70 Jahre Zukunft Musiktheater

Gebäude

In 70 Jahren kann sich viel verändern – in Gesellschaft, Politik und insbesondere auch in der Kunst. Eines ist in diesen 70 Jahren jedoch immer gleich geblieben: der Spielort in der Behrenstraße 55-57. In all dieser Zeit war das Gebäude der Komischen Oper Berlin Ideenschmiede großer Intendanten, Heimat bedeutender Künstler*innen und Ort der Phantasie für unzählige Besucher*innen. So viele Menschen durch die Türen der Oper getreten sind, ebenso viele Gesichter trug die Fassade des Hauses. Ziehen Sie die Bilder anhand der blauen Pfeile nach links und rechts. Aus alt mach neu – oder aus neu mach alt?
1987 2017
»Für Berlin [...] ist die Anlage neu. Sie soll dazu dienen, den Aufenthalt im Theater freier und geselliger zu gestalten, und es ermöglichen, die leichten Darbietungen der Bühne plaudernd, speisend, rauchend, kurz, in größter Behaglichkeit und Ungezwungenheit zu genießen.«
Ferdinand Fellner im Centralblatt der Bauverwaltung (1892) * Die Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer entwarfen das Gebäude der Komischen Oper Berlin
1990er 2017
»Allen voran aber steht das neue ›Theater unter den Linden‹, und zwar an Umfang des Unternehmens sowohl wie namentlich an baulicher Bedeutung.«
Otto Sarrazin & Oskar Hofsfeld im Centralblatt der Bauverwaltung (1892)
1966 2017
»Die Vereinigung dieses Pseudobarocks der Jahrhundertwende mit der ganz modernen und strengen Gestaltungsart des Foyers, der Garderoben und dem, was dazugehört, sowie die Außenfront an der Behrenstraße mit dem überaus interessanten Experiment des Metallschmucks von Professor Kühn – wir sind damit sehr zufrieden.«
Walter Felsenstein in »Vor der Wiedereröffnung der Komischen Oper« (1966), in: »Walter Felsenstein, Theater muß immer etwas Totales sein«, Henschelverlag, 1986, S. 377 f.
1966 2017
»Lediglich am Haupteingang in der Behrenstraße ergab sich der Wunsch nach einer starken Betonung, nach Öffnung der Fassade im Foyerbereich, und zwar dort, wo die alten Fensterrundbögen einen Blick ins Innere zulassen und durch ihre Beibehaltung darauf vorbereiten, daß im Inneren noch die alte Architektur von 1892 vorzufinden sein wird; denn das architektonische Hauptproblem war, in geschickter Weise die neue Architektur mit der alten zusammenzufügen und gewissermaßen die richtige Nahtstelle zu finden.«
Kunz Nierade in »Rekonstruktion Komische Oper«, in: Deutsche Architektur 16 (1967), S. 667
1964 2017
»Die Grundrissanordnung des Theaters ist von großer Klarheit und Einfachheit. Durch drei breite Türen gelangt man von der Behrenstraße her über eine quergelegte, geschoßhohe Eingangshalle an den Kassen vorüber in das Haupttreppenhaus.«
Otto Sarrazin & Oskar Hofsfeld im Centralblatt der Bauverwaltung (1892)
1990er 2017
1945 2017
»Seine Formen sind wie die des ganzen Hauses, ein leichtes, gefälliges, der Bestimmung des Hauses sehr gut angepasstes Barock; seine Tönung ist weiß, gegen das sich der tiefgelbe Marmorton der Treppe und der Balconbrüstungen und das Purpurroth der Läufer als fast einzige Farben im Raume sehr bestimmt abheben.«
Otto Sarrazin & Oskar Hofsfeld im Centralblatt der Bauverwaltung (1892)
1980er 2017
1966 2017
»Foyers spielen eine große Rolle. Sie sind öffentlicher Raum, gehören zum Gesamtkunstwerk Oper.«
Stephan Braunfels (Architekt) im Tagesspiegel, 22.05.2005
1950er 2017
»[Es] war ein souveräner Akt der Selbstbehauptung und zugleich ein raffinierter Ausfallschritt, dass Andreas Homoki die Komische Oper nicht nur mit seinem Musiktheater erneuerte, sondern dies auch im und am Haus ästhetisch demonstrieren wollte. […] Stephan Braunfels […] radikalisierte den Ansatz von Kunz Nierade, indem er den Kontrast zwischen der modernen Foyergestaltung und dem neobarocken Treppenhaus mit einfachsten Mitteln steigerte: Mit der Verspiegelung der Wände des Foyers und der dunklen Farbgebung der Decken.«
Thomas Flierl (Kultursenator a.D.) in »Andreas Homoki. Ein Jahrzehnt Musiktheater an der Komischen Oper Berlin«, Theater der Zeit 2012, S. 253
1966 2017
1979 2017