09.01.2019

Barrie Kosky inszeniert Puccinis »La Bohème«

Ensemblemitglied Nadja Mchantaf debütiert als Mimì | Dirigent: Jordan de Souza
Premiere: Sonntag, 27. Januar 2019 | 19 Uhr (mit Live-Stream auf www.OperaVision.eu)

Lebenslust im Angesicht des Todes – La Bohème ist eine bewegende Hommage an die Kunst, das Leben und seine Flüchtigkeit. Puccinis 1896 uraufgeführtes Meisterwerk schildert große Gesellschaftsbilder in realistischen Klangfarben, kontrastiert Momente zwischen Armut und Vergnügen im Pariser Großstadt-Leben mit Augenblicken zarter Innerlichkeit und überwältigender Gefühlsausbrüche, aber auch mit der egoistischen Kälte der Jugend.

Regisseur Barrie Kosky erzählt La Bohème als eine zeitlose Geschichte in einem abstrakt-historischen Paris um 1850, der Entstehungszeit von Henri Murgers Scènes de la vie de bohème, die die Grundlage der Oper bildeten. Dabei wird die kurz zuvor entwickelte Technik der Daguerreotypie, einer frühen Form der Fotografie, zum zentralen Gestaltungselement der Ausstattung von Rufus Didwiszus (Bühne) und Victoria Behr (Kostüm). Ihr visueller Charakter zeichnet sich durch metallische Oberflächen und eine grau-schwarze Farbigkeit aus. Die einst so überraschend lebensnahen, heute aber stark verblassten Abbilder werden in Koskys Inszenierung zum Sinnbild für Vergänglichkeit: ein vergängliches Leben, eine vergängliche Jugend, eine vergängliche Liebe …

Ein junges Ensemble verkörpert Leben, Liebe und Leiden der Figuren zwischen Lebenslust und Überlebenskampf: Ensemblemitglied Nadja Mchantaf gibt nach ihren großen Erfolgen als Rusalka, Cendrillon und Tatjana ihr Rollendebüt als Mimì, an der Seite des österreichisch-australischen Tenors Gerard Schneider als Rodolfo. Als Musetta und Marcello sind die Ensemblemitglieder Vera-Lotte Böcker und Günter Papendell zu erleben. Ab 14. Februar 2019 singt die Premierenbesetzung im Wechsel mit Heather Engebretson (Mimì), Huw Montague Rendall (Marcello), Hera Hyesang Park (Musetta) sowie Jonathan Tetelman (Rodolfo, ab 30.4.)

Musikalisch spüren Barrie Kosky und Jordan de Souza am Pult des Orchesters der Komischen Oper Berlin in der fünften La-Bohème-Inszenierung in der Geschichte des Hauses – der ersten in italienischer Sprache – unter den Aufführungstraditionen und -routinen den ursprünglichen Intentionen von Puccinis Musik nach. Jenseits von inflationär eingesetzten Rubati und langgezogenen Tempi, die sich bei der musikalischen Interpretation vielfach eingebürgert haben, legen sie den Schwerpunkt auf den erzählerischen Charakter der Partitur, auf das musikalisch Konkrete der dramatischen Handlung und der geschilderten Gefühle.

Die Premiere von La Bohème wird als zweiter Stream der laufenden Spielzeit über www.OperaVision.eu live übertragen und ist dort nach der Premiere noch 6 Monate abrufbar. Die letzte geplante Übertragung dieser Saison ist die Uraufführung von Moritz Eggerts M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Regie: Barrie Kosky) am 5. Mai 2019.
08.01.2019

Peter und der Wolf-Projekt gibt musikalische und sprachliche Impulse für Willkommensklassen

Neuer Jahrgang im Herbst gestartet | Abschluss im Juni 2019
Das Willkommensklassenprojekt der Komischen Oper Berlin rund um Sergej S. Prokofjews Peter und der Wolf geht in der Spielzeit 2018/19 in seine dritte Saison. Die Schüler*innen nähern sich einerseits einem klassischen Stoff des westlichen Kinderkonzertrepertoires und finden andererseits künstlerische Wege, die eigene Lebensgeschichte zu erzählen, die deutsche Sprache zu lernen und ihren Körper als Kommunikations- und Ausdrucksmittel zu entdecken.

Seit November 2018 streunen Peter und der Wolf durch die Feldmark-Schule in Neu-Hohenschönhausen. Wir bieten Journalist*innen an, die Schüler*innen auf ihrer interessanten Reise von den ersten neuen Worten, über eigene Szenen und einen ersten Besuch im Opernhaus bis hin zur zweisprachigen Aufführung im Juni 2019 zu begleiten. Bitte sprechen Sie uns zeitnah darauf an, da diese Plätze begrenzt sind, um die schöpferische Atmosphäre in den Willkommensklassen nicht zu sehr einzuschränken. Natürlich können Sie auch nur einen einzelnen Termin besuchen, um einen Eindruck von der integrativen Kraft dieses Projektes zu bekommen.
Die Komische Oper Berlin blickt zum Jahresende auf ein facettenreiches und erfolgreiches 2018 zurück – und das, obwohl es in der ersten Jahreshälfte einige organisatorische Schwierigkeiten zu meistern galt: von der Premierenverschiebung (Blaubart) über den kurzfristigen krankheitsbedingten Austausch einer Regisseurin (Semele) bis hin zur vorläufigen Absage einer kompletten Produktion (Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn!). Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky präsentierte mit dem kurzfristig von Laura Scozzi übernommenen Händel-Oratorium Semele, der schrägen Schostakowitsch-Oper Die Nase in einer neuen deutschsprachigen Fassung und dem selten gespielten Bernstein-Musical Candide drei von Publikum und Kritikern gleichermaßen bejubelte Neuproduktionen. Mit Robert Carsen, Stefan Herheim und Calixto Bieito steuerten drei international renommierte Regisseure selten gespielte Werke von Erich Wolfgang Korngold (Die tote Stadt), Jacques Offenbach (Blaubart) und Franz Schreker (Die Gezeichneten) als Neuproduktionen bei. Paul Abrahams Viktoria und ihr Husar setzte zuletzt die Serie konzertanter Operetten-Raritäten erfolgreich fort. Und die neue Kinderopern-Produktion Der Zauberer von Oz begeisterte kleine und große Besucher*innen. Auch die Besucherzahlen, bei denen das Haus gegenüber dem Vorjahr erneut einen Zuwachs verbuchen kann, geben Anlass zur Freude.

Im Kalenderjahr 2018 lag die Gesamtauslastung bei 88,7% (gegenüber 87,4% in 2017). Mehr als 220.000 Menschen besuchten die 239 Vorstellungen (213.379 bei 241 Vorstellungen in 2017). Neuproduktionen und Repertoire waren gleichermaßen beliebt, mehr als die Hälfte aller Produktionen kamen auf 90% Auslastung oder mehr. Regelmäßig (nahezu) ausverkauft waren die Produktionen Die Nase, Die Zauberflöte, Anatevka, Xerxes, My Fair Lady, Candide, Der Zauberer von Oz sowie mit Die Liebe zu drei Orangen auch die älteste Produktion im Repertoire aus dem Jahr 1998. Im Konzertbereich punktet der neue Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis in seiner ersten Spielzeit mit zwei restlos ausverkauften Sinfoniekonzerten im Oktober und November.

Im Januar stehen in der Komischen Oper Berlin nach dem traditionellen Neujahrskonzert unter der Leitung von Ainārs Rubiķis ein neuer Salon zum Thema Energie (7.1.), Wiederaufnahmen der beiden Erfolgsproduktionen My Fair Lady (5.1.) und Eine Frau, die weiß, was sie will! (13.1.) auf dem Spielplan sowie die Premiere La Bohème am 27. Januar, in einer Neuinszenierung von Barrie Kosky. Im Februar folgt das dritte Sinfoniekonzert unter Ainārs Rubiķis mit dem jungen Violinisten Daniel Lozakovich und Werken von Beethoven und Respighi (1.2.) – und ab 10. Februar gibt es ein Wiedersehen mit der legendären West Side Story von Barrie Kosky und Otto Pichler.
19.12.2018

Buch-Publikation »Oper Jung!« ab sofort erhältlich

Bestandsaufnahme und Ideengeber zum Thema Musiktheater für Kinder zwischen Bühne und Bildung
Wie können Opernhäuser und Konzertsäle junge Besucher*innen für ihr Programm begeistern? Welche neuen Formate können dazu dienen, Kinder am Erlebnis Musiktheater aktiv teilhaben zu lassen? Und wie lassen sich diese erfolgreich umsetzen?
 
Das von der Komischen Oper Berlin herausgegebene Buch »Oper Jung! Musiktheater für Kinder zwischen Bühne und Bildung« bietet zu diesen Themen vielfältige und gleichzeitig praxisorientierte Inspiration.
 
»Oper Jung!« ist gleichermaßen Bestandsaufnahme und Ideengeber für die pädagogische Arbeit mit klassischer Musik. Das Buch gibt in Text und Bild umfassend Einblick in die Arbeitsweisen der Komischen Oper Berlin, mit vielen Anregungen für die altersgerechte Aufbereitung von Musik und Opernstoffen. Alle gespielten Kinderopern werden ausführlich beschrieben, die Kinderkonzertprogramme aufgelistet, geeignete Methoden, Workshop-Formate und begleitende Projektarbeit vorgestellt.

Das Buch erscheint im Henschel Verlag und ist ab sofort zum Preis von 19,95 Euro im Handel erhältlich.

Bei Interesse an einem Rezensionsexemplar wenden Sie sich bitte an die Kolleg*innen bei Kirchner Kommunikation.
Mehr Musik, weniger verstrickte Handlung, aber garantiert voller Unterhaltungswert: Seit 2012 präsentiert die Komische Oper Berlin jedes Jahr um die Weihnachtstage eine Operette im unvergleichlichen Kompaktformat – konzertant, von erfahrenen Dramaturgen auf den musikalischen und inhaltlichen Punkt gebracht und packend moderiert von einem Gast, der einen Ausflug in die Welt der Operette wagt. Nachdem fünf Jahre lang Werke von Emmerich Kálmán zu erleben waren, startete im letzten Jahr mit Märchen im Grand-Hotel überaus erfolgreich ein Paul-Abraham-Zyklus. Mit Viktoria und ihr Husar steht in diesem Jahr am 23. und 30. Dezember nun das Stück von Abraham auf dem Spielplan, mit dem der Komponist jüdisch-ungarischer Herkunft 1930 vom Berliner Metropol-Theater, der heutigen Komischen Oper Berlin, aus seine leider nur kurz währende Weltkarriere startete. Als Moderator in diesem Jahr mit von der Partie: Der bekannte Schauspieler Gerd Wameling, der es sich nicht nehmen lässt, die eine oder andere musikalische Nummer selbst zu singen. Professionell-musikalische Unterstützung erhält er dabei unter anderem von den Ensemblemitgliedern Johannes Dunz, Vera-Lotte Böcker, Alma Sadé und Peter Renz sowie den Chorsolisten und dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Operettenspezialist Stefan Soltész.

Viktoria und ihr Husar ist ein Weltstück: Die Handlung führt von Sibirien über Tokyo und St. Petersburg bis in das ungarische Dörfchen Doroszma. Gleich zu Beginn flieht der Husarenrittmeister Stefan Koltay aus russischer Gefangenschaft nach Japan, wo er seine große Liebe Viktoria wiedertrifft. Die war ihm während des Krieges abhandengekommen und ist nun wohl endgültig weg, da samt Ehering an den amerikanischen Botschafter John Cunlight (Wameling) vergeben. Allerlei Liebes- und Paarverwicklungen nehmen ihren Lauf, vor allem aber diplomatische Bemühungen raffiniertester Natur, die von Tokyo nach St. Petersburg führen, tief in den Rachen des russischen Geheimdienstes hinein. Ob Viktoria ihren Husar wohl kriegt? Nur so viel sei verraten: Am Ende treffen sich alle Beteiligten in Ungarn wieder. Und wo, wenn nicht in der emotionalen Heimat der Operette, könnten die Herzen endlich ihre ultimativen Partner fürs Leben finden?

In Paul Abrahams Musik trifft nostalgisches Operettentimbre auf fetzigen Charleston und pulsierenden Jazz. Das ist einer der Gründe, warum Barrie Koskys Inszenierung von Abrahams Ball im Savoy auch über fünf Jahre nach ihrer umjubelten Premiere 2013 ein absoluter Kracher ist und im Frühjahr 2019 auf den Spielplan zurückkehrt. Auch musikalisch lädt Viktoria und ihr Husar zu einer Reise kreuz und quer über den Globus und präsentiert eine weitere Facette von Abrahams schillernden Œuvre: Dank der farbenreichen Klänge werden die Schauplätze in der Musik greifbar. In Japan mischen sich exotische fernöstliche Töne in die Partitur, in Russland seufzen schwermütige Chöre, in Ungarn blitzt der Csárdás auf.

Weitere Informationen zu Besetzung, Terminen und Ticketpreisen sowie zum Werk auf den folgenden Seiten
Die Komische Oper Berlin zählt mit Stolz zu den Unterzeichner*innen der Berliner Erklärung der Vielen! Weitere Informationen finden Sie in den pdfs im Download-Bereich.
02.11.2018

Barrie Kosky inszeniert Leonard Bernsteins »Candide« / Premiere: 24.11.

Allan Clayton, Nicole Chevalier und Anne Sofie von Otter | Dirigent: Jordan de Souza
Premiere: Samstag, 24. November 2018 | 19.30 Uhr

Knall auf Fall muss der nicht ganz so wohlgeborene Candide nach der Enthüllung seiner Liebe zur adligen Kunigunde die geliebte Heimat verlassen. Er begibt sich auf eine Reise durch die alte und die neue Welt, von Bulgarien bis Lissabon, von Brasilien bis Venedig, wo ihm nichts anderes als haarsträubende Grausamkeit von Natur und Mensch begegnet – Mord, Krieg, Erdbeben … Angetrieben durch den unverwüstlichen Optimismus seines Lehrers Pangloss lässt sich Candide von nichts in seinem Glauben an das Gute und an die Liebe zu Kunigunde beirren. Er bleibt fest davon überzeugt, er lebe »in der besten aller möglichen Welten«. Als er schließlich Kunigunde in die Arme schließen darf, heißt es für ihn »Wir bau’n ein Haus und pflanzen Mut, bis unser Garten blüht!«

Also Ende gut, alles gut – oder?

Nach dem durchschlagenden Erfolg seiner von aller Patina befreiten West Side Story widmet sich Barrie Kosky einem weniger bekannten Werk Leonard Bernsteins, das lange zwiespältig aufgenommen wurde. Während Bernstein mit der 1957 uraufgeführtenWest Side Story vor allem die amerikanische Musiktradition in all ihren Formen feierte, konzipierte er Candide hingegen fast zeitgleich als ähnlich vielschichtige Hommage an die europäische Musik. Er wählte eine ungewöhnlich anspruchsvolle Vorlage: Voltaires satirische Novelle Candide ou l’Optimisme von 1759, ein Meilenstein der europäischen Aufklärung, vereint eine Vielzahl literarischer Genres zu einer absurden Abenteuergeschichte mit doppeltem Boden. Scharfzüngig, stets mit der Wirklichkeit im Blick, kritisierte Voltaire hier die weltbejahenden Lehren deutscher Philosophen wie Gottfried Wilhelm Leibniz. Während West Side Story von Anfang an ein Erfolg war, galt Candide seit der Uraufführung 1956 erst einmal als Flop. Dies lag weniger an der Musik, in der Bernstein kongenial eine Vielzahl von Stilen und Genres kombinierte, sondern am Libretto. Mehrfach wurde es überarbeitet – mit verhaltenem Erfolg. Seit 1999 liegt eine Version vor, die sich mit dem scharfen Humor ihrer Dialoge am Voltaireschen Original orientiert und so Bernsteins oft nicht minder ironisch-parodistische Musik und deren Vielfalt voll zur Geltung bringt. Die deutsche Übersetzung von 2017 bildet die Grundlage für die Berliner Neuproduktion.

Menschenhandel und Prostitution, Krieg und Gewalt, Armut und Reichtum, Flucht und Heimat, Liebe und Glauben – die Themen, die Candide mal beißend ironisch oder zynisch, mal rührend oder einfach nur absurd aufgreift, sind zeitlos. In einer wilden Achterbahnfahrt mit mehr als 800 Kostümen auf fast leerer Bühne schlägt Barrie Kosky in seiner Inszenierung von Candide – für ihn »die große amerikanische Operette des 20. Jahrhunderts« – einen Bogen von Voltaire bis in unsere Gegenwart. Neben Choreograph Otto Pichler, Bühnenbildnerin Rebecca Ringst und Kostümbildner Klaus Bruns unterstützt ihn dabei eine Reihe außergewöhnlicher Sängerdarsteller*innen, darunter Franz Hawlata (Dr. Pangloss), Allan Clayton (Candide) und Nicole Chevalier (Kunigunde). Als Die alte Frau wird Anne Sofie von Otter zu erleben sein. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jordan de Souza.

Weitere Informationen zu Team, Besetzung, Terminen und Ticketpreisen sowie zum Werk in der vollständigen Pressemeldung
01.11.2018

Neuer Operndolmuş für Kinder: In Ben und Henry trifft Alt-Berliner Bär auf Neu-Berliner Hahn / 7.11.

Mobile Oper im Kleinformat für Grundschüler*innen im Rahmen von »Selam Opera!«
Uraufführung: Mittwoch, 7. November 2018 | Neukölln (Rollbergviertel)

Zum ersten Mal ist für das interkulturelle Projekt »Selam Opera!« der Komischen Oper Berlin eine Auftragskomposition entstanden, die ab 7. November 2018 in verschiedenen Berliner Schulen gastiert. Der in Izmir lebende Komponist Attila Kadri Şendil (Bremer Stadtmusikanten – Bremen Mızıkacıları) vertonte das Libretto von Susanne Felicitas Wolf (Schneewittchen und die 77 Zwerge) und schuf eine
45-minütige Kammeroper in der sich Ben, der gemütliche Berliner Bär, und Henry Hahn, ein schillernder Neu-Berliner auf der Suche nach einem neuen Zuhause, begegnen.

»Aber ick lebe hier! Hier ist nur Platz für MICH!« singt Ben. Der Bass-Bär liebt es gemütlich und Henry Hahn ist ein hibbeliger Zeitgenosse – schrill und bunt und laut. Andererseits singt er als Sopran wirklich schön und mit ihm ist es gewiss nie langweilig. Damit nimmt sich diese reisende Oper für Kinder eines wesentlichen menschlichen Themas an: Wie können und wollen wir zusammen leben, obwohl wir so verschieden sind?

Die Uraufführung

Am 7. November 2018 um11 und 12 Uhr findet die Uraufführung von Ben und Henry in der Regenbogen Schule in Neukölln statt. Wir freuen uns, wenn Sie diesen besonderen Moment journalistisch begleiten möchten – nehmen Sie hierfür gerne Kontakt zu uns auf. Um Anmeldung wird gebeten.

Kontakt

Bei Interviewanfragen, Materialwünschen und Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

berlin acts: kultur pr
Ruth Hundsdoerfer
Hohenfriedbergstraße 8
10829 Berlin
Tel: +49-30-68402640
Mobil: +49-171-2670848
info@berlinacts.com

Über das Stück

Attila Kadri Şendil
Ben und Henry
Operndolmuş für Kinder [2018]
Libretto von Susanne Felicitas Wolf

Besetzung
Jens Larsen: Ben
Mirka Wagner: Henry
 
Arnulf Ballhorn, Kontrabass
Juri Tarasenok, Bajan
Luise Sachse, Klarinette

Kreativteam
Mustafa Akça, Anisha Bondy, Oliver Brandt,
Maximilian Hagemeyer, Peter Tomek, Susanne Weiske

Dauer: ca. 45 min

Leonard Bernstein, Meister des US-amerikanischen Musiktheaters, begnadeter Komponist und Dirigent zugleich, hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass würdigt die Komische Oper Berlin diesen facettenreichen Künstler und sein Œuvre rund um die Premiere von Candide in der Inszenierung von Barrie Kosky ein verlängertes Wochenende lang im Rahmen des Festivals »Bernstein 100«. Höhepunkte sind zwei Konzertprogramme mit Bernsteins 2. Sinfonie The Age of Anxiety, deren vom türkischen Starpianisten Fazıl Say interpretierter Klavierpart das Werk eher zu einem Solokonzert werden lässt, und mit seiner Musik zum Marlon-Brando-Klassiker On the Waterfront (Die Faust im Nacken), die Filmmusikspezialist Frank Strobel live zur Filmvorführung (im Original mit Untertiteln) erklingen lässt. Kammerkonzerte, ein Lunch Talk zu den gesellschaftspolitischen Dimensionen von Bernsteins Werk und ein Dinner mit Live-Musik, Tischansprachen von Wegbegleiter*innen und Verehrer*innen sowie den Lieblingsgerichten des Maestros runden die dreitägige Geburtstagsparty ab. Als weitere Gäste begrüßt die Komische Oper Berlin dazu unter anderem die beiden Bernstein-Töchter, Nina Bernstein Simmons und Jamie Bernstein, die Mezzo-Sopranistin Fredrika Brillembourg, den Kulturwissenschaftler und ehemaligen Präsidenten der American Academy Michael Steinberg sowie die Literaturwissenschaftlerin Ethel Matala de Mazza.

Neben der Neuproduktion Candide und dem Festival steht anlässlich des 100. Geburtstags an der
Komischen Oper Berlin ab 10. Februar auch wieder die Erfolgsproduktion West Side Storyvon Barrie Kosky und Otto Pichler auf dem Spielplan.
Premiere der Berliner Fassung: Sonntag, 28. Oktober 2018 | 16 Uhr

Mit Der Zauberer von Oz kommt in diesem Herbst die neue Kinderoper von Pierangelo Valtinoni an die Komische Oper Berlin und erzählt den Märchenklassiker von Lyman Frank Baum als farbenfrohe Musiktheaterreise für kleine und große Opernbesucher ab 6 Jahren.

Ein Wirbelsturm über der Steppe von Kansas entführt das Häuschen mitsamt der kleinen Dorothy und ihrem Hündchen Toto in das weit entfernte Land Oz. Hier leben sprechende Mäuse, fliegende Affen, gute und böse Hexen und ein geheimnisvoller Zauberer. Nur er, so heißt es, kann Dorothy den Weg zurück nach Kansas zeigen. In ihren silbernen Zauberschuhen und in Begleitung dreier liebenswerter neuer Freunde macht sich Dorothy auf den Weg zur sagenhaften Smaragdstadt. Wird der Zauberer helfen und tatsächlich die größten Wünsche der vier Freunde erfüllen? Schenkt er der vorlauten Vogelscheuche endlich ein Gehirn, dem melancholischen Blechmann ein liebendes Herz und dem feigen Löwen den lang ersehnten Mut? Und weiß der Zauberer wirklich einen Weg nach Hause, heim zu Dorothys Onkel und Tante?
Mit jeder Menge Köpfchen, Herz und Mut besteht der charmante Freundeskreis gefährliche Abenteuer im magischen Reich des Zauberers von Oz: die Vogelscheuche (Christoph Späth), der Blechmann (Tom Erik Lie), der Löwe (Carsten Sabrowski) und Dorothy (Alma Sadé im Wechsel mit Talya Lieberman). L. Frank Baums Märchenerzählung erschien erstmals 1900 und wurde weltbekannt – nicht nur durch seine Hollywood-Musical-Verfilmung, die Judy Garland mit ihren hier Dank revolutionärem Technicolor knallroten Schuhen und Songs wie »Somewhere over the Rainbow« unsterblich machten, sondern auch durch seine zahlreichen literarischen Fortsetzungen, Theaterfassungen und Nachdichtungen, darunter Alexander Wolkows Der Zauberer der Smaragdenstadt.

Nach Pinocchio und Die Schneekönigin präsentiert die Komische Oper Berlin mit Der Zauberer von Oz bereits die dritte Kinderoper aus der Feder des italienischen Komponisten Pierangelo Valtinoni, die 2016 in Zürich uraufgeführt wurde und nun in Berlin in einer erweiterten Fassung, mit großem Chor und großer Streicherbesetzung, zu erleben ist. Ein Musiktheaterabenteuer zwischen Jazz und großer Oper, weitab vom berühmten Hollywood-Musical-Film, das unter der musikalischen Leitung von Ivo Hentschel, ehemaliger Kapellmeisters der Komischen Oper Berlin, in die fantastischen Welten von Regisseur Felix Seiler und seinem Team führt. Auf der Bühne verschmelzen Bühnenraum und Videoprojektion miteinander, hier treffen Dorothy und ihre Begleiter – natürlich samt Toto, dem Hund – nicht nur auf Smaragdstadt, Hexenpaläste und die Welt der Munchkins, sondern auch auf einen veritablen Wirbelsturm.

Seit 2004 Kinderoper auf der Großen Bühne

Die Komische Oper Berlin blickt auf eine im deutschsprachigen Raum einzigartige Tradition zurück: Seit nunmehr 14 Jahren präsentiert sie als einziges deutsches Opernhaus in jeder Spielzeit eine neue große Opernproduktion für Zuschauer*innen ab 6 Jahren auf der Hauptbühne, gleichwertig neben den übrigen Produktionen – darunter regelmäßig Uraufführungen. In der Spielzeit 2018/19 steht neben der neuen Kinderoper ab 20. Februar 2019 wieder die deutsch-türkische Kinderoper Die Bremer Stadtmusikanten (Bremen Mızıkacıları) von Attila Kadri Şendil als Wiederaufnahme auf dem Spielplan, ein Auftragswerk aus dem Jahr 2017.

Die Produktion Der Zauberer von Oz wurde finanziell unterstützt durch die Berliner Sparkasse, die Heinz und Heide Dürr Stiftung, die Karl Schlecht Stiftung sowie den Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin e.V..
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