12.06.2019

Pianist Rudolf Buchbinder als Solist und Dirigent im letzten Sinfoniekonzert der Saison an der Komische Oper Berlin / 21.6.

Meisterwerke für Klavier und Orchester von Mozart und Beethoven | 19 Uhr: Singalong im Rahmen der Fête de la musique
Freitag, 21. Juni 2019 | 20 Uhr Konzert |
19 Uhr: Singalong im Rahmen der Fête de la musique | 19:15 Uhr Einführung

Zum Sommerkonzert am Ende der Spielzeit begrüßt das Orchester der Komischen Oper Berlin den österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder zu einem Abend, der ganz der Wiener Klassik gewidmet ist. Auf dem Programm stehen Werke für Klavier und Orchester von Mozart und Beethoven. Buchbinder, der auf eine über 60-jährige Bühnenkarriere zurückblicken kann, ist regelmäßiger und gern gesehener Gast im Haus an der Behrenstraße.

Die erste Konzerthälfte widmet Buchbinder dem Salzburger Wunderkind, dessen Oeuvre stolze 27 Klavierkonzerte fasst. Mozarts neuntes und bis dato virtuosestes Klavierkonzert, auch unter dem Titel Jeunehomme bekannt, eröffnet den Konzertabend. Von allen Regeln befreit, setzt darin das Klavier bereits inmitten der Orchesterexposition ein und bietet viel Raum für die Virtuosität des Solisten. Der zweite Satz gilt als erster Moll-Konzertsatz in Mozarts Schaffen und lässt atmosphärisch bereits seine späteren Werke erahnen. Sein Klavierkonzert Nr. 27, das an diesem Abend ebenfalls erklingt, stellte der Komponist im Jahr 1791 – zur gleichen Schaffenszeit wie seine Oper Die Zauberflöte und in seinem Todesjahr – als letztes seiner Gattung fertig. Die reduzierte und liedhaft schlichte Orchestrierung bildet einen Kontrast zur hohen Virtuosität des Jeunehomme-Konzerts.

Nach der Pause widmet sich Rudolf Buchbinder dem Komponisten Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag im kommenden Jahr gefeiert wird. Ganz unkonventionell lässt Beethoven sein Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 in G-Dur durch ein unbegleitetes Solo des Pianisten eröffnen. Auch der zweite Satz sticht in Kürze und kompositorischem Aufbau aus dem üblichen Formenkanon seiner Zeit heraus. Hier zeigt die Klavierstimme Sanftheit, das Orchester strotzt vor aggressiver Stärke und Disput.

Beethoven – gepaart mit Paul Abraham – gibt es bereits vor dem Konzert: zum Mitsingen! Für alle Konzertbesucher*innen bietet die Komische Oper Berlin im Rahmen der Fête de la Musique Berlin ein besonderes Erlebnis: Chordirektor David Cavelius dirigiert um 19 Uhr im Foyer einen Singalong mit Beethovens »Ode an die Freude« und »Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehen« aus Ball im Savoy.
23.05.2019

Richard Strauss’ Meisterwerk über Liebe und Vergänglichkeit: Ainārs Rubiķis dirigiert »Der Rosenkavalier«

Rückkehr der gefeierten Inszenierung von Andreas Homoki | Nur 4 Vorstellungen! | ab 8.6.
Wiederaufnahme: Samstag, 8. Juni 2019 | 18 Uhr

Im Jahr 2006 feierte Richard Strauss’ Der Rosenkavalier in der Inszenierung von Andreas Homoki seine gefeierte Premiere in der Komischen Oper Berlin. Seitdem kehrt die ebenso feinfühlige wie zeitlose Produktion in regelmäßigen Abständen auf den Spielplan zurück. Zuletzt war sie 2013 in Barrie Koskys erster Spielzeit zu erleben. Nun markiert der neue Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis mit dieser letzten Wiederaufnahme der Saison 2018/19 das Finale seiner ersten Spielzeit im Haus an der Behrenstraße.

Rubiķis liebt es, Extreme in den Partituren zu erkunden. »Manchmal lasse ich auch einfach die Zügel locker«, gibt der lettische Dirigent zu. Und das bietet sich bei Strauss’ 1911 uraufgeführtem Meisterwerk über Liebe und Vergänglichkeit, Weisheit und Verwirrungen auch musikalisch besonders an. Vom Wiener Walzer bis hin zu scharfkantig expressionistischen Passagen – Strauss spielt mit den Stilen verschiedener Musikepochen. Für Rubiķis ein Rahmen, den es mit musikalischen Farben auszufüllen gilt. Die Inszenierung Homokis, die diesen Klassiker bewusst nicht ins Hier und Jetzt verlegt hat, gibt dafür ausreichend Raum. Die Handlung rund um das Liebesdreieck zwischen der verheirateten Marschallin, ihrem jungen Liebhaber Octavian und der ebenfalls blutjungen Sophie, in die sich Octavian über beide Ohren verliebt, steht ohnehin außerhalb aller logischen Zeitordnungen.

Für die Partie der Feldmarschallin kehrt das ehemalige Ensemblemitglied Johanni van Oostrum an die Komische Oper Berlin zurück. Nach Erfolgen hier als Micaëla (Carmen) und Eva (Die Meistersinger von Nürnberg) gastiert sie inzwischen weltweit, u. a. an der Bayerischen Staatsoper und am Bolschoi Theater, und hat sich insbesondere im Strauss-Fach einen Namen gemacht. An ihrer Seite sind unter anderem die Ensemblemitglieder Karolina Gumos (Octavian), Vera-Lotte Böcker (Sophie) und Jens Larsen (Baron Ochs) zu erleben.
21.05.2019

Komische Oper Festival 2019 –
Voller Einsatz zum Saisonabschluss

Alle Neuproduktionen der Saison 2018/19 an sechs Tagen mit Rahmenprogramm
Vom 25. bis zum 30. Juni präsentiert die Komische Oper Berlin wieder ihr traditionelles Festival zum Saisonabschluss. Kurz vor der Sommerpause bündelt das Haus noch einmal seine gesamten Kräfte, vom Ensemble über die Bühne bis hin zur Dramaturgie, und lädt sein Publikum an sechs aufeinander folgenden Abenden zu Vorstellungen der sechs Neuproduktionen dieser Spielzeit ein – in einer ganz besonderen Opernabend-Atmosphäre, die alle Sinne anspricht. Beim Komische Oper Festival ist die ganze Vielfalt der aktuellen Neuproduktionen zu erleben – mit einem jeweils einzigartigen Rahmenprogramm für Auge, Ohr, Geschmack und Intellekt. An jedem Abend erwarten das Publikum rund um die Vorstellung Musik im Foyer, Begrüßungsdrinks, interessante Einführungsvorträge vor und spannende Diskussionen mit mitwirkenden Künstler*innen nach jeder Vorstellung. Einige Produktionen wie Poros, M – Eine Stadt sucht einen Mörder und Die tote Stadt sind beim Festival zum vorerst letzten Mal zu erleben.

Seit 2008 lädt die Komische Oper Berlin Zuschauer aus Berlin, Deutschland und dem Ausland ein, die jüngsten Inszenierungen des Hauses in dieser dichten, alle Sinne ansprechenden Festival-Form zu erleben oder neu zu entdecken. In den Einführungsvorträgen vor den Vorstellungen stimmen die Dramaturg*innen auf die Inszenierungen und ihre Hintergründe ein und stellen darüber hinaus das jeweilige Werk in einen größeren Zusammenhang – mit einem Themenspektrum von »Fußball und Oper« bis hin zu »Humor und Katastrophen von Voltaire bis Monty Python«. In den Gesprächen im Anschluss kommen außerdem (Sänger-)Darsteller*innen, Dirigenten und weitere Gäste zu Wort – von Mimì-Interpretin Nadja Mchantaf über M-Komponist Moritz Eggert bis hin zu den Geschwistern Pfister. Das Haus öffnet für die Festivalvorstellungen ganz sommerlich-entspannt bereits 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn – bei gutem Wetter mit Freilufttresen in der Behrenstraße –, die Einführungsvorträge beginnen jeweils eine Stunde vorher.
15.05.2019

Paul Abrahams Fußball-Operette »Roxy und ihr Wunderteam« | Premiere: 31.5.

Die Geschwister Pfister sind zurück an der Komischen Oper Berlin | Im bewährten Team mit Regisseur Stefan Huber und Dirigent Kai Tietje
Premiere: Freitag, 31. Mai 2019 | 19:30

Die Mannschaft von Kapitän Gjurka Karoly feiert gerade den Sieg über das englische Team, da platzt die selbstbewusste Roxy ins Hotelzimmer der Fußballer – eine Braut auf der Flucht vor ihrer Hochzeit. Kurzerhand wird Roxy im Gepäck verstaut und mit ins ungarische Trainingslager genommen. Doch Ex-Bräutigam Bobby und Onkel Sam Cheswick – die personifizierte schottische Sparsamkeit – heften sich an ihre Fersen. Der eine, weil er seiner zukünftigen Ehegattin hinterhertrauert, der andere, weil er die aussichtsreiche Verbindung zum Sohn eines einflussreichen Automatenbuffets-Herstellers flöten gehen sieht. Doch auch Mannschaftskapitän Gjurka Karoly sieht sich vor Herausforderungen gestellt: Zum einen gilt es die Mannschaft für die Revanche gegen das englische Team fit zu machen – was nicht leichter wird, als sich ein Mädchenpensionat im gleichen Landhaus wie die Fußballer einnistet. Zum anderen entdeckt Gjurka ungeahnte Gefühle für die neue Teamkameradin ...

Paul Abrahams Operette wurde unter dem Titel 3:1 für die Liebe 1936 in Budapest uraufgeführt, also nur wenige Jahre nach seinem Durchbruch in Berlin mit den drei Operetten Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy und nach Abrahams unfreiwilliger Rückkehr in seine ungarische Heimat im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten. 1937 bringt Abraham sein neustes Werk als Roxy und ihr Wunderteam in Wien zur deutschsprachigen Erstaufführung, stilecht im Beisein der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Die von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzte Austragung der Olympischen Spiele 1936 geben Abraham und seinen Librettisten Alfred Grünwald und Hans Weigel reichlich Stoff für eine parodistische Sportoperette mit Sitte und Moral als ergiebigem Ziel für unterhaltsamen Spott!

Verwandlungen und das Spiel mit »Sitte und Moral« sind Markenzeichen der Geschwister Pfister, und so darf man gespannt sein auf Ursli Pfister (Christoph Marti) als Roxy, die 11 Männer zum Tanzen bringt, auf Toni Pfister (Tobias Bonn) als singenden und tanzenden Fußball-Kapitän und auf Fräulein Schneider (Andreja Schneider) als resolute Pensionatsleiterin. Regisseur Stefan Huber und Dirigent und Arrangeur Kai Tietje bringen das Trio nach den Erfolgen Clivia und Heute Nacht oder nie nun zum dritten Mal gemeinsam auf die Bühne der Komischen Oper Berlin.
12.04.2019

Moritz Eggerts neue Oper »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«: Barrie Kosky inszeniert erstmals in Berlin ein Auftragswerk / Premiere: 5.5.

Musiktheater zwischen Oper, Hörspiel und Großstadtsinfonie nach Fritz Langs Film | Uraufführung unter der Leitung von Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis
Premiere: Sonntag, 5. Mai 2019 | 19 Uhr

Fritz Langs berühmter Kriminalfilm M – Eine Stadt sucht einen Mörder aus dem Jahre 1931 wird zum Ausgangspunkt einer neuen, ungewöhnlichen Oper. Die Vertonung des mehrfach ausgezeichneten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert basiert auf einem Libretto, das Textpassagen des Drehbuchs mit Kinderliedern und Gedichten von Walter Mehring kombiniert. Anders als im Film steht im Zentrum des Werks der Mörder. Und auch Eggerts Partitur will neue Wege beschreiten: Sprache, Geräusche und Musik vereinigen sich zu einem irisierenden Klanggemälde, das die Opernbesucher*innen mithilfe eines elektronisch verstärkten und teilweise verfremdeten Surround-Klangs in den Kopf des Mörders entführt. Eine wilde Mischung aus liedartigen Melodien, sphärischen Klangräumen, Drehorgeln, Jazz und Synthesizern ergeben ein Stadt-Klangbild, das gleichermaßen die bedrohlich empfundene Außenwelt schildert wie es inneres Seelengemälde des Gejagten ist.
31.01.2019

Kultursenator Klaus Lederer stellt Leitungsteam für die Komische Oper Berlin ab 2022/23 vor

Susanne Moser und Philip Bröking werden Ko-Intendant*innen während der Generalsanierungs-Phase, Barrie Kosky wird für diese fünf Spielzeiten Hausregisseur
Für die Interimsspielzeiten während der geplanten Generalsanierung ab 2022 übernehmen Susanne Moser und Philip Bröking die Intendanz, Barrie Kosky bleibt der Komischen Oper Berlin als Hausregisseur künstlerisch eng verbunden.

Auf einer Pressekonferenz in der Komischen Oper Berlin stellte Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, am heutigen Donnerstag gemeinsam mit Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur, das Leitungsteam des Hauses ab der Spielzeit 2022/23 vor, wenn das Haus in der Behrenstraße für voraussichtlich fünf Jahre generalsaniert wird und das Ensemble in andere Spielstätten ausweichen muss. Mit Susanne Moser, seit 2005 Geschäftsführende Direktorin, und Philip Bröking, seit 2005 Operndirektor, führen zwei enge Mitglieder aus dem aktuellen Leitungsteam der Intendanz von Barrie Kosky ab Sommer 2022 als Ko-Intendant*innen die Komische Oper Berlin durch diese herausfordernde Interimszeit und sorgen für größtmögliche Kontinuität und Stabilität. Künstlerisch gibt Barrie Kosky als Hausregisseur in den Interimsspielzeiten mit zwei Inszenierungen jährlich prägende Impulse für das Profil des Hauses. Damit bleibt er der Komischen Oper und der Stadt Berlin auch über das Ende seiner Intendanz eng verbunden.

Barrie Koskys Vertrag als Intendant läuft mit Ende der Spielzeit 2021/22 aus. Ab 2022 ist für das Haus eine auf fünf Jahre angesetzte Generalsanierung geplant, während der das Ensemble an unterschiedlichen Spielstätten in der Stadt Produktionen präsentieren wird. Auch als Ko-Intendant*innen bleiben Susanne Moser Geschäftsführende Direktorin und Philip Bröking Operndirektor.
09.01.2019

Barrie Kosky inszeniert Puccinis »La Bohème«

Ensemblemitglied Nadja Mchantaf debütiert als Mimì | Dirigent: Jordan de Souza
Premiere: Sonntag, 27. Januar 2019 | 19 Uhr (mit Live-Stream auf www.OperaVision.eu)

Lebenslust im Angesicht des Todes – La Bohème ist eine bewegende Hommage an die Kunst, das Leben und seine Flüchtigkeit. Puccinis 1896 uraufgeführtes Meisterwerk schildert große Gesellschaftsbilder in realistischen Klangfarben, kontrastiert Momente zwischen Armut und Vergnügen im Pariser Großstadt-Leben mit Augenblicken zarter Innerlichkeit und überwältigender Gefühlsausbrüche, aber auch mit der egoistischen Kälte der Jugend.

Regisseur Barrie Kosky erzählt La Bohème als eine zeitlose Geschichte in einem abstrakt-historischen Paris um 1850, der Entstehungszeit von Henri Murgers Scènes de la vie de bohème, die die Grundlage der Oper bildeten. Dabei wird die kurz zuvor entwickelte Technik der Daguerreotypie, einer frühen Form der Fotografie, zum zentralen Gestaltungselement der Ausstattung von Rufus Didwiszus (Bühne) und Victoria Behr (Kostüm). Ihr visueller Charakter zeichnet sich durch metallische Oberflächen und eine grau-schwarze Farbigkeit aus. Die einst so überraschend lebensnahen, heute aber stark verblassten Abbilder werden in Koskys Inszenierung zum Sinnbild für Vergänglichkeit: ein vergängliches Leben, eine vergängliche Jugend, eine vergängliche Liebe …

Ein junges Ensemble verkörpert Leben, Liebe und Leiden der Figuren zwischen Lebenslust und Überlebenskampf: Ensemblemitglied Nadja Mchantaf gibt nach ihren großen Erfolgen als Rusalka, Cendrillon und Tatjana ihr Rollendebüt als Mimì, an der Seite des österreichisch-australischen Tenors Gerard Schneider als Rodolfo. Als Musetta und Marcello sind die Ensemblemitglieder Vera-Lotte Böcker und Günter Papendell zu erleben. Ab 14. Februar 2019 singt die Premierenbesetzung im Wechsel mit Heather Engebretson (Mimì), Huw Montague Rendall (Marcello), Hera Hyesang Park (Musetta) sowie Jonathan Tetelman (Rodolfo, ab 30.4.)

Musikalisch spüren Barrie Kosky und Jordan de Souza am Pult des Orchesters der Komischen Oper Berlin in der fünften La-Bohème-Inszenierung in der Geschichte des Hauses – der ersten in italienischer Sprache – unter den Aufführungstraditionen und -routinen den ursprünglichen Intentionen von Puccinis Musik nach. Jenseits von inflationär eingesetzten Rubati und langgezogenen Tempi, die sich bei der musikalischen Interpretation vielfach eingebürgert haben, legen sie den Schwerpunkt auf den erzählerischen Charakter der Partitur, auf das musikalisch Konkrete der dramatischen Handlung und der geschilderten Gefühle.

Die Premiere von La Bohème wird als zweiter Stream der laufenden Spielzeit über www.OperaVision.eu live übertragen und ist dort nach der Premiere noch 6 Monate abrufbar. Die letzte geplante Übertragung dieser Saison ist die Uraufführung von Moritz Eggerts M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Regie: Barrie Kosky) am 5. Mai 2019.
Die Komische Oper Berlin blickt zum Jahresende auf ein facettenreiches und erfolgreiches 2018 zurück – und das, obwohl es in der ersten Jahreshälfte einige organisatorische Schwierigkeiten zu meistern galt: von der Premierenverschiebung (Blaubart) über den kurzfristigen krankheitsbedingten Austausch einer Regisseurin (Semele) bis hin zur vorläufigen Absage einer kompletten Produktion (Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn!). Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky präsentierte mit dem kurzfristig von Laura Scozzi übernommenen Händel-Oratorium Semele, der schrägen Schostakowitsch-Oper Die Nase in einer neuen deutschsprachigen Fassung und dem selten gespielten Bernstein-Musical Candide drei von Publikum und Kritikern gleichermaßen bejubelte Neuproduktionen. Mit Robert Carsen, Stefan Herheim und Calixto Bieito steuerten drei international renommierte Regisseure selten gespielte Werke von Erich Wolfgang Korngold (Die tote Stadt), Jacques Offenbach (Blaubart) und Franz Schreker (Die Gezeichneten) als Neuproduktionen bei. Paul Abrahams Viktoria und ihr Husar setzte zuletzt die Serie konzertanter Operetten-Raritäten erfolgreich fort. Und die neue Kinderopern-Produktion Der Zauberer von Oz begeisterte kleine und große Besucher*innen. Auch die Besucherzahlen, bei denen das Haus gegenüber dem Vorjahr erneut einen Zuwachs verbuchen kann, geben Anlass zur Freude.

Im Kalenderjahr 2018 lag die Gesamtauslastung bei 88,7% (gegenüber 87,4% in 2017). Mehr als 220.000 Menschen besuchten die 239 Vorstellungen (213.379 bei 241 Vorstellungen in 2017). Neuproduktionen und Repertoire waren gleichermaßen beliebt, mehr als die Hälfte aller Produktionen kamen auf 90% Auslastung oder mehr. Regelmäßig (nahezu) ausverkauft waren die Produktionen Die Nase, Die Zauberflöte, Anatevka, Xerxes, My Fair Lady, Candide, Der Zauberer von Oz sowie mit Die Liebe zu drei Orangen auch die älteste Produktion im Repertoire aus dem Jahr 1998. Im Konzertbereich punktet der neue Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis in seiner ersten Spielzeit mit zwei restlos ausverkauften Sinfoniekonzerten im Oktober und November.

Im Januar stehen in der Komischen Oper Berlin nach dem traditionellen Neujahrskonzert unter der Leitung von Ainārs Rubiķis ein neuer Salon zum Thema Energie (7.1.), Wiederaufnahmen der beiden Erfolgsproduktionen My Fair Lady (5.1.) und Eine Frau, die weiß, was sie will! (13.1.) auf dem Spielplan sowie die Premiere La Bohème am 27. Januar, in einer Neuinszenierung von Barrie Kosky. Im Februar folgt das dritte Sinfoniekonzert unter Ainārs Rubiķis mit dem jungen Violinisten Daniel Lozakovich und Werken von Beethoven und Respighi (1.2.) – und ab 10. Februar gibt es ein Wiedersehen mit der legendären West Side Story von Barrie Kosky und Otto Pichler.
19.12.2018

Buch-Publikation »Oper Jung!« ab sofort erhältlich

Bestandsaufnahme und Ideengeber zum Thema Musiktheater für Kinder zwischen Bühne und Bildung
Wie können Opernhäuser und Konzertsäle junge Besucher*innen für ihr Programm begeistern? Welche neuen Formate können dazu dienen, Kinder am Erlebnis Musiktheater aktiv teilhaben zu lassen? Und wie lassen sich diese erfolgreich umsetzen?
 
Das von der Komischen Oper Berlin herausgegebene Buch »Oper Jung! Musiktheater für Kinder zwischen Bühne und Bildung« bietet zu diesen Themen vielfältige und gleichzeitig praxisorientierte Inspiration.
 
»Oper Jung!« ist gleichermaßen Bestandsaufnahme und Ideengeber für die pädagogische Arbeit mit klassischer Musik. Das Buch gibt in Text und Bild umfassend Einblick in die Arbeitsweisen der Komischen Oper Berlin, mit vielen Anregungen für die altersgerechte Aufbereitung von Musik und Opernstoffen. Alle gespielten Kinderopern werden ausführlich beschrieben, die Kinderkonzertprogramme aufgelistet, geeignete Methoden, Workshop-Formate und begleitende Projektarbeit vorgestellt.

Das Buch erscheint im Henschel Verlag und ist ab sofort zum Preis von 19,95 Euro im Handel erhältlich.

Bei Interesse an einem Rezensionsexemplar wenden Sie sich bitte an die Kolleg*innen bei Kirchner Kommunikation.
Mehr Musik, weniger verstrickte Handlung, aber garantiert voller Unterhaltungswert: Seit 2012 präsentiert die Komische Oper Berlin jedes Jahr um die Weihnachtstage eine Operette im unvergleichlichen Kompaktformat – konzertant, von erfahrenen Dramaturgen auf den musikalischen und inhaltlichen Punkt gebracht und packend moderiert von einem Gast, der einen Ausflug in die Welt der Operette wagt. Nachdem fünf Jahre lang Werke von Emmerich Kálmán zu erleben waren, startete im letzten Jahr mit Märchen im Grand-Hotel überaus erfolgreich ein Paul-Abraham-Zyklus. Mit Viktoria und ihr Husar steht in diesem Jahr am 23. und 30. Dezember nun das Stück von Abraham auf dem Spielplan, mit dem der Komponist jüdisch-ungarischer Herkunft 1930 vom Berliner Metropol-Theater, der heutigen Komischen Oper Berlin, aus seine leider nur kurz währende Weltkarriere startete. Als Moderator in diesem Jahr mit von der Partie: Der bekannte Schauspieler Gerd Wameling, der es sich nicht nehmen lässt, die eine oder andere musikalische Nummer selbst zu singen. Professionell-musikalische Unterstützung erhält er dabei unter anderem von den Ensemblemitgliedern Johannes Dunz, Vera-Lotte Böcker, Alma Sadé und Peter Renz sowie den Chorsolisten und dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Operettenspezialist Stefan Soltész.

Viktoria und ihr Husar ist ein Weltstück: Die Handlung führt von Sibirien über Tokyo und St. Petersburg bis in das ungarische Dörfchen Doroszma. Gleich zu Beginn flieht der Husarenrittmeister Stefan Koltay aus russischer Gefangenschaft nach Japan, wo er seine große Liebe Viktoria wiedertrifft. Die war ihm während des Krieges abhandengekommen und ist nun wohl endgültig weg, da samt Ehering an den amerikanischen Botschafter John Cunlight (Wameling) vergeben. Allerlei Liebes- und Paarverwicklungen nehmen ihren Lauf, vor allem aber diplomatische Bemühungen raffiniertester Natur, die von Tokyo nach St. Petersburg führen, tief in den Rachen des russischen Geheimdienstes hinein. Ob Viktoria ihren Husar wohl kriegt? Nur so viel sei verraten: Am Ende treffen sich alle Beteiligten in Ungarn wieder. Und wo, wenn nicht in der emotionalen Heimat der Operette, könnten die Herzen endlich ihre ultimativen Partner fürs Leben finden?

In Paul Abrahams Musik trifft nostalgisches Operettentimbre auf fetzigen Charleston und pulsierenden Jazz. Das ist einer der Gründe, warum Barrie Koskys Inszenierung von Abrahams Ball im Savoy auch über fünf Jahre nach ihrer umjubelten Premiere 2013 ein absoluter Kracher ist und im Frühjahr 2019 auf den Spielplan zurückkehrt. Auch musikalisch lädt Viktoria und ihr Husar zu einer Reise kreuz und quer über den Globus und präsentiert eine weitere Facette von Abrahams schillernden Œuvre: Dank der farbenreichen Klänge werden die Schauplätze in der Musik greifbar. In Japan mischen sich exotische fernöstliche Töne in die Partitur, in Russland seufzen schwermütige Chöre, in Ungarn blitzt der Csárdás auf.

Weitere Informationen zu Besetzung, Terminen und Ticketpreisen sowie zum Werk auf den folgenden Seiten
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