23.03.2020

Die Spielzeit 2020/21

Schlaglicht auf Kurt Weill. 9 szenische Premieren. 2 konzertante Produktionen.
12 Wiederaufnahmen. 7 Sinfoniekonzerte. 3 Festivals.
Der Komponist Kurt Weill bildet einen Schwerpunkt der Spielzeit 2020/21 an der Komischen Oper Berlin, doch auch jenseits des Werks dieses großen Musiktheaterrevolutionärs des 20. Jahrhunderts gibt es zahlreiche Highlights zu entdecken – von Barockoper bis hin zu Operette in zeitgenössischem Gewand und ungewöhnlichen Formaten. 9 szenische Premieren – davon 1 Uraufführung –, 2 konzertante Produktionen, 12 Wiederaufnahmen, 3 Festivals, 7 Sinfoniekonzerte und zahlreiche kleine Konzerte und Formate präsentiert die Komische Oper Berlin in der nächsten Saison.
Der allgemeine Vorverkauf für die Spielzeit 2020/21 beginnt am 7. April 2020 um 11 Uhr. Förderkreismitglieder, Abonnent*innen und OpernCard-25-Inhaber*innen können exklusiv bereits ab 24. März, 11 Uhr im Webshop und über das Callcenter Tickets erwerben. Bitte beachten Sie, dass die Kartenkasse aktuell geschlossen ist!
24.02.2020

»Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn« – Berliner Lieder der 1920er und 1930er Jahre mit Anne Sofie von Otter und Wolfram Koch / Premiere: 6. Mrz

Adam Benzwi dirigiert eine Berliner Mélange – szenisch eingerichtet von Barrie Kosky
»Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn«, »In meiner Badewanne bin ich der Kapitän«, »Oui, Madame« – zeitlose Melodien auf Texte, die sich zwischen Absurd-Skurrilem und sachlicher Romantik bewegen, sind das Markenzeichen der Berliner Schlager der 1920er und 30er Jahre. Kurt Weill, Paul Dessau, Hanns Eisler, Peter Kreuder, Theo Mackeben, Michael Jary lauten die Namen ihrer Verfasser, deren Schicksale unterschiedlicher nicht hätten sein können: Während die einen aufgrund ihrer Abstammung oder Überzeugung verfolgt wurden, arrangierten sich andere mit dem faschistischen Regime. Ihre musikalischen Wurzeln aber haben sie alle im legendär-libertären Berlin der 1920er Jahre. Ein Abend der Gegensätze und Widersprüche, die sich unauflösbar und ungeglättet ins Gesicht lachen.

Die vielseitige Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter singt an allen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern der Welt und interpretiert neben dem »klassischen« Repertoire auch überaus erfolgreich Jazz und Chanson. Nach dem Gastspiel mit ihrem Chanson-Programm Douce France (Grammy Award 2015) und ihrer Rolle als »Die alte Frau« in Leonard Bernsteins Candide steht die Weltklasse-Sängerin nun bereits zum dritten Mal auf der Bühne der Komischen Oper Berlin. An ihrer Seite agiert bei diesem Abend der Schauspieler Wolfram Koch, der im Theater unter anderem an der Berliner Volksbühne und am Schauspiel Frankfurt brilliert und der spätestens als Frankfurter Tatort-Kommissar TV-Kultstatus erlangte. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Adam Benzwi, der als Dirigent von Ball im Savoy, Die Perlen der Cleopatra, Eine Frau, die weiß, was sie will und Märchen im Grand-Hotel sein Händchen für die Musik der 1920er und 1930 Jahre bereits mehrfach an der Komischen Oper Berlin unter Beweis gestellt hat. Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky zeichnet für die szenische Einrichtung des Liederabends verantwortlich.
09.01.2020

Barrie Kosky inszeniert Jaromír Weinbergers »Frühlingsstürme« | Premiere: 25. Jan

Die »letzte Operette der Weimarer Republik« kehrt zurück
Während die Nationalsozialisten mit Fackelzügen durch das Brandenburger Tor marschierten, jüdische Künstler*innen ihre Anstellungen verloren und wenige hundert Meter entfernt der Reichstag brannte, ließ sich das Theaterpublikum im Berliner Admiralspalast Abend für Abend von Jaromír Weinbergers Frühlingsstürmen in ein weit entferntes Fantasie-China forttragen. Im Januar 1933 – zehn Tage vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten – wurde das in China und Italien angesiedelte musikalische Verwirrspiel um Liebe und Politik uraufgeführt, nur zwei Monate später, am 12. März, fiel unter den neuen Machthabern der letzte Vorhang und der Admiralspalast wurde vorerst geschlossen. Die »letzte Operette der Weimarer Republik« geriet in Vergessenheit, ebenso wie ihr Schöpfer, ein in Prag geborener Jude. Nun kehrt sie nach fast 90 Jahren Dornröschenschlaf auf eine Berliner Bühne zurück und bildet den Auftakt zum Weinberger-Schwerpunkt an der Komischen Oper Berlin, der im März mit einer Neuproduktion des vergessenen Welterfolgs Schwanda, der Dudelsackpfeifer und einem Festival fortgesetzt wird.
09.12.2019

»Dschainah – Das Mädchen aus dem Tanzhaus« mit Zazie de Paris / Premiere 22.12.

Fortsetzung des Paul-Abraham-Zyklus mit einer Deutschen Erstaufführung
Premiere: So, 22. Dez 2019 | 18 Uhr || Weiterer Termin: 30. Dez 2019 | 19:30 Uhr

Zum Jahresende setzt die Komische Oper Berlin ihren Zyklus konzertanter Operetten mit Werken von Paul Abraham fort. Auf dem Programm steht in diesem Jahr eine absolute Rarität: Dschainah – Das Mädchen aus dem Tanzhaus. Im gewohnt knackigen 100-Minuten-Format ohne Pause führt in diesem Jahr Zazie de Paris, unter anderem bekannt aus dem Frankfurter »Tatort«, als Hortense Clicquot moderierend und singend durch die Handlung.

Wer oder was ist denn bitte eine Dschainah? – das fragte man sich schon zur Uraufführung von Paul Abrahams Operette 1935 in Wien. Dabei hatten Abraham und seine Librettisten sich im Kern von einer der bekanntesten Operetten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg inspirieren lassen und diese lediglich von Japan nach Vietnam verlegt: Aus Sidney Jones’ The Geisha (1896) wurde eine Dschainah – so die Bezeichnung für die gehobenen Animierdamen in Vietnam. Auch Puccini hatte mit Madama Butterfly (1904) ein ähnliches Thema wie Jones aufgegriffen: Die »Heirat auf Zeit« zwischen einem westlichen Mann und einer asiatischen Frau, die viel Raum für Exotik und Exotismus eröffnete. Da im Unterschied zur Puccini-Oper Jones’ Operette heute weitestgehend vergessen ist, lässt sich Dschainah vielleicht so beschreiben: Madama Butterfly als Operette in Vietnam – mit Humor, Jazz und Paprika, dafür ohne Selbstmord der Titelheldin. Der »multikulturelle Eintopf« entstand als Auftragswerk des Wiener Kaffee-Königs Julius Meinl II. für dessen japanische Frau Michiko Tanaka, die bereits sowohl die »Geisha« als auch in Madama Butterfly gesungen hatte. Fast auf den Tag genau 84 Jahre nach seiner Uraufführung in Wien erlebt er nun konzertant seine Deutsche Erstaufführung an der Komischen Oper Berlin unter der Musikalischen Leitung von Hendrik Vestmann.
15.11.2019

Nicola Raab inszeniert Verdi im Spannungsfeld zwischen Aktualität und Mythos — Ainārs Rubiķis dirigiert

»La traviata« – zerrissen zwischen Realität und Phantasie / Premiere: 1.12.
Premiere: So, 1. Dez 2019 | 18 Uhr

La traviata trifft. Mitten ins Herz. Bis heute. Ein Opernklassiker. Zum Zeitpunkt ihrer Uraufführung 1853 war der Stoff von Giuseppe Verdis Oper radikal modern: Das Leben und Sterben einer zeitgenössischen Prostituierten als Gegenstand der hohen Kunst des musikalischen Dramas – das hatte es noch nicht gegeben. Dennoch machten das berührende Schicksal der Violetta Valéry und Verdis überaus präzise und zugleich mitreißende Musik La traviata in der Folgezeit zu einem der populärsten Werke überhaupt. Die umschwärmte, doch durch ihre Krankheit zum Tode verurteilte Kurtisane verkörpert in der Welt der Oper auf tragische Weise das Bild einer sehnsüchtig liebenden und leidenden, zugleich auch eigenständigen Frau – vielleicht gerade weil sie als Prostituierte gesellschaftlich isoliert ist. Über die Jahrzehnte wurde die Radikalität des Stoffes mystifiziert. Violetta – das war vor allem im 20. Jahrhundert zumeist eine starke, tragische Frauenfigur in einer vergangenen, fernen Welt, verkörpert von einer legendären Interpretin der Gegenwart.
Das Werk, das zum Kernrepertoire der Komischen Oper Berlin gehört, wird hier erstmals in italienischer Sprache zu erleben sein.

Im Spannungsfeld zwischen Aktualität und Mythos setzt Nicola Raab mit ihrer Inszenierung an und konzentriert sich auf Violetta, als eine Figur der Gegenwart: eine autonome, doch einsame Heldin, deren Leben durch eine tödliche Diagnose aus den Fugen gerät.
14.10.2019

Neue Kinderoper: »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer« / Uraufführung 3.11.

Christian von Götz inszeniert eine Oper von Elena Kats-Chernin und Susanne Felicitas Wolf nach Michael Ende | Ab 6 Jahren
Die Komische Oper Berlin präsentiert Michael Endes weltberühmtes Kinderbuch zum ersten Mal als Kinderoper. Nach Schneewittchen und die 77 Zwerge widmen sich Komponistin Elena Kats-Chernin und Librettistin Susanne Felicitas Wolf nun der abenteuerlichen Reise von Jim Knopf, Lukas und – nicht zu vergessen – Lokomotive Emma. Mit an Bord: Regisseur Christian von Götz, der bereits die Uraufführung von Schneewittchen und die 77 Zwerge inszenierte, und Dirigent Ivo Hentschel. Uraufführung ist am 3. November um 16 Uhr.

In Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer erzählt Michael Ende eine Geschichte über Freundschaft und Umgang mit Fremdem, die auch nach fast 70 Jahren nichts von ihrer Aktualität und ihrem Charme eingebüßt hat. Weil die Insel Lummerland mit ihren zwei Bergen für vier Bewohner samt König zu klein geworden ist, ziehen Lukas und das Waisenkind Jim mit der Lokomotive Emma notgedrungen in die weite Welt. Auf ihrer wundersamen Reise entdecken sie neue, fremde Länder, trotzen gemeinsam vielen Gefahren und retten am Ende die Prinzessin Li Si aus den Fängen der schrecklichen Drachendame Frau Mahlzahn. Um viele Erfahrungen reicher und mit einer zweiten kleinen Insel im Schlepptau kehren alle gemeinsam zurück in ihre Heimat: »Warum es so heißt, ist unbekannt, die Insel heißt einfach: Lummerland!«

Nach seiner mitreißend bunten Inszenierung von Schneewittchen und die 77 Zwerge bringt der Regisseur und bekennende Jim Knopf-Fan Christian von Götz auch die zweite Kinderoper des Erfolgsduos Kats-Chernin/Wolf auf die Bühne. Neu im Team – aber Kinderopern-Uraufführungs-erfahren – ist Dirigent Ivo Hentschel. Er hob 2017 bereits Die Bremer Stadtmusikanten aus der Taufe. In fantasiereichen Bildern, farbigen Orchesterklängen und mal mitreißend-beschwingten, mal träumerisch-verzauberten Musiknummern erzählen sie gemeinsam die abenteuerliche Reise des schwarzen Waisenkinds Jim und seines besten Freundes, des Lokomotivführers Lukas.

Seit 2004 Kinderoper auf der Großen Bühne

Die Komische Oper Berlin blickt auf eine im deutschsprachigen Raum einzigartige Tradition zurück: Seit nunmehr 15 Jahren präsentiert sie als einziges deutsches Opernhaus in jeder Spielzeit eine neue große Opernproduktion für Zuschauer*innen ab 6 Jahren auf der Hauptbühne, gleichwertig neben den übrigen Produktionen – darunter regelmäßig Uraufführungen. In der Spielzeit 2019/20 steht neben der neuen Kinderoper ab 23. April 2020 wieder Der Zauberer von Oz von Pierangelo Valtinoni als Wiederaufnahme auf dem Spielplan.

Das Hörbuch zur Kinderoper

Die Komische Oper Berlin hat zur neuen Kinderoper Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer wieder eine Hörbuch-CD mit der Musik von Elena Kats-Chernin und Andreas Pietschmann als Sprecher herausgegeben, die bei Silberfisch erschienen ist. Die CD ist ab sofort in der Komischen Oper Berlin zum Preis von 7 € erhältlich.
 
Uraufführung und Hörbuch-CD wurden ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Berliner Sparkasse, des Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin e.V., der Heinz und Heide Dürr Stiftung und der Karl Schlecht Stiftung.
16.09.2019

Zwischen Vernunft und Exzess: Henzes »The Bassarids« / Premiere 13.10.

Vladimir Jurowski und Barrie Kosky nehmen sich erneut eines Monumentalwerks des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts an
So, 13. Okt 2019 | 18 Uhr | Live-Stream der Premiere auf www.OperaVision.eu

Dass Dialektik überaus lebendig und sinnlich sein kann, bewiesen Dirigent Vladimir Jurowski und Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky 2015 eindrucksvoll mit Arnold Schönbergs Moses und Aron: Ein als abschreckend schwierig geltendes Zwölftonstück über ein biblisches Thema wurde zum restlos ausverkauften, bewegenden Musiktheaterereignis mit Tiefgang. Nun bringen die beiden gemeinsam ein weiteres monumentales Musikdrama des 20. Jahrhunderts auf die Bühne der Komischen Oper Berlin: Hans Werner Henzes The Bassarids zeichnet sich inhaltlich durch eine vergleichbare Archaik und Monumentalität aus. Die Anzahl der Mitwirkenden ist nicht zuletzt dank großer Chorbesetzung und gigantischem Orchesterapparat ähnlich beeindruckend. Henzes komplexe Partitur eröffnet – im Unterschied zu Schönbergs als kompliziert und unsinnlich geltender Zwölftonmusik – betörende Klangräume. Gemeinsam mit Katrin Lea Tag (Kostüme und Bühne), Otto Pichler (Choreografie) und Franck Evin (Licht) bringen Jurowski und Kosky ein musikdramatisches Gesamtkunstwerk mit mehr als 200 Mitwirkenden auf die Bühne. Durch die Positionierung von Teilen des Orchesters der Komischen Oper Berlin auf der Bühne, durch Bühnenbild, Personen- und Lichtregie wollen sie die Grenzen zwischen Zuschauer*innen, Musiker*innen und Bühnenpersonal, zwischen Orchestergraben und Bühnenraum verschwimmen lassen.
15.05.2019

Paul Abrahams Fußball-Operette »Roxy und ihr Wunderteam« | Premiere: 31.5.

Die Geschwister Pfister sind zurück an der Komischen Oper Berlin | Im bewährten Team mit Regisseur Stefan Huber und Dirigent Kai Tietje
Premiere: Freitag, 31. Mai 2019 | 19:30

Die Mannschaft von Kapitän Gjurka Karoly feiert gerade den Sieg über das englische Team, da platzt die selbstbewusste Roxy ins Hotelzimmer der Fußballer – eine Braut auf der Flucht vor ihrer Hochzeit. Kurzerhand wird Roxy im Gepäck verstaut und mit ins ungarische Trainingslager genommen. Doch Ex-Bräutigam Bobby und Onkel Sam Cheswick – die personifizierte schottische Sparsamkeit – heften sich an ihre Fersen. Der eine, weil er seiner zukünftigen Ehegattin hinterhertrauert, der andere, weil er die aussichtsreiche Verbindung zum Sohn eines einflussreichen Automatenbuffets-Herstellers flöten gehen sieht. Doch auch Mannschaftskapitän Gjurka Karoly sieht sich vor Herausforderungen gestellt: Zum einen gilt es die Mannschaft für die Revanche gegen das englische Team fit zu machen – was nicht leichter wird, als sich ein Mädchenpensionat im gleichen Landhaus wie die Fußballer einnistet. Zum anderen entdeckt Gjurka ungeahnte Gefühle für die neue Teamkameradin ...

Paul Abrahams Operette wurde unter dem Titel 3:1 für die Liebe 1936 in Budapest uraufgeführt, also nur wenige Jahre nach seinem Durchbruch in Berlin mit den drei Operetten Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy und nach Abrahams unfreiwilliger Rückkehr in seine ungarische Heimat im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten. 1937 bringt Abraham sein neustes Werk als Roxy und ihr Wunderteam in Wien zur deutschsprachigen Erstaufführung, stilecht im Beisein der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Die von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzte Austragung der Olympischen Spiele 1936 geben Abraham und seinen Librettisten Alfred Grünwald und Hans Weigel reichlich Stoff für eine parodistische Sportoperette mit Sitte und Moral als ergiebigem Ziel für unterhaltsamen Spott!

Verwandlungen und das Spiel mit »Sitte und Moral« sind Markenzeichen der Geschwister Pfister, und so darf man gespannt sein auf Ursli Pfister (Christoph Marti) als Roxy, die 11 Männer zum Tanzen bringt, auf Toni Pfister (Tobias Bonn) als singenden und tanzenden Fußball-Kapitän und auf Fräulein Schneider (Andreja Schneider) als resolute Pensionatsleiterin. Regisseur Stefan Huber und Dirigent und Arrangeur Kai Tietje bringen das Trio nach den Erfolgen Clivia und Heute Nacht oder nie nun zum dritten Mal gemeinsam auf die Bühne der Komischen Oper Berlin.
12.04.2019

Moritz Eggerts neue Oper »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«: Barrie Kosky inszeniert erstmals in Berlin ein Auftragswerk / Premiere: 5.5.

Musiktheater zwischen Oper, Hörspiel und Großstadtsinfonie nach Fritz Langs Film | Uraufführung unter der Leitung von Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis
Premiere: Sonntag, 5. Mai 2019 | 19 Uhr

Fritz Langs berühmter Kriminalfilm M – Eine Stadt sucht einen Mörder aus dem Jahre 1931 wird zum Ausgangspunkt einer neuen, ungewöhnlichen Oper. Die Vertonung des mehrfach ausgezeichneten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert basiert auf einem Libretto, das Textpassagen des Drehbuchs mit Kinderliedern und Gedichten von Walter Mehring kombiniert. Anders als im Film steht im Zentrum des Werks der Mörder. Und auch Eggerts Partitur will neue Wege beschreiten: Sprache, Geräusche und Musik vereinigen sich zu einem irisierenden Klanggemälde, das die Opernbesucher*innen mithilfe eines elektronisch verstärkten und teilweise verfremdeten Surround-Klangs in den Kopf des Mörders entführt. Eine wilde Mischung aus liedartigen Melodien, sphärischen Klangräumen, Drehorgeln, Jazz und Synthesizern ergeben ein Stadt-Klangbild, das gleichermaßen die bedrohlich empfundene Außenwelt schildert wie es inneres Seelengemälde des Gejagten ist.
09.01.2019

Barrie Kosky inszeniert Puccinis »La Bohème«

Ensemblemitglied Nadja Mchantaf debütiert als Mimì | Dirigent: Jordan de Souza
Premiere: Sonntag, 27. Januar 2019 | 19 Uhr (mit Live-Stream auf www.OperaVision.eu)

Lebenslust im Angesicht des Todes – La Bohème ist eine bewegende Hommage an die Kunst, das Leben und seine Flüchtigkeit. Puccinis 1896 uraufgeführtes Meisterwerk schildert große Gesellschaftsbilder in realistischen Klangfarben, kontrastiert Momente zwischen Armut und Vergnügen im Pariser Großstadt-Leben mit Augenblicken zarter Innerlichkeit und überwältigender Gefühlsausbrüche, aber auch mit der egoistischen Kälte der Jugend.

Regisseur Barrie Kosky erzählt La Bohème als eine zeitlose Geschichte in einem abstrakt-historischen Paris um 1850, der Entstehungszeit von Henri Murgers Scènes de la vie de bohème, die die Grundlage der Oper bildeten. Dabei wird die kurz zuvor entwickelte Technik der Daguerreotypie, einer frühen Form der Fotografie, zum zentralen Gestaltungselement der Ausstattung von Rufus Didwiszus (Bühne) und Victoria Behr (Kostüm). Ihr visueller Charakter zeichnet sich durch metallische Oberflächen und eine grau-schwarze Farbigkeit aus. Die einst so überraschend lebensnahen, heute aber stark verblassten Abbilder werden in Koskys Inszenierung zum Sinnbild für Vergänglichkeit: ein vergängliches Leben, eine vergängliche Jugend, eine vergängliche Liebe …

Ein junges Ensemble verkörpert Leben, Liebe und Leiden der Figuren zwischen Lebenslust und Überlebenskampf: Ensemblemitglied Nadja Mchantaf gibt nach ihren großen Erfolgen als Rusalka, Cendrillon und Tatjana ihr Rollendebüt als Mimì, an der Seite des österreichisch-australischen Tenors Gerard Schneider als Rodolfo. Als Musetta und Marcello sind die Ensemblemitglieder Vera-Lotte Böcker und Günter Papendell zu erleben. Ab 14. Februar 2019 singt die Premierenbesetzung im Wechsel mit Heather Engebretson (Mimì), Huw Montague Rendall (Marcello), Hera Hyesang Park (Musetta) sowie Jonathan Tetelman (Rodolfo, ab 30.4.)

Musikalisch spüren Barrie Kosky und Jordan de Souza am Pult des Orchesters der Komischen Oper Berlin in der fünften La-Bohème-Inszenierung in der Geschichte des Hauses – der ersten in italienischer Sprache – unter den Aufführungstraditionen und -routinen den ursprünglichen Intentionen von Puccinis Musik nach. Jenseits von inflationär eingesetzten Rubati und langgezogenen Tempi, die sich bei der musikalischen Interpretation vielfach eingebürgert haben, legen sie den Schwerpunkt auf den erzählerischen Charakter der Partitur, auf das musikalisch Konkrete der dramatischen Handlung und der geschilderten Gefühle.

Die Premiere von La Bohème wird als zweiter Stream der laufenden Spielzeit über www.OperaVision.eu live übertragen und ist dort nach der Premiere noch 6 Monate abrufbar. Die letzte geplante Übertragung dieser Saison ist die Uraufführung von Moritz Eggerts M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Regie: Barrie Kosky) am 5. Mai 2019.
Pressemappe

Pressemappe (0)