Selam Opera! – Das interkulturelle Projekt
der Komischen Oper Berlin

Die Komische Oper Berlin versteht sich als ein offenes Opernhaus und setzt auf Vielfalt. Daher möchte sie verstärkt ein türkeistämmiges Publikum für Oper begeistern und sich als einen Ort des regen gesellschaftlichen Dialogs aller Kulturen etablieren. Mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin besteht darüber hinaus ein umfangreiches Vermittlungsangebot. Das zentrale Element des Projekts »Selam Opera!« ist der Dialog, die Gelegenheit zu einem offenen Austausch.

Türk Müzik Festivali

16. bis 18. September 2016

Nach fünf Jahren SELAM OPERA! widmet die Komische Oper Berlin ein ganzes Festivalwochenende der türkischen Musik. Große und kleine Ensembles, Gäste, Musiker_innen, Sänger_innen und DJs präsentieren ein vielfältiges Musikrepertoire in all seinen Facetten – von der traditionellen Volksmusik (Halk Müziği) über kurdische Lieder und Neue Musik bis hin zu Türkçe Pop.

Der Operndolmuş auf den Spuren der Gastarbeiterroute

Seit 2012 trägt die Komische Oper Berlin im Rahmen des interkulturellen Projekts »Selam Opera!« mit ihrem »Operndolmus« Musiktheater in die Kieze der Hauptstadt. Der Operndolmuş ist eine Musiktheater-Vorstellungin Kleinbus-Besetzung: zwei Sänger_innen und drei Musiker_innen sowie ein_e Moderator_in fahren gezielt in Stadtteile, in denen besonders viele Bürger_innen unterschiedlicher kultureller Herkunft leben, und zeigen durch musikalische, künstlerische und persönliche Begegnungen, dass Musiktheater eine universell verständliche Sprache sprechen kann.

Premiere im Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Im Sommer 2016 ging der Operndolmuş auf eine mehr als 3000 km lange Reiseentlang jener Strecke, die viele als »Gastarbeiter« in West-Deutschland tätige Arbeitsmigranten seit den 1960er Jahren alljährlich nutzten, um im Urlaub für einige Wochen in ihre ursprünglichen Heimatorte zurückzukehren. In einer eigens für diese Reise entstandenen 45-minütigen Musiktheaterrevue wird den äußeren Beweggründen und seelischen Bewegungen nachgespürt, die die Menschen zu allen Zeiten dazu antrieb, ihr Glück in der Ferne zu suchen, wenn auch zum Preis der Sehnsucht nach der verlassenen Heimat. Das Programm gestaltet sich dabei zugleich als Kurztrip durch die Geschichte des Musiktheaters: von den Anfängen der Oper in der italienischen Renaissance bis hin zum Berliner Jazz-Musical der wilden 1920erJahre. Der Operndolmuş startete mit seinem neuen Programm in Berlin und fuhr über München, Wien, Belgrad und Sofia nach Istanbul.

Videotagebuch

Die Opernreise wurde von einem Videoteam begleitet! Die Filme sind ebenso in unserem Blog zu sehen! Die Filme dauern 2-3 Minuten dauern und zeigen Hintergrundinfos, Entstehung, die Reise und natürlich die Auftritte selbst.

Das deutsch-türkische Onlinemagazin renk. berichtet von einer Tour mit dem Operndolmuş

Fotograf: Michael Kuchinke-Hofer
»Marat, der die Aufführung mit konzentrierter Stirnfalte in den hinteren Reihen verfolgt hat, zeigt sich als Fan klassischer Musik. »Ich liebe Die Hochzeit des Figaro. Es war spannend, die Szene in diesem engen Raum begrenzt zu sehen, bemessen auf so kurze Zeit«, sagt er. Seine Mitschülerin Cetita Combé ist hin und weg: »Sie haben meine Erwartungen übertroffen. Alle. Der Tenor war unglaublich, die Akustik und die Pointen saßen. Auch die Carmen auf Türkisch war so besonders«.

Heimatabend – Heimatlieder aus Deutschland

Foto: Valerie Schmidt
Als Opernhaus, das sich gelebte Vielfalt auf seine Fahnen geschrieben hat, wurde die Komische Oper Berlin zum Aufführungsort eines ganz besonderen »Heimatabends«: Heimatlieder aus Deutschland – Musik, die es immer schon gab und die jetzt in Berlin in einem ganz neuen Kontext aufgeführt wird.

Die Künstler: 120 Musiker/innen aus 13 Nationen, alle in Berlin verwurzelt. Sie gehören zu den Nationen, die von der DDR und der BRD im Rahmen von Gegenseitigkeitsabkommen in den 50er, 60er und 70er Jahren nach Deutschland eingeladen wurden: Griechenland, Italien, Kuba, Kroatien, Marokko, Mosambik, Polen, Portugal, Serbien, Spanien, Südkorea, Türkei und Vietnam. Mehr Infos

Jetzt zu bestellen: die Publikation »Selam Opera! Interkultur im Kulturbetrieb«

Mustafa Akça
Projektleiter »Selam Opera!«
Mitarbeiter für Dramaturgie
Telefon (030) 202 60 492
E-MAIL

Oliver Brandt
Referent PR & Interkulturelle Kommunikation
Telefon (030) 202 60 386
E-MAIL
»›Jawoll‹ ruft es aus dem Publikum. So nah ist man den Sängern sonst nie, selbst wenn man in der Oper in der ersten Reihe säße ... Eine sagt: ›Also, mein Herz habt ihr erobert.‹ Das Operndolmus scheint zu funktionieren.«
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Die Komische Oper Berlin ist das erste Opernhaus der Welt, das Untertitel in vier Sprachen anbietet. Jeder Sitzplatz ist mit einer Übersetzungsanlage ausgestattet, durch die sich der gesungene Text während der Vorstellung individuell mitverfolgen lässt: auf Deutsch, Englisch, Französisch – und Türkisch!
Im Rahmen von »Selam Opera!« bietet die Komische Oper Berlin ein umfangreiches Vermittlungsprogramm rund um die aufregende Welt des Musiktheaters an. Zu allen Produktionen können Workshops besucht werden, in denen die Opern spielerisch erkundet werden. Auch interkulturelle Themen stehen dabei im Fokus. Die Workshops richten sich an alle Altersgruppen von jung bis alt.
Seit der Spielzeit 2012/13 fährt der »Operndolmuş« (der Name spielt mit der Bezeichnung für Sammeltaxis in der Türkei), ein Kleinbus, mit dem Sänger und Musiker der Komischen Oper Berlin regelmäßig Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen besuchen und vor Ort ein musikalisches Vermittlungsprogramm präsentieren. Außerdem wurde der »Operndolmuş« in der Spielzeit 2014/15 um ein Programm für Kinder und deren Familien ergänzt, das in Schulklassen, Elterncafés und interkulturellen Familienzentren aufgeführt wird.
Chorsingen verbindet: Etwa 80 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren singen im Kinderchor der Komischen Oper Berlin. Sie bekommen kostenlos professionellen Schauspiel- und Gesangsunterricht und sind in zahlreichen Opernaufführungen auf der Bühne zu erleben. Zur Spielzeit 2012/13 konnten 25 Kinder mit türkischen Wurzeln in den Kinderchor aufgenommen werden.
»Sesam, öffne dich!« – Die deutsch-türkische Kinderoper Ali Baba und die 40 Räuber aus der Feder des in Berlin lebenden türkisch-kurdischen Komponisten Taner Akyol wurde im Oktober 2012 im Rahmen von »Selam Opera!« uraufgeführt. Türkische Instrumente wie Zurna und Kaval trafen dabei auf Oboe und Querflöte, türkische Textpassagen auf deutsche, orientalische Melodien auf Operngesang.
Um auch zukünftig türkeistämmige Kinder, Jugendliche, Erwachsene für die faszinierende Welt des Musiktheaters zu begeistern, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Engagieren Sie sich als Förderer bei diesem Projekt, das wir langfristig fortsetzen und ausweiten möchten.

»Dolmuş« (übersetzt: »voll«) ist in der Türkei die Bezeichnung für einen Kleinbus. Der mit zwei Sängern, drei Musikern und einem Dramaturgen der Komischen Oper Berlin voll besetzte Bus fährt ab sofort Begegnungsstätten, Migrantenorganisationen oder auch Bildungseinrichtungen in Stadtteilen mit einem besonders hohen Anteil an Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen an.
Ein ganzes Wochenende wird die Vielfalt türkischer Musik gefeiert. Von anatolischer Folklore bis zu zeitgenössischen türkischen Kompositionen.
Informationen zu allen Premieren, Wiederaufnahmen, Festivals, Konzerten und Sonderveranstaltungen ...