem Leben vielfach gegenwärtig. Welchem Wandel unterliegt des Bluts Bedeutung, in den Künsten, in der Wissenschaft? Welche Spielräume sieht in ihm die moderne Medizin – oder hat das Blut seine Magie längst schon verloren?
Gäste: Prof. em. Dr. Christina von Braun (Kulturwissenschaftlerin, Humboldt-Universität zu Berlin), PD Dr. Anne Flörcken (Oberärztin für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin)
Moderation: Simon Berger und Maximilian Hagemeyer
 
Mo, 16. März 2020, 19:30 Uhr
Alt, aber sexy? – Salon über das Älterwerden
»Alter ist ein Massaker!«, meint der Autor Philip Roth. Aber was heißt Alter und Altern? Wie leben Senior*innen? Wie werden Senior*innen wahrgenommen und repräsentiert? Was bedeutet es, Teil der Mehrheit einer angeblich alternden Gesellschaft zu sein, die doch immer jugendlich aussehen will? Wie bewerten andere Gesellschaften das Älterwerden? Wie hängen unsere Bilder vom Älterwerden mit medizinischen Erkenntnissen zusammen? Welches Potential, welche Schönheit liegt im Altern? Lauter Fragen, für deren Beantwortung ein Opernhaus, dessen Publikum im Durchschnitt zur »älteren« Generation gehört und das zu einem großen Teil alte, ja uralte Werke spielt, der richtige Ort ist.
Gäste: Prof. Dr. Silke van Dyk (Politische Soziologin, Friedrich-Schiller-Universität Jena), Prof. Dr. Vjera Holthoff-Detto (Chefärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Alexianer-Krankenhaus Hedwigshöhe Berlin)
Moderation: Ulrich Lenz und Rainer Simon
 
Mo, 4. Mai 2020, 19:30 Uhr
Rausch und Ekstase – Salon über die Kunst und Chemie des Dionysischen
Rausch und Ekstase heben sich vom Alltag ab, als Fest, als Feuerwerk der Sinne. Sie bündeln oder erweitern unsere Wahrnehmung und setzen ungeahnte Energien frei. Im Rausch verlieren wir unsere Selbstkontrolle und geben uns einem unwirklichen, traumähnlichen Zustand hin. Weit verbreitet ist die stereotype Idee, Rausch und Exzess gehörten geradezu unabdingbar zum künstlerischen Schaffensprozess – spätestens seit Friedrich Nietzsche wird das dionysische Prinzip als Motor der Kreativität gedacht. Was passiert während eines Rausches mit unserem Körper? Inwiefern ist der Rausch ein erstrebenswerter Zustand? Und wie ist er mit der Sucht verbunden? Welcher Platz wird dem Rausch in der Gesellschaft zugewiesen? Und was haben Musik, Tanz und Theater mit all dem zu tun?
Gäste: Prof. Dr. Renate Schlesier (Religionswissenschaftlerin, Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Falk Kiefer (Ärztlicher Direktor und Neurobiologe für Suchtforschung, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim)
Moderation: Sina Dotzert und Maximilian Hagemeyer

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