11.02.2019

Midori interpretiert Schumanns Violinkonzert / 22.2.

Freitag, 22. Feb 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Robert Schumanns einziges Konzert für Violine und Orchester blickt auf eine wechselvolle Geschichte zwischen Scheitern und Vergessen, propagandistischer Instrumentalisierung, musikalischer Verfälschung und später Renaissance. Nun interpretiert die seit mehr als 30 Jahren weltweit gefeierte japanische Geigenvirtuosin und UN-Friedensbotschafterin Midori Schumanns letztes Orchesterwerk gemeinsam mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Hermann Bäumer, flankiert von Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Jean Sibelius.

Robert Schumanns Violinkonzert entstand aus der engen künstlerischen Freundschaft des Ehe-paars Schumann mit dem jungen Geigenvirtuosen Joseph Joachim. Dieser bat Schumann um ein Solokonzert. Zwei geplante Uraufführungstermine 1853 und 1854 scheiterten, weil man doch dem Beethoven-Violinkonzert den Vorzug gab bzw. weil sich Joachim als Dirigent und Solist in Personalunion wohl überschätzte. Nach Schumanns Selbstmordversuch im März 1854 wurde es still um das Violinkonzert. Als der Komponist zwei Jahre später verstarb, wanderte das Manuskript über Joseph Joachim ins Archiv und geriet bis in die 1930er Jahre in Vergessenheit. Die nationalsozialistische Kulturpolitik grub es wieder aus, nachdem Mendelssohns Violinkonzert als »entartet« von den Konzertspielplänen verbannt wurde. Ein prominenter Ersatz sollte etabliert werden. Der Geiger Georg Kulenkampff und die Berliner Philharmoniker unter Karl Böhm sicherten sich 1937 – 84 Jahre nach Schumanns Tod – eine propagandistisch inszenierte Uraufführung. Um das Werk für Kulenkampff spielbar zu machen, hatte man allerdings starke Eingriffe in der angeblich unspielbaren Solostimme vorgenommen. Nur wenige Wochen später widerlegte Yehudi Menuhin die behauptete Unspielbarkeit, indem er das Werk in der Originalfassung in den Vereinigten Staaten spielte. Seit den 1950er Jahren setzten sich zahlreiche Geiger für das Violinkonzert ein und es erlebte eine Renaissance, die 2009 mit einer umfassend recherchierten Urtextausgabe bekräftigt wurde.

In der zweiten Konzerthälfte erklingt die Sinfonie Nr. 5 in Es-Dur von Jean Sibelius – eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Strömungen der Moderne, in die Sibelius Natureindrücke seiner finnischen Heimat hat einfließen lassen. Den Konzertauftakt bildet die Konzertouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieser ließ sich dafür von Gedichten seines Freundes Goethe inspirieren.
Pressemappe

Pressemappe (0)