Regiewerkstatt 2015: 3 Opernhäuser, 3 Regisseure, 4 Studenten

Regiewerkstatt 2015
Gemeinsam mit der Deutschen Oper Berlin und der Staatsoper im Schiller Theater veranstaltet die Komische Oper Berlin nun schon zum dritten Mal die Regiewerkstatt der drei Berliner Opernhäuser. Vier Meisterschüler der Musikhochschulen in Hamburg und Berlin (Hanns Eisler) sowie der Hochschule Ernst Busch (Berlin) und der Filmuniversität Konrad Wolf (Babelsberg) erhalten eine Woche lang die Gelegenheit, mit renommierten Regisseuren und Sängern aus den Ensembles der drei Häuser an ausgewählten Szenen aus Mozarts Don Giovanni zu arbeiten.

Vom 22. bis zum 27. Juni 2015 geben prominente Opernregisseure ihr Wissen weiter. Im Vordergrund der gemeinsamen Regiewerkstatt stehen nicht Konzepte, sondern die praktische Arbeit mit den Sängerdarstellern.
»Viele Regiepreise und -workshops drehen sich vor allem um Inszenierungskonzepte. Im Zentrum der wirklich guten Regiearbeiten steht meiner Ansicht nach allerdings die Arbeit mit den Menschen auf der Bühne, mit den Sängerinnen und Sängern. Genau darin müssen sich die jungen Regiestudent_innen erproben. Und genau dafür ist die Regiewerkstatt der drei Berliner Opernhäuser vorgesehen.« 
»Ich finde die Idee großartig, dass sich die großen Berliner Opernhäuser gemeinsam der Aufgabe annehmen, den Regienachwuchs zu fördern. Besonders bemerkenswert ist dieses Projekt dadurch, dass es jungen Regisseuren nicht nur theoretische Kenntnisse sondern auch praktische Fertigkeiten vermittelt. Berlin wird damit einmal mehr seinem guten Ruf als Stadt der Opern gerecht. Ich wünsche dem Vorhaben viel Erfolg.«
Julia Glass (*1983 in Berlin, aufgewachsen in einer deutsch-japanischen Musikerfamilie) studierte Klavier an der Universität der Künste und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Sie inszenierte unter anderem Die Zauberflöte von W.A. Mozart beim Festival Sommeroper Schärding in Österreich, Boris Blachers Abstrakte Oper Nr.1 am HAU 2, Glucks Der Zauberbaum in der kleinen Arena des Tempodrom, sowie einen szenischen Liederabend mit Hugo Wolfs Mörike - Liedern und Ballad 2 von Bernard Rands. Zum Liszt-Jahr 2011 inszenierte sie in Zusammenarbeit mit Katharina Wagner Franz Liszts Don Sanche ou Le Château d' Amour beim Internationalen Opernfestival Miskolc in Ungarn. Im April 2015 hatte sie in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin mit der Uraufführung der Kammeroper in absentia von Mischa Tangian im Rahmen der Neuen Szenen II Premiere. Als Regieassistentin arbeitete Julia Glass unter anderem mit Katie Mitchell, Marco Arturo Marelli, Christof Nel, Eva-Maria Höckmayer, Michael von zur Mühlen, Sandra Leupold und Lorenzo Fioroni zusammen, unter anderem an der Staatsoper im Schillertheater und am Staatstheater Mainz.

Laura Laabs wurde 1985 in Ost-Berlin geboren, studierte Politik- und Filmwissenschaften in Berlin und Potsdam sowie Journalismus in Paris und sammelte Erfahrungen in Bischkek, Brüssel und New York. 2009 begann sie das Regiestudium an der HFF Konrad Wolf. 2014 machte sie ihr Diplom und ist seitdem Meisterschülerin dort.
Ihren ersten Film Enkel der Geschichte drehte sie 2010 über ihre Großmutter Sybille Gerstner, Kostümbildnerin bei der DEFA, Malerin und Gründerin der legendären Frauen- und Modezeitschrift Sybille der DDR.  Der Film lief unter Anderem im internationalen Wettbewerb des Festivals Visions du Réel in Nyon und wurde dort mit dem Award Most Innovative Short Film ausgezeichnet.
Laura Laabs zweiter Film Volksbühne (2013) erhielt bei der B3 Biennale des bewegten Bildes in Frankfurt am Main den Emerging Talent Award.
Im Herbst 2014 wurde ihr Diplomfilm Melusine im rbb Fernsehen ausgestrahlt. Thematisch ähnlich wie die ersten Projekte unternimmt auch dieser Film den Versuch, das Private und das Politische aufeinandertreffen zu lassen und den alten und neuen Utopien auf die Spur zu kommen.
In ihren Arbeiten geht es Laura Laabs immer wieder darum, gängige Erzählformen in Frage zu stellen, die Künste neu zu kombinieren und in der hauchdünnen Schnittmenge von Kino und Experimentalfilm weiterhin an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzt.

Sebastian R. Richter, geboren 1983 in Kassel – schloss 2012 seinen Magister in Philosophie und Musikwissenschaft in Mainz ab, dabei Hospitanzen bei Corinna von Rad, Katharina Wagner und Simon Solberg –  erste Inszenierungen mit der Hochschultheatergruppe denk°plural (Apokalytische Elendstouristen und MacBeth) - kleinere Kurzfilmprojekte – assistierte bei Produktionen des Staatstheaters Mainz und bei Opera silens - studiert seit 2011 Musiktheaterregie an der HfMT Hamburg - inszenierte während des Studiums u.a. ein Edgar Allan Poe-Jazz-Projekt, Händels Amadigi und Puccinis Suor Angelica – versucht seinen weiteren Weg zwischen Repertoireoper und freien Projekten zu finden.

Korbinian Schmidt, 1984 in München geboren, studierte bis 2009 Bühnen- und Kostümgestaltung bei Prof. Herbert Kapplmüller an der Universität Mozarteum in Salzburg. Seit 2010 lebt er in Berlin, wo er als Bühnenbildner arbeitet und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Regie studiert.
Mit seiner Horváth-Inszenierung Kasimir und Karoline wurde er zum International Theatre Festival, dedicated to the 150th anniversary of Konstantin Stanislavsky 2012 nach Moskau eingeladen, seine Umsetzung von Thomas Bernhards Ein Kind war auf dem PREMIERÈS Festival für junge europäische Regie 2013 am Badischen Staatstheater in Karlsruhe zu sehen.
 

Drei Tage lang gaben die Opernregisseure, Barrie Kosky, Jan Bosse und Michael von zur Mühlen im Juni 2013 ihr Wissen weiter. Am 13. Juni 2013, zum Ende der Arbeitsphase, wurden die Ergebnisse, in Form einer Werkstattpräsentation, in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Premiere von Aribert Reimans Oper Medea gehen 4 Backstage-Termine voran. Gespräche mit Komponist, Dirigent und Künstlern der Produktion! Alle Termine finden Sie hier ...
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»Umwerfend. Überwältigend. Überrumpelnd. Es gibt keine anderen Bezeichnungen, um die Neuproduktion der Komischen Oper in Berlin zu beschreiben.« [Die Welt]
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Don Juan – der Inbegriff des Verführers inspirierte Mozart zu einer seiner einflussreichsten Opern – frivol, witzig und tiefgründig in einem. Eine Steilvorlage für Herbert Fritsch, den Meister des theatralen Wahnwitzes, dessen hochmusikalischer Inszenierungsstil wie geschaffen ist für dieses »heitere Schauspiel« über tödliche Leidenschaften.
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