28.03.2019

Gabriela Montero trifft auf Mozart und Schostakowitsch

Freitag, 12. April 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Zwei Klavierkonzerte, wie sie kaum unterschiedlicher sein können: Dmitri D. Schostakowitsch hat sein 1933 entstandenes erstes Klavierkonzert einmal als »spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzertgestus« beschrieben. Seine anarchisch-subversive Auseinandersetzung mit der Gattung, in der sich Fetzen und Versatzstücke unterschiedlichster Herkunft zu einem frechen und teilweise irritierendem Patchwork zusammenfügen und eine Trompete dem Klavier den Solopart streitig macht, erscheint fast wie eine Parodie auf die klassische Form, für die Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 14 in Es-Dur ein Vertreter par exellence ist: ein perfekt austariertes Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester, ausgewogen und klar strukturiert. Das Sinfoniekonzert des Orchesters der Komischen Oper Berlin bietet am 12. April Gelegenheit, diese beiden so unterschiedlichen Vertreter der Gattung in der Interpretation einer Pianistin zu erleben, die sich wie kaum eine andere gleichermaßen einen Namen als Interpretin des Repertoires und – durch ihr herausragendes Improvisationstalent – als Erneuerin der klassischen Konzertaufführung gemacht hat: Gabriela Montero.

Gerahmt werden die beiden Klavierkonzerte von jeweils verwandten Orchesterwerken. Das Libretto zu Schostakowitschs Ballettmusik Das goldene Zeitalter erzählt eine absurde Geschichte mit einfacher politischer Botschaft: Arbeiter aller Länder, vereinigt euch! Der Komponist schildert 1930 einen turbulenten Klassenkampf in Form eines Pasticcios aus den unterschiedlichsten Tänzen, von Cancan über Tango bis hin zur Pas-de-Deux-Parodie – humorvoll, voller Energie und Farben. Wie auch sein erstes Klavierkonzert trafen die durch Leichtigkeit und Humor geprägten Werke nicht den Geschmack des linientreuen »Sozialistischen Realismus«. Das goldene Zeitalter überlebte nur in Form einer Suite, Schostakowitschs erstes Klavierkonzert wurde erst spät wiederentdeckt. Mozarts Sinfonie Nr. 40 in   g-Moll, die vier Jahre nach dem ebenfalls im Konzert zu hörenden Klavierkonzert Nr. 14 entstand und im zweiten Konzertteil erklingt, zählt zu seinen bekanntesten Werke, obwohl – oder gerade weil – seine Stimmung kaum greifbar ist. Sie pendelt zwischen besorgter Unruhe und freudiger Erwartung, schlägt von einem Moment zum nächsten in die andere Richtung um – mit einer anarchischen Leichtigkeit, wie es nur die Musik vermag. Die musikalische Leitung des Konzerts liegt in den Händen des im Heimatland von Gabriela Montero, Venezuela, geborenen spanischen Dirigenten José Luis Gomez. Den Trompeten-Solopart übernimmt Michael Stodd
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