David Cavelius

Choir director
hundert11.net
Albrecht Selge, 15.10.2019
Sturzdämmernd: Premiere von Hans Werner Henzes THE BASSARIDS an der Komischen Oper
»Als eigentliche Hauptfigur ist hier der von David Cavelius einstudierte Chor zu nennen, mit Chorsolisten der Komischen Oper und dem grandiosen Vocalconsort Berlin: Dieser Chor pendelt zwischen schunkeliger Sehnsucht und krasser Gewalt – brave Bürger und vor allem Bürgerinnen, die in fröhlicher Verzückung zu lullenden Children einer antiken Manson Family werden. Und natürlich denkt jeder hier an faschistische Verführungen aller Arten, ohne dass das aufdringlich expliziert werden müsste.«
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BR2 - kulturwelt
Peter Jungblut, 14.10.2019
Küss mich, Dummkopf: Dionysus-Oper "The Bassarids" in Berlin
»Panikkar sang nicht nur auftrumpfend, er tanzte auch leidlich gut, eben wie einer der umschwärmten Filmstars aus dem indischen Kino. Diese Exotik war natürlich voll beabsichtigt, zumal der Gegenpart, König Pentheus, vom eher schmächtigen und bleichgesichtigen, aber stimmlich herausragenden Günter Papendell verkörpert wurde. So duellierten sich zwei auch äußerlich völlig unterschiedliche Charaktere, und dass sie am Ende einen leidenschaftlichen Kuss austauschten, war nur folgerichtig. [...] Der Chor begleitete das Drama mit bewundernswerter Energie und Präsenz, die Tänzer steuerten das unvermeidliche Bacchanal bei, rasant choreographiert von Otto Pichler.«
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rbb inforadio
Barbara Wiegand, 14.10.2019
Gleißend lautes Drama
»Wirklich eindringlich, wie dieser Chor einer verführbaren, fanatisierten Gruppe hier eine Stimme gibt. Als eine tragende Säule der ziemlich strengen Inszenierung … die Strenge der Inszenierung tut dem Abend gut, lässt sich doch den dringen nötigten Raum für die Musik Henzes, die das Orchester der Komischen Oper mit dem Dirigenten Vladimir Jurowski mit all ihrer Wucht, ihrer Vielfalt und Feinheit zum Klingen bringt [...] Es ist ziemlich großartig, wie beide Sänger ihre Parts förmlich verkörpern. Günter Papendell als Pentheus, der mit der Kraft seines Bariton das Reich Theben zusammenzuhalten sucht … Geschmeidig, variantenreich changierend passt Sean Panikkar’s Dionysus seinen klaren Tenor dem unheimlichen Gott an [...][Am Ende der Vorstellung] ist das Monumentale dieses an die Antike angelegten Spiels dem Publikum der Gegenwart sehr nahe gekommen.«
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rbb kultur
Kai Luehrs-Kaiser, 14.10.2019
Harter Tobak, guter Tobak – Hut ab!
»Es ist der große Abend von Vladimir Jurowski… Jurowski entlockt dem riesigen Orchesterapparat so viel Weichheit und so viel rhythmische Präzisionsarbeit, dass eigentlich von der instrumentalen Seite her der Hauptimpuls ausgeht – übrigens auch vom Chor ... Dieser Zweieinhalbstünder haut einem erstaunlich kathartisch die Beine weg.«


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