Selam Opera - aktuell!

© Iris Janke
© Iris Janke

Operndolmfür Kinder

Ben und Henry
Neu-Berliner Hahn trifft auf Alt-Berliner Bär. Mobile Kammeroper für Grundschüler*innen im Rahmen von »Selam Opera!«

»Aber ick lebe hier! Hier ist nur Platz für MICH!« singt Ben. Der Bass-Bär liebt es gemütlich und Henry Hahn ist ein hibbeliger Zeitgenosse – schrill und bunt und laut. Andererseits singt er als Sopran wirklich schön und mit ihm ist es gewiss nie langweilig. Damit nimmt sich diese reisende Oper für Kinder eines wesentlichen menschlichen Themas an: Wie können und wollen wir zusammen leben, obwohl wir so verschieden sind?

Der Operndolmuş für Kinder ergänzt seit 2014 das interkulturelle Projekt der Komischen Oper Berlin »Selam Opera!« um ein Programm für Kinder zwischen fünf und acht Jahren. Nun ist hierfür erstmals eine Auftragskomposition entstanden, die seit November 2018 in verschiedenen Berliner Schulen gastiert. Dank engagierter Förderer, ist dies für die Schulen kostenlos. Der in Izmir lebende Komponist Attila Kadri Şendil (Bremer Stadtmusikanten – Bremen Mızıkacıları) vertonte das Libretto von Susanne Felicitas Wolf (Schneewittchen und die 77 Zwerge) und schuf eine 45-minütige Kammeroper in der sich Ben, der gemütliche Berliner Bär, und Henry Hahn, ein schillernder Neu-Berliner auf der Suche nach einem neuen Zuhause, begegnen.

Wie der Operndolmfür Kinder in Ihre Schule kommt ...


Schulen, die Ben und Henry zu sich einladen möchten, können sich direkt
an das Team von »Selam Opera!« wenden: selamopera@komische-oper-berlin.de. Voraussetzung hierfür ist, dass die Schulen über eine Aula oder einen Mehrzweckraum verfügen. Das Programm richtet sich an Grundschüler der Klassen 1-3. An der Schule können zwei Aufführungen hintereinander sattfinden. Pro Aufführung sollten nicht mehr als 50 Kinder teilnehmen.





Dierderer

Wir danken unseren Förderern, die Ben und Henry möglich gemacht haben! Das Projekt »Selam Opera!« und die Uraufführung des Operndolmuş für Kinder könnten ohne das Engagement einiger wichtiger Partner nicht realisiert werden. Die Robert Bosch Stiftung fördert bereits seit sieben Jahren »Selam Opera!« und ermöglicht, dass die überregional beachtete interkulturelle Initiative weiter ausgebaut werden kann. Die Deutsche Bank Stiftung ermöglicht Projekte, die kulturelle Erfahrungsräume öffnen und den Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen anregen. Sie fördert »Selam Opera!« von Anfang an. Dank der Bereitstellung mehrerer Fahrzeuge der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin kann der Operndolmuş seit seinem Bestehen Orte in Berlin und Umgebung besuchen. Die BTB GmbH Berlin versteht sich als Energieunternehmen mit fast 30jähriger Geschichte, das in und für Berlin da ist. In der Spielzeit 2018/19 engagiert sie sich erstmalig für den Operndolmuş. Neu hinzugekommen ist in dieser Saison außerdem die Stiftung Rotary Club Berlin, die mit ihrer Initiative »Menschen in Not« die Integration von Geflüchteten in der Hauptstadt fördern möchte und deshalb »Selam Opera!« unterstützt. Die GVL – Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten sowie die Hackenberg-Stiftung haben durch ihre Spende die Uraufführung des neuen Operndolmuş für Kinder mit ermöglicht. Nicht zuletzt setzt sich auch der Förderkreis Freunde der Komischen Oper Berlin e.V. nachhaltig für »Selam Opera!« und seine Projektbausteine ein.

Der Hintergrund

Attila Kadri Şendil
Ben und Henry
Operndolmuş für Kinder [2018]
Libretto von Susanne Felicitas Wolf
Uraufführung: 7. November 2018 | Neukölln (Rollbergviertel)

Besetzung
Jens Larsen: Ben
Mirka Wagner: Henry
Arnulf Ballhorn, Kontrabass
Juri Tarasenok, Bajan
Luise Sachse, Klarinette

Kreativteam
Mustafa Akça, Anisha Bondy, Oliver Brandt,
Maximilian Hagemeyer, Peter Tomek, Susanne Weiske
 
Dauer: ca. 45 min

Das Libretto

Susanne Felicitas Wolf schrieb das Libretto für dieseOper im Reiseformat. Sie ist Österreicherin und schrieb für die Komische OperBerlin bereits das Libretto für die Kinderoper Schneewittchen und die 77Zwerge. Außerdem stammen die deutschen Textbearbeitungen der drei Opern derMonteverdi-Trilogie (Orpheus, Odysseus, Die Krönung der Poppea) aus ihrerFeder. In dieser Spielzeit steht ihre Überarbeitung von Händels Poros auf demSpielplan. Wolf studierte in Wien Theaterwissenschaften, danach arbeitete sieals Dramaturgin am Schauspiel Frankfurt, dem Volkstheater Wien, demNiederösterreichischen Donaufestival und dem Schauspielhaus Wien. Sie schreibtTexte für Theater und Oper (Stücke, Dramatisierungen und Bearbeitungen) undproduziert auch freie, eigene Theaterproduktionen in Österreich undDeutschland. Für Ben und Henry tauchte sie tief in den Berliner Dialekt ein, umdem Bären Ben zum richtigen Ton zu verhelfen.

Der Komponist

Attila Kadri Şendil schuf die Komposition dieser Kammeroper. Er studierte zunächst Klarinette am Staatlichen Konservatorium in seiner Heimatstadt İzmir. Seine Kompositionsstudien führten ihn nach Paris und Istanbul sowie für seine Promotion an die University of Memphis (USA). Die mehrfach ausgezeichneten Kompositionen von Şendil, die in der Türkei, in Frankreich und in den Vereinigten Staaten aufgeführt wurden, decken ein breites Spektrum ab. Er komponiert sowohl für großes Orchester als auch für Kammerbesetzung und Solo-Instrumente. Derzeit ist Şendil als Leiter des Fachbereichs Komposition Fakultätsmitglied am Akdeniz University State Conservatory in Antalya. Im Herbst 2017 feierte mit Bremer Stadtmusikanten / Bremen Mızıkacıları die erste Auftragskomposition Şendils für die Komische Oper Berlin Premiere. Wie schon dort hat auch in Ben und Henry sein Instrument, die Klarinette, eine ganz besondere musikalische Rolle …


Selam Opera!

Das interkulturelle Projekt der Komischen Oper Berlin
© Robert Recker
© Robert Recker
Im Jahr 2011 rief die Komische Oper Berlin das interkulturelle Projekt »Selam Opera!« ins Leben. »Selam Opera!« nimmt das Selbstverständnis der Komischen Oper Berlin als »Opernhaus für alle« ganz wörtlich und möchte Anlässe zur Begegnung zwischen Stadtgesellschaft und Oper schaffen. Langfristig sollen so die Netzwerke zwischen dem Opernhaus und den Menschen in der Stadt gestärkt und dadurch auf eine verbesserte Kultur des Zusammenlebens hingearbeitet werden.

Die Sensibilisierung für das »Eigene« und das »Andere« regt dazu an, eingefahrene Muster zu verlassen und sich für eine erweiterte Auffassung von kultureller Bildung zu öffnen. Dabei steht nicht der klassische »Bildungsauftrag« im Mittelpunkt, der häufig auf die »Anhebung« des Gegenübers auf ein »höheres Niveau« abzielt, sondern das gemeinschaftliche Probieren und Tun. Dieses kulturelle Selbstverständnis zeigt sich nicht nur auf der Bühne des Opernhauses, sondern ebenso in der Zusammensetzung des Künstlerpersonals und kultursensiblen Mitarbeiter*innen. Auch das Publikum ist eingeladen, diesen Weg mitzugehen.

»Öffnung hin zur Stadt« heißt für die Komische Oper Berlin nicht nur, die Tore der Oper, ihre Musik und ihre ganz besondere Kunstform für jeden und jede unabhängig vom kulturellen, sozialen oder finanziellen Hintergrund weit aufzustoßen, sondern auch selbst die Schwelle des Hauses zu überschreiten, unter anderem mit dem Projekt des »Operndolmuş«.

Auch in der Arbeit auf der Bühne spiegeln sich die Ergebnisse der fortgeführten Auseinandersetzung mit dem Thema »Multikulturelle (Stadt-)Gesellschaft«, sei es im in der vergangenen Spielzeit veranstalteten »Türk Müzik Festivali« mit dem umjubelten Auftritt der renommierten Gruppe Kardeş Türküler und Superstar Candan Erçetin, sei es die Uraufführung der Kinderoper Die Bremer Stadtmusikanten (Bremen Mızıkacıları) aus der Feder des in Antalya lebenden Komponisten Attila Kadri Şendil. Hier hat nicht nur ein zeitgenössischer türkischer Komponist ein auch in der Türkei beliebtes deutsches Märchen vertont, hier wird auch nebeneinander auf Türkisch und Deutsch gesungen – und zwar ganz selbstverständlich. 

Übersetzungsanlage – Oper für alle

Nahezu jeder Sitzplatz in der Komischen Oper Berlin ist mit einem individuellen Untertitel-Display ausgestattet, auf dem der Text optional mitgelesen werden kann – und das in mehreren Sprachen (außer bei Konzerten, konzertanten Aufführungen und Kinderopern). Während die Übersetzungen ins Englische und Französische die Bedeutung Berlins für den internationalen Kulturtourismus unterstreichen, soll die Übersetzung ins Türkische auch als ein wichtiges Signal in die Stadt hineinwirken. Schließlich ist Berlin weltweit die Stadt mit der größten türkeistämmigen Gemeinde außerhalb der Türkei. Auch hier versteht sich die Komische Oper Berlin als »Opernhaus für alle«.


Operndolmuş

Seit der Spielzeit 2012/13 besucht der »Operndolmuş« (der Name spielt auf die in der Türkei üblichen Sammeltaxis an), ein Kleinbus voll besetzt mit Sänger*innen und Musiker*innen der Komischen Oper Berlin, regelmäßig Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Bürger*innen unterschiedlichster Kulturkreise und präsentiert vor Ort eine szenisch-musikalische Reise durch 500 Jahre Operngeschichte im Miniformat. Im Jahr 2014 wurde ergänzend der »Operndolmuş für Kinder« ins Leben gerufen, dessen Programm auf eine junge Zuhörerschaft (und deren Familien) abgestimmt ist und in Schulklassen, Elterncafés und interkulturellen Familienzentren aufgeführt wird.







Workshops

Im Rahmen von »Selam Opera!« bietet die Komische Oper Berlin ein umfangreiches Vermittlungsprogramm rund um die aufregende Welt des Musiktheaters an. Zu allen Produktionen können Workshops besucht werden, in denen die Opern spielerisch erkundet werden. Auch interkulturelle Themen stehen dabei im Fokus. Die Workshops richten sich an alle Altersgruppen von jung bis alt.

Kinderchor

Chorsingen verbindet: Etwa 80 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren singen im Kinderchor der Komischen Oper Berlin. Sie bekommen kostenlos professionellen Schauspiel- und Gesangsunterricht und sind in zahlreichen Opernaufführungen auf der Bühne zu erleben. Zur Spielzeit 2012/13 konnten 25 Kinder aus Familien türkischer Herkunft in den Kinderchor aufgenommen werden.







rderer und Sponsoren

Um auch zukünftig türkeistämmige Kinder, Jugendliche, Erwachsene für die faszinierende Welt des Musiktheaters zu begeistern, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Engagieren Sie sich als Förderer bei diesem Projekt, das wir langfristig fortsetzen und ausweiten möchten.

Ermöglicht werden das Projekt »Selam Opera!« und der Operndolmuş durch die Robert Bosch Stiftung, die Deutsche Bank Stiftung, Mercedes-Benz Berlin, BTB GmbH Berlin, Stiftung Rotary Club Berlin sowie durch die Unterstützung des Förderkreises Freunde der Komischen Oper Berlin e.V. Die Uraufführung des Kinderdolmuş in der Spielzeit 2018/19 wird darüber hinaus gefördert durch die GVL – Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten sowie durch die Hackenberg-Stiftung. Die Veranstaltungen des Operndolmus bei der Ruhrtriennale fanden in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung statt. Der Kartenfonds wird unterstützt von Serap Dolu-Leibfried.
 
Wir danken allen Sponsoren und Förderern herzlich für Ihr Engagement!

Ersehen Sie hier auch sämtliche Fördermöglichkeiten der Komischen Oper Berlin ...

Eine Opernreise.
Auf den Spuren der Gastarbeiterroute

Der Operndolmuş der Komischen Oper Berlin ging auf eine mehr als 3000 km lange Reise entlang jener Strecke, die viele als »Gastarbeiter« in West-Deutschland tätige Arbeitsmigranten seit den 1960er Jahren alljährlich nutzten, um im Urlaub für einige Wochen in ihre ursprünglichen Heimatorte zurückzukehren. In einer eigens für diese Reise entstandenen 45-minütigen Musiktheaterrevue wurde den äußeren Beweggründen und seelischen Bewegungen nachgespürt, die die Menschen zu allen Zeiten dazu antrieb, ihr Glück in der Ferne zu suchen, wenn auch zum Preis der Sehnsucht nach der verlassenen Heimat. Das Projekt »Gastarbeiterroute« erhielt 2017 den BKM-Preis Kulturelle Bildung.

Pop-up-Opera!

Oper trifft auf Stadt und Stadt auf Oper ... Bei der Pop-up-Opera werden ausgesuchte Szenen aus unserem aktuellen Opernrepertoire in urbane Kulissen Berlins getragen, um im Vorfeld und im Nachhinein mit den Einwohner*innen über das Gesehene, Gehörte und Erlebte ins Gespräch zu kommen.

Die Auftritte im Alltag werden von einem Filmteam begleitet und als kurze Video-Clips über Social-Media-Kanäle einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Oper poppte auf an so unterschiedlichen Orten wie in einer alternativen Bar am Kottbusser Tor (Carmen), in einer Kreuzberger Markthalle (Don Giovanni), in einem Boxclub in der Potsdamer Straße (Die schöne Helena) oder auch am Flughafen Tegel (Il barbiere di Siviglia). Schon jetzt konnten mit der Pop-up-Opera mehr als 350.000 Menschen erreicht werden. Weitere Auftritte sind in Planung. Halten Sie Augen und Ohren offen! #KOBPopUp
Il barbiere di Berlino ... Pop-up-Opera am Flughafen Tegel!
Alle Pop-up-Opera-Videos finden Sie, wenn Sie auf der Seite nach unten scrollen.
Il barbiere di Berlino ... Pop-up-Opera am Flughafen Tegel!
Alle Pop-up-Opera-Videos finden Sie, wenn Sie auf der Seite nach unten scrollen.
Don Giovanni und Leporello auf einem Markt in Berlin ...
Don Giovanni und Leporello auf einem Markt in Berlin ...
Die schöne Helena in einem Boxclub in der Potsdamer Straße ...
Die schöne Helena in einem Boxclub in der Potsdamer Straße ...
Carmen in Kreuzberg ... unsere Sängerinnen waren im Südblock unterwegs!
Carmen in Kreuzberg ... unsere Sängerinnen waren im Südblock unterwegs!
Kontakt »Selam Opera!«
Projektleiter »Selam Opera!«
Mustafa Akça
T +49 (0)30 20260 492
m.akca@komische-oper-berlin.de


Referent PR & Interkulturelle Kommunikation
Oliver Brandt
T +49 (0)30 20260 386
o.brandt@komische-oper-berlin.de


Szenische Leitung
Anisha Bondy
a.bondy@komische-oper-berlin.de

Danke! Danke! Danke!