12.04.2019

Moritz Eggerts neue Oper »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«: Barrie Kosky inszeniert erstmals in Berlin ein Auftragswerk / Premiere: 5.5.

Musiktheater zwischen Oper, Hörspiel und Großstadtsinfonie nach Fritz Langs Film | Uraufführung unter der Leitung von Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis
Premiere: Sonntag, 5. Mai 2019 | 19 Uhr

Fritz Langs berühmter Kriminalfilm M – Eine Stadt sucht einen Mörder aus dem Jahre 1931 wird zum Ausgangspunkt einer neuen, ungewöhnlichen Oper. Die Vertonung des mehrfach ausgezeichneten Pianisten und Komponisten Moritz Eggert basiert auf einem Libretto, das Textpassagen des Drehbuchs mit Kinderliedern und Gedichten von Walter Mehring kombiniert. Anders als im Film steht im Zentrum des Werks der Mörder. Und auch Eggerts Partitur will neue Wege beschreiten: Sprache, Geräusche und Musik vereinigen sich zu einem irisierenden Klanggemälde, das die Opernbesucher*innen mithilfe eines elektronisch verstärkten und teilweise verfremdeten Surround-Klangs in den Kopf des Mörders entführt. Eine wilde Mischung aus liedartigen Melodien, sphärischen Klangräumen, Drehorgeln, Jazz und Synthesizern ergeben ein Stadt-Klangbild, das gleichermaßen die bedrohlich empfundene Außenwelt schildert wie es inneres Seelengemälde des Gejagten ist.
28.03.2019

Gabriela Montero trifft auf Mozart und Schostakowitsch

Debüt von Dirigent José Luis Gomez beim Orchester der Komischen Oper Berlin
Freitag, 12. April 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Zwei Klavierkonzerte, wie sie kaum unterschiedlicher sein können: Dmitri D. Schostakowitsch hat sein 1933 entstandenes erstes Klavierkonzert einmal als »spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzertgestus« beschrieben. Seine anarchisch-subversive Auseinandersetzung mit der Gattung, in der sich Fetzen und Versatzstücke unterschiedlichster Herkunft zu einem frechen und teilweise irritierendem Patchwork zusammenfügen und eine Trompete dem Klavier den Solopart streitig macht, erscheint fast wie eine Parodie auf die klassische Form, für die Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 14 in Es-Dur ein Vertreter par exellence ist: ein perfekt austariertes Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester, ausgewogen und klar strukturiert. Das Sinfoniekonzert des Orchesters der Komischen Oper Berlin bietet am 12. April Gelegenheit, diese beiden so unterschiedlichen Vertreter der Gattung in der Interpretation einer Pianistin zu erleben, die sich wie kaum eine andere gleichermaßen einen Namen als Interpretin des Repertoires und – durch ihr herausragendes Improvisationstalent – als Erneuerin der klassischen Konzertaufführung gemacht hat: Gabriela Montero.

Gerahmt werden die beiden Klavierkonzerte von jeweils verwandten Orchesterwerken. Das Libretto zu Schostakowitschs Ballettmusik Das goldene Zeitalter erzählt eine absurde Geschichte mit einfacher politischer Botschaft: Arbeiter aller Länder, vereinigt euch! Der Komponist schildert 1930 einen turbulenten Klassenkampf in Form eines Pasticcios aus den unterschiedlichsten Tänzen, von Cancan über Tango bis hin zur Pas-de-Deux-Parodie – humorvoll, voller Energie und Farben. Wie auch sein erstes Klavierkonzert trafen die durch Leichtigkeit und Humor geprägten Werke nicht den Geschmack des linientreuen »Sozialistischen Realismus«. Das goldene Zeitalter überlebte nur in Form einer Suite, Schostakowitschs erstes Klavierkonzert wurde erst spät wiederentdeckt. Mozarts Sinfonie Nr. 40 in   g-Moll, die vier Jahre nach dem ebenfalls im Konzert zu hörenden Klavierkonzert Nr. 14 entstand und im zweiten Konzertteil erklingt, zählt zu seinen bekanntesten Werke, obwohl – oder gerade weil – seine Stimmung kaum greifbar ist. Sie pendelt zwischen besorgter Unruhe und freudiger Erwartung, schlägt von einem Moment zum nächsten in die andere Richtung um – mit einer anarchischen Leichtigkeit, wie es nur die Musik vermag. Die musikalische Leitung des Konzerts liegt in den Händen des im Heimatland von Gabriela Montero, Venezuela, geborenen spanischen Dirigenten José Luis Gomez. Den Trompeten-Solopart übernimmt Michael Stodd
13.02.2019

Zehn Jahre »Abenteuer Oper!« / ab 18. Feb

Das generationenübergreifende Abenteuer für Grundschüler*innen und Senior*innen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Leben geht weiter
Projektwochen ab 18. bzw. 25. Februar sowie 11. März 2019

Das generationenübergreifende Projekt der Komischen Oper Berlin und der Stiftung Berliner Leben bringt Szenen der Kinderoper auf Schulbühnen. Medienvertreter*innen sind herzlich eingeladen zu den Workshops sowie zu der Vorstellung Die Bremer Stadtmusikanten in der Komischen Oper Berlin und einem Nachgespräch mit Schüler*innen.

Im Februar 2019 geht das Projekt »Abenteuer Oper!« der Komischen Oper Berlin und der Stiftung Berliner Leben in die zehnte Saison. Dabei erarbeiten Grundschüler*innen mit Unterstützung von Senior*innen aus strukturschwachen Berliner Kiezen in Spandau und Kreuzberg während einer fünftägigen Projektwoche eine eigene Schulaufführung. In diesem Jahr steht die deutsch-türkische Kinderoper Die Bremer Stadtmusikanten – Bremen Mızıkacıları im Fokus der Projektarbeit – und später auf der Bühne.
Die Vorbereitungen auf die Schulaufführung vor den Mitschüler*innen und Familien bietet Raum für persönliche Interpretationen des klassischen Märchenstoffes und ermutigt die Projektteilnehmer*innen, einen eigenen Ausdruck für die von ihnen gewählten Charaktere zu finden. Ihren Abschluss finden die Projektwochen im April mit dem Besuch der Aufführung durch das Ensemble der Komischen Oper Berlin. Hier erleben die Kinder und Senior*innen mit ihren Familien, wie die Profi-Sänger*innen die Charaktere und Themen auf die Bühne bringen.
11.02.2019

Midori interpretiert Schumanns Violinkonzert / 22.2.

Im Sinfoniekonzert unter der Leitung von Hermann Bäumer trifft Robert Schumann auf Jean Sibelius und Felix Mendelssohn Bartholdy
Freitag, 22. Feb 2019 | 20 Uhr Konzert | 19:15 Uhr Einführung

Robert Schumanns einziges Konzert für Violine und Orchester blickt auf eine wechselvolle Geschichte zwischen Scheitern und Vergessen, propagandistischer Instrumentalisierung, musikalischer Verfälschung und später Renaissance. Nun interpretiert die seit mehr als 30 Jahren weltweit gefeierte japanische Geigenvirtuosin und UN-Friedensbotschafterin Midori Schumanns letztes Orchesterwerk gemeinsam mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Hermann Bäumer, flankiert von Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Jean Sibelius.

Robert Schumanns Violinkonzert entstand aus der engen künstlerischen Freundschaft des Ehe-paars Schumann mit dem jungen Geigenvirtuosen Joseph Joachim. Dieser bat Schumann um ein Solokonzert. Zwei geplante Uraufführungstermine 1853 und 1854 scheiterten, weil man doch dem Beethoven-Violinkonzert den Vorzug gab bzw. weil sich Joachim als Dirigent und Solist in Personalunion wohl überschätzte. Nach Schumanns Selbstmordversuch im März 1854 wurde es still um das Violinkonzert. Als der Komponist zwei Jahre später verstarb, wanderte das Manuskript über Joseph Joachim ins Archiv und geriet bis in die 1930er Jahre in Vergessenheit. Die nationalsozialistische Kulturpolitik grub es wieder aus, nachdem Mendelssohns Violinkonzert als »entartet« von den Konzertspielplänen verbannt wurde. Ein prominenter Ersatz sollte etabliert werden. Der Geiger Georg Kulenkampff und die Berliner Philharmoniker unter Karl Böhm sicherten sich 1937 – 84 Jahre nach Schumanns Tod – eine propagandistisch inszenierte Uraufführung. Um das Werk für Kulenkampff spielbar zu machen, hatte man allerdings starke Eingriffe in der angeblich unspielbaren Solostimme vorgenommen. Nur wenige Wochen später widerlegte Yehudi Menuhin die behauptete Unspielbarkeit, indem er das Werk in der Originalfassung in den Vereinigten Staaten spielte. Seit den 1950er Jahren setzten sich zahlreiche Geiger für das Violinkonzert ein und es erlebte eine Renaissance, die 2009 mit einer umfassend recherchierten Urtextausgabe bekräftigt wurde.

In der zweiten Konzerthälfte erklingt die Sinfonie Nr. 5 in Es-Dur von Jean Sibelius – eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Strömungen der Moderne, in die Sibelius Natureindrücke seiner finnischen Heimat hat einfließen lassen. Den Konzertauftakt bildet die Konzertouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieser ließ sich dafür von Gedichten seines Freundes Goethe inspirieren.
05.02.2019

Unisono für Vielfalt - Konzert für eine offene Gesellschaft / 24.3.

Die Berliner Orchester für Respekt und Toleranz
Sonntag, 24. März 2019, 16 Uhr im Konzerthaus Berlin

Erstmals in ihrer Geschichte schließen sich sieben große Berliner Orchester zusammen, um ein Konzert für eine offene und diverse Gesellschaft zu geben. Am 24. März um 16 Uhr spielen Musiker*innen der Berliner Philharmoniker, der Staatskapelle Berlin, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, des Konzerthausorchesters Berlin, des Orchesters der Deutschen Oper Berlin und des Orchesters der Komischen Oper Berlin unter dem Motto »Unisono für Vielfalt – Konzert für eine offene Gesellschaft« gemeinsam im Konzerthaus Berlin. Am Pult wird die Dirigentin Marie Jacquot zu erleben sein, durch das Konzert führt der Schauspieler Matthias Brandt. Das musikalische Programm reflektiert die Vielfalt der Orchestermitglieder und damit die der Gesellschaft: mit Kompositionen aus der Türkei, Tschechien, Argentinien, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und anderen, von Johannes Brahms’ Ungarische Tänze über Paul Dukas’ La Péri und Astor Piazzollas Libertango bis hin zu Tōru Takemitsus Signals from Heaven und Ulvi Cemâl Erkins Köçekce-Suite. Die Orchester plädieren auf diesem Weg für Respekt und Toleranz, für Vielfalt nicht nur in den eigenen Reihen, sondern in der bundesdeutschen Gesellschaft.

Die sieben großen Berliner Orchester verstehen sich als Sinnbild für die Vielfalt der deutschen Gesellschaft. Auf die Verankerung im Kulturleben der Bundesrepublik Deutschland verweisen schon einige Namen dieser durch den Staat finanzierten Ensembles: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin oder Orchester der Deutschen Oper Berlin. Zugleich gibt es wohl kaum Gruppen, die diverser und internationaler sind als die großen Berliner Orchester. Die Wurzeln der Musiker*innen reichen in die ganze Welt, u.a. nach China und Südkorea,  auf die arabische Halbinsel, in die USA, nach Südamerika, Russland, Australien und inviele europäische Länder.

Das Projekt, das Musiker*innen des Orchesters der Komischen Oper Berlin ins Leben gerufen haben, wird eigenverantwortlich von Orchestermusiker*innen aller Orchester als Gemeinschaftsprojekt ausgearbeitet und organisiert. Alle Einnahmen des Konzerts fließen einem gemeinnützigen Zweck zu.

Karten für 8 € (ermäßigt 5 €) sind im Konzerthaus Berlin erhältlich.
www.konzerthaus.de
+49 (0)30 20 30 9 2101

Kontakt: Dr. Andrea C. Röber, Komische Oper Berlin
a.roeber@komische-oper-berlin.de, +49 30 202 60 370
31.01.2019

Kultursenator Klaus Lederer stellt Leitungsteam für die Komische Oper Berlin ab 2022/23 vor

Susanne Moser und Philip Bröking werden Ko-Intendant*innen während der Generalsanierungs-Phase, Barrie Kosky wird für diese fünf Spielzeiten Hausregisseur
Für die Interimsspielzeiten während der geplanten Generalsanierung ab 2022 übernehmen Susanne Moser und Philip Bröking die Intendanz, Barrie Kosky bleibt der Komischen Oper Berlin als Hausregisseur künstlerisch eng verbunden.

Auf einer Pressekonferenz in der Komischen Oper Berlin stellte Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, am heutigen Donnerstag gemeinsam mit Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur, das Leitungsteam des Hauses ab der Spielzeit 2022/23 vor, wenn das Haus in der Behrenstraße für voraussichtlich fünf Jahre generalsaniert wird und das Ensemble in andere Spielstätten ausweichen muss. Mit Susanne Moser, seit 2005 Geschäftsführende Direktorin, und Philip Bröking, seit 2005 Operndirektor, führen zwei enge Mitglieder aus dem aktuellen Leitungsteam der Intendanz von Barrie Kosky ab Sommer 2022 als Ko-Intendant*innen die Komische Oper Berlin durch diese herausfordernde Interimszeit und sorgen für größtmögliche Kontinuität und Stabilität. Künstlerisch gibt Barrie Kosky als Hausregisseur in den Interimsspielzeiten mit zwei Inszenierungen jährlich prägende Impulse für das Profil des Hauses. Damit bleibt er der Komischen Oper und der Stadt Berlin auch über das Ende seiner Intendanz eng verbunden.

Barrie Koskys Vertrag als Intendant läuft mit Ende der Spielzeit 2021/22 aus. Ab 2022 ist für das Haus eine auf fünf Jahre angesetzte Generalsanierung geplant, während der das Ensemble an unterschiedlichen Spielstätten in der Stadt Produktionen präsentieren wird. Auch als Ko-Intendant*innen bleiben Susanne Moser Geschäftsführende Direktorin und Philip Bröking Operndirektor.
17.01.2019

Ainārs Rubiķis und Daniel Lozakovich im Sinfoniekonzert | 1.2.

Beethoven trifft auf Respighi
Bei seiner Uraufführung im Jahr 1806 fiel Beethovens Violinkonzert bei Publikum und Presse durch. Unter anderem wurde über »unendliche Wiederholungen« geklagt – zu ungewohnt waren noch die Länge des Konzerts und die kompositorische Struktur voller dramatischer Kontraste. Erst als der junge Geigenvirtuose Joseph Joachim es 1844 unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy in London gespielt hatte, wurde es vom gattungsbildenden Prototyp zu einer festen Größe im Konzertrepertoire und gilt inzwischen als Idealfall eines Solokonzertes. Der 17jährige schwedische Violinist Daniel Lozakovich, der bereits mehrfach mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin gastiert hat, nimmt sich jetzt dieses herausragenden Werks an.

Mit diesem dritten Sinfoniekonzert beendet Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis seine Drei-Konzertreihe zum Auftakt seiner Berliner Amtszeit. Er rahmt das Violinkonzert mit zwei Werken, die jeweils Brücken zwischen Gegenwart und Vergangenheit schlagen: Die Kunstfertigkeit, mit der Beethoven in seiner Großen Fuge B-Dur op. 133 kontrapunktische Techniken des Barockzeitalters mit formalen Gestaltungsprinzipien seiner Tage zu vereinbaren wusste, erwies sich als zukunftsweisend. Auf der Basis eines überschaubaren motivisch-thematischen Bestands förderte er so eine nahezu unbegrenzte Vielfalt musikalischer Ausdruckswerte zu Tage. Komponisten wie Johannes Brahms oder Arnold Schönberg scheinen ohne das Vorbild von Beethovens Großer Fuge, die in Felix Weingartners zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Bearbeitung für Streichorchester erklingt, kaum denkbar.

Ottorino Respighis 1926 entstandene, ebenso opulent wie farbenreich instrumentierte Vetrate di chiesa stellen eine Folge musikalischer Stimmungsbilder dar, die von den gregorianischen Chorälen der mittelalterlichen Musik inspiriert sind, versinnbildlicht durch die titelgebenden Kirchenfenster. Respighi gehört zu einer um 1880 geborenen Gruppe italienischer Komponisten, die der Meinung waren, dass die reine Instrumentalmusik in ihrer Heimat seit dem kometenhaften Aufstieg der Oper vernachlässigt worden sei. Während Beethoven mit seinem op. 133 aus dem 18. bereits ins 19. Jahrhundert weist, so wendet Respighi mit seinen Vetrate di chiesa in spätromantisch verklärender Weise den Blick zurück auf einer lange zurückliegende Musikepoche.
10.01.2019

Junge Kompars*innen für Musiktheater-Uraufführung gesucht / Casting: 29.1.

Komische Oper Berlin sucht 6- bis 11-Jährige für »M – Eine Stadt sucht einen Mörder«
Casting: Mittwoch, 29. Jan 2019 | 16 Uhr | Komische Oper Berlin, Behrenstraße 55-57, Mitte

Die Komische Oper Berlin sucht Kinder, die Lust dazu haben, in M – Eine Stadt sucht einen Mörder, einer Uraufführung des Komponisten Moritz Eggert nach dem gleichnamigen Film von Fritz Lang, auf der großen Bühne als kleine Erwachsene verkleidet mitzuwirken. Eine ganze Stadt – Polizisten, Kriminalbeamte, Diebe, Einbrecher, Hehler, Bürger, Bettler, Betrüger u. a. – jagt einen Mann, der verantwortlich ist für die Morde an mehreren Mädchen. Die Regie übernimmt Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky. Premiere ist am 5. Mai 2019, bis zum 26. Juni finden insgesamt sechs Vorstellungen statt. Die Proben beginnen an 25. März, durchschnittlich wird es für die Kinder zwei bis drei Proben pro Woche geben.

Den jungen Kompars*innen kommt in Barrie Koskys Inszenierung eine zentrale Rolle zu. Sie zeigt auf der Bühne eine verfremdete Welt, in der alle erwachsenen Charaktere von Kindern in Masken mit den Zügen von Erwachsenen und entsprechenden Kostümen dargestellt werden. Auf der Bühne gibt es nur einen einzigen wirklich erwachsenen Mann, den Mörder, der sich inmitten von zu klein geratenen Erwachsenen mit seltsam erstarrten Gesichtern und leicht übergroßen Köpfen bewegt. Die Morde bzw. die Opfer sind in der Oper (wie auch im Film) in keiner Form zu sehen. Bei den Kindern, die auf der Bühne vom Mörder verführt werden, wird es sich um Puppen handeln – ein weiteres verfremdendes Element.

Zum Casting am 29. Januar um 16 Uhr in der Komischen Oper Berlin sind Kinder zwischen 6 bis 11 Jahren bis Körpergröße 155 cm herzlich eingeladen. Um vorherige Anmeldung bei Heike Maria Preuss, Leiterin der Komparserie (h.preuss@komische-oper-berlin.de), wird gebeten. Frau Preuss steht auch gern bei Rückfragen zur Verfügung. Details zu Proben und Vorstellungsterminen unten.
09.01.2019

Barrie Kosky inszeniert Puccinis »La Bohème«

Ensemblemitglied Nadja Mchantaf debütiert als Mimì | Dirigent: Jordan de Souza
Premiere: Sonntag, 27. Januar 2019 | 19 Uhr (mit Live-Stream auf www.OperaVision.eu)

Lebenslust im Angesicht des Todes – La Bohème ist eine bewegende Hommage an die Kunst, das Leben und seine Flüchtigkeit. Puccinis 1896 uraufgeführtes Meisterwerk schildert große Gesellschaftsbilder in realistischen Klangfarben, kontrastiert Momente zwischen Armut und Vergnügen im Pariser Großstadt-Leben mit Augenblicken zarter Innerlichkeit und überwältigender Gefühlsausbrüche, aber auch mit der egoistischen Kälte der Jugend.

Regisseur Barrie Kosky erzählt La Bohème als eine zeitlose Geschichte in einem abstrakt-historischen Paris um 1850, der Entstehungszeit von Henri Murgers Scènes de la vie de bohème, die die Grundlage der Oper bildeten. Dabei wird die kurz zuvor entwickelte Technik der Daguerreotypie, einer frühen Form der Fotografie, zum zentralen Gestaltungselement der Ausstattung von Rufus Didwiszus (Bühne) und Victoria Behr (Kostüm). Ihr visueller Charakter zeichnet sich durch metallische Oberflächen und eine grau-schwarze Farbigkeit aus. Die einst so überraschend lebensnahen, heute aber stark verblassten Abbilder werden in Koskys Inszenierung zum Sinnbild für Vergänglichkeit: ein vergängliches Leben, eine vergängliche Jugend, eine vergängliche Liebe …

Ein junges Ensemble verkörpert Leben, Liebe und Leiden der Figuren zwischen Lebenslust und Überlebenskampf: Ensemblemitglied Nadja Mchantaf gibt nach ihren großen Erfolgen als Rusalka, Cendrillon und Tatjana ihr Rollendebüt als Mimì, an der Seite des österreichisch-australischen Tenors Gerard Schneider als Rodolfo. Als Musetta und Marcello sind die Ensemblemitglieder Vera-Lotte Böcker und Günter Papendell zu erleben. Ab 14. Februar 2019 singt die Premierenbesetzung im Wechsel mit Heather Engebretson (Mimì), Huw Montague Rendall (Marcello), Hera Hyesang Park (Musetta) sowie Jonathan Tetelman (Rodolfo, ab 30.4.)

Musikalisch spüren Barrie Kosky und Jordan de Souza am Pult des Orchesters der Komischen Oper Berlin in der fünften La-Bohème-Inszenierung in der Geschichte des Hauses – der ersten in italienischer Sprache – unter den Aufführungstraditionen und -routinen den ursprünglichen Intentionen von Puccinis Musik nach. Jenseits von inflationär eingesetzten Rubati und langgezogenen Tempi, die sich bei der musikalischen Interpretation vielfach eingebürgert haben, legen sie den Schwerpunkt auf den erzählerischen Charakter der Partitur, auf das musikalisch Konkrete der dramatischen Handlung und der geschilderten Gefühle.

Die Premiere von La Bohème wird als zweiter Stream der laufenden Spielzeit über www.OperaVision.eu live übertragen und ist dort nach der Premiere noch 6 Monate abrufbar. Die letzte geplante Übertragung dieser Saison ist die Uraufführung von Moritz Eggerts M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Regie: Barrie Kosky) am 5. Mai 2019.
08.01.2019

Peter und der Wolf-Projekt gibt musikalische und sprachliche Impulse für Willkommensklassen

Neuer Jahrgang im Herbst gestartet | Abschluss im Juni 2019
Das Willkommensklassenprojekt der Komischen Oper Berlin rund um Sergej S. Prokofjews Peter und der Wolf geht in der Spielzeit 2018/19 in seine dritte Saison. Die Schüler*innen nähern sich einerseits einem klassischen Stoff des westlichen Kinderkonzertrepertoires und finden andererseits künstlerische Wege, die eigene Lebensgeschichte zu erzählen, die deutsche Sprache zu lernen und ihren Körper als Kommunikations- und Ausdrucksmittel zu entdecken.

Seit November 2018 streunen Peter und der Wolf durch die Feldmark-Schule in Neu-Hohenschönhausen. Wir bieten Journalist*innen an, die Schüler*innen auf ihrer interessanten Reise von den ersten neuen Worten, über eigene Szenen und einen ersten Besuch im Opernhaus bis hin zur zweisprachigen Aufführung im Juni 2019 zu begleiten. Bitte sprechen Sie uns zeitnah darauf an, da diese Plätze begrenzt sind, um die schöpferische Atmosphäre in den Willkommensklassen nicht zu sehr einzuschränken. Natürlich können Sie auch nur einen einzelnen Termin besuchen, um einen Eindruck von der integrativen Kraft dieses Projektes zu bekommen.
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