Von Schifferklavieren und Schweineorgeln

Das Akkordeon im Fokus
Ksenija Sidorova © Dario Acosta
Nachdem bereits die Melodika an der Komischen Oper Berlin durch die Uraufführung von Iiro Rantalas Kinderoper Die Zaubermelodika mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht wurde, rückt im Januar 2021 ein weiteres Instrument aus der Harmonika-Familie in den Mittelpunkt: das Akkordeon.

Bekannt als Ziehharmonika, Schweineorgel oder Schifferklavier wird das Akkordeon heute schnell als rein volkstümlich abgestempelt. Als der Wiener Instrumentenbauer Cyrill Demian 1829 das Patent für sein »Accordion« anmeldete, schwärmte er jedoch von der großen Palette von musikalischen Stilen, die dem Instrument zur Verfügung stehen. Das Akkordeon, so merkte er im Patentpapier zudem an, »dürfte für Individuen beiderlei Geschlechts eine willkommene Erfindung seyn«. Tatsächlich wurde das Instrument auch bei Musikerinnen beliebt. Eine der ersten Akkordeon-Virtuosinnen jener Zeit war Louise Reisner, die als femme-accordéoniste in den angesehenen Pariser Konzertsälen und Salons der 1830er-Jahre auftrat und Musikstücke eigens für das Akkordeon komponierte.

Im vierten Sinfoniekonzert der Spielzeit präsentiert die lettische Star-Akkordeonistin Ksenija Sidorova ein recht junges Werk für das Akkordeon: die 2011 uraufgeführte Partita Nr. 2 Mactoub des ukrainischen Komponisten Artem Nyzhnyk.

Sinfoniekonzert 4

Fr, 28. Januar 2022, 20 Uhr

Dirigent Ainārs Rubiķis
Solistin Ksenija Sidorova, Akkordeon

Béla Bartók Der wunderbare Mandarin op. 19
Artem Nyzhnyk Mactoub, Partita Nr. 2
Pjotr I. Tschaikowski Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 Pathétique

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