Komische Oper Berlin, , Foto: Monika Rittershaus

Wir nehmen die Oper ernst.

Seit ihrer Gründung ist die Komische Oper Berlin das Haus, wo beide Teile des Wortes Musik-Theater gleich groß geschrieben werden. (Mehr zur Geschichte des Hauses finden Sie hier). Wir machen Theater, wie es hier Tradition hat: Produktionen, in denen die verschiedenen Künste nicht um den Vorrang streiten, sondern sich gegenseitig bedingen und alle beteiligten Künstler mit vereinten Kräften auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten: jeden Abend lebendiges, zeitgemäßes, spannendes Theater zu bieten. Im Jahre 2007 wurde die Komische Oper Berlin zum »Opernhaus des Jahres« gewählt und die Chorsolisten des Hauses erhielten den Titel »Opernchor des Jahres«. Diese Auszeichnungen bestätigen, dass sich die Komische Oper Berlin zu einem der profiliertesten Opernhäuser im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. »Profiliert« aber nicht im Sinne von repräsentativer Routine, sondern als markante, scharf umrissene und unverwechselbare Ausrichtung. Hier ist Oper nicht bloß kulinarisches Spektakel, sondern in erster Linie theatralisches Ereignis. Dieses Profil in allen Vorstellungen und in der täglichen Arbeit aller Abteilungen vor, auf und hinter der Bühne sicht- und fühlbar werden zu lassen, ist das wichtigste Ziel unserer Arbeit. Wir wollen immer wieder aufs Neue zeigen, warum Musiktheater so besonders ist: Durch die Musik ist es die einzige Kunstform, die konkrete Inhalte unmittelbar emotional erlebbar zu vermitteln vermag. Wir sind der Ansicht: Im Musiktheater geht es vor allem um eines – Menschen zu bewegen. Kurz: Der Name »Komische Oper« bedeutet für uns, dass wir die Oper ernstnehmen.

Es ist kompliziert, einfach unterhaltsam zu sein.

Als Walter Felsenstein im Dezember 1947 die Komische Oper eröffnete, gab er ihr mit ihrem Namen auch ihr Programm. Der Name leitet sich von der französischen »opéra comique« ab, deren theatralische Lebendigkeit, allgemeine und direkte Verständlichkeit sowie antielitäre Grundhaltung ein Vorbild für Felsenstein und sein Verständnis vom realistischen Musiktheater war. Andreas Homoki hat als Intendant der Komischen Oper Berlin Felsensteins Credo konsequent ins 21. Jahrhundert überführt. Heute wie damals steht das Ensemble virtuoser Sängerdarsteller im Zentrum der Arbeit an der Komischen Oper Berlin. Ein kleines, schlankes Repertoire ermöglicht auch, jede Produktion durch intensive Betreuung nachhaltig auf höchstem Niveau zeigen zu können und dem Publikum jeden Abend Premierenqualität zu bieten. Mit ergreifenden, berührenden, unterhaltenden und packenden Inszenierungen beweist die Komische Oper Berlin stets aufs Neue, dass Oper eine lebendige und zeitgemäße Kunstform ist. In der Komischen Oper Berlin wird das vermeintlich Bekannte zum interessanten Neuen, wird die Gewissheit in Frage gestellt, werden neue Sichtweisen präsentiert, nicht nur auf die Stücke, sondern auch auf die Form selbst. Wir sehen es als unsere Aufgabe, nach dem Neuen zu suchen, ohne im Modischen zu verharren.

Oper ist keine Erblast, sondern ein Versprechen.

Die Komische Oper Berlin befindet sich im Herzen der Stadt zwischen Brandenburger Tor, Museumsinsel und Checkpoint Charlie. Das Theatergebäude in der Behrenstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen der österreichischen Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer erbaut und von 1892 bis 1945 von verschiedenen Theatern bespielt, unter anderem vom legendären »Metropol-Theater«. Bedeutende Uraufführungen wie Lehárs Das Land des Lächelns oder Abrahams Die Blume von Hawaii fanden hier statt. In den letzten Kriegstagen wurde das Haus zerstört, wobei Bühne und Zuschauerraum glücklicherweise nahezu unbeschädigt blieben. Am 23. Dezember 1947 wurde die Komische Oper mit Walter Felsensteins Inszenierung von Johann Strauß’ Die Fledermaus feierlich eröffnet. 1965/66 erfolgte eine grundlegende Erweiterung des gesamten Komplexes durch den Architekten Kunz Nierade. Der neobarocke, reich dekorierte Zuschauerraum, der heute Platz für 1.190 Besucher bietet und seit September 2009 über eine neue komfortable Bestuhlung mit integrierter mehrsprachiger Übersetzungsanlage verfügt, blieb weitgehend im Originalzustand von 1892 erhalten, während die Hauptfront in der Behrenstraße im sachlichen Stil der 1960er Jahre gestaltet wurde. Das Foyer wurde 2005 nach Plänen des Architekten Stephan Braunfels zeitgemäß umgestaltet und steht nun, elegant verspiegelt, mit seinen über 1.000 Quadratmetern unter anderem für Pausenbewirtung, Sonderveranstaltungen und Kammerkonzerte zur Verfügung. Die Neupositionierung des Hauses in der internationalen Opernlandschaft des 21. Jahrhunderts wäre undenkbar ohne die Unterstützung des Förderkreises Freunde der Komischen Oper Berlin e.V., der sich seit 1990 aktiv und nachhaltig für die Komische Oper Berlin engagiert.

Komische Oper Berlin, , Foto:

Routine ist ein Fremdwort. Wir singen deutsch.

Ensemble und Chorsolisten
Um das unmittelbare Verstehen der Vorgänge zu ermöglichen, spielen wir an der Komischen Oper Berlin alle Werke in deutscher Sprache. Damit stellen wir uns bewusst gegen eine zunehmend austauschbare Opernpraxis des internationalen Opern-Jetsets und fördern darüber hinaus die Entwicklung von Sängern mit hoher darstellerischer Qualität, was im Übrigen nicht nur für das rund dreißigköpfige Solisten-Ensemble, sondern auch für die 60 Chorsolisten gilt.
Orchester
Das 1947 unter Leo Spies gegründete Orchester der Komischen Oper Berlin umfasst heute 112 Musiker. Zu den namhaften Dirigenten, die das Orchester in den folgenden Jahren leiteten, zählen Otto Klemperer, Václav Neumann und Kurt Masur. Spätere Generalmusikdirektoren waren Rolf Reuter und Yakov Kreizberg, bevor Kirill Petrenko 2002 dieses Amt übernahm und 2007 zum »Dirigenten des Jahres« ernannt wurde. Von der Spielzeit 2008/09 bis zum Ende der Spielzeit 2009/10 war Carl St. Clair Generalmusik-direktor der Komischen Oper Berlin. Mit Beginn der Spielzeit 2010/11 wurde Patrick Lange zum Chefdirigenten ernannt.
Zuschauer 
Insgesamt besuchen pro Jahr rund 180.000 Zuschauer die über 250 Vorstellungen. Pro Spielzeit bieten wir sieben Neuproduktionen, etwa 18 Wiederaufnahmen, acht Sinfoniekonzerte sowie zahlreiche Foyerkonzerte, Konzerte für Kinder und Sonderveranstaltungen an.
Publikum
Durch ihr Engagement für ein zeitgemäßes Musiktheater ist es der Komischen Oper Berlin gelungen, ein neues, junges Publikum für das Musiktheater zu begeistern. Laut einer Besucherumfrage von 2008 in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa beträgt das Durchschnittsalter der Besucher der Komischen Oper Berlin gerade mal 44,9 Jahre.

Keine halben Sachen, volles Programm.

Die Tradition des »realistischen Musiktheaters«, mit dem Walter Felsenstein an der Behrenstraße eine der wohl folgenreichsten Entwicklungen der Operngeschichte des 20. Jahrhunderts geprägt hat, bedeutet für uns keine Reduzierung auf einen Einheitsstil. Im Gegenteil äußert sie sich in der großen Vielfalt und Spannbreite der bei uns arbeitenden Regisseure: Andreas Homokis kraftvolle Figurenporträts stehen neben Hans Neuenfels’ surrealen Lesarten; Barrie Koskys farb- und temporeiche Arbeiten neben Sebastian Baumgartens postdramatischen Dekonstruktionen; Calixto Bieitos radikale Aktualisierungen neben Peter Konwitschnys psychologischen Tiefenbohrungen. Zentral für die Ästhetik des Hauses ist die Zeitgenossenschaft, die nicht bloß in einer modischen Oberflächenverkleidung verharrt, sondern ihren Gegenstand durchdringt und jenseits des Konventionellen erlebbar macht. Im Gegensatz zu vielen anderen großen Opernhäusern haben wir die Möglichkeit, intime Momente zu schaffen, die eher den genauen Studien des Kammerspiels verwandt sind als den statischen Tableaux der Grand Opéra. Für uns steht das unmittelbare Erfahren der theatralischen Situation im Mittelpunkt der Arbeit. Dementsprechend bestimmen Erneuerer der Gattung wie Händel, Gluck und Mozart ebenso wie Verdi und Puccini unser Repertoire. Das 20. Jahrhundert hat bei uns einen festen Platz, genauso wie die vorurteilsbehafteten Gattungen Operette und Musical: Dass in der vermeintlich »leichten Muse« nicht alles so oberflächlich zugeht, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, haben wir in zahlreichen Produktionen wie Lehárs Land des Lächelns, Strauß’ Fledermaus oder Porters Kiss me, Kate gezeigt – jedoch nie, ohne dabei den unterhaltsamen Aspekt dieser Genres aus den Augen zu verlieren. Im gleichen Maße kümmern wir uns um die zeitgenössische Musik, was sich in einer Vielzahl von Ur- und Erstaufführungen sowohl im Musiktheater als auch im Konzertbereich äußert. Vielseitigkeit, Abwechslungsreichtum, neue Sichtweisen – all das bietet das packende und lebendige Musiktheater der Komischen Oper Berlin.

Komische Oper Berlin, , Foto: Monika Rittershaus

Teilnahme fängt mit Begeisterung an.

Abenteuer Oper! Kinder und Jugendliche sind an der Komischen Oper Berlin eingeladen, sich in die aufregende Welt des Musiktheaters zu stürzen. Und sie tun dies mit Begeisterung: 30.000 Kinder und Jugendliche nehmen jede Spielzeit das umfangreiche Angebot von »Komische Oper ’Jung« wahr, das gezielt auf die Bedürfnisse junger Menschen eingeht. Die Musiktheaterpädagogik an der Komischen Oper Berlin arbeitet mit inzwischen über 400 Schulen zusammen. Die überaus positive Resonanz zeigt, dass es wichtig ist, die Phantasie und Kreativität junger Menschen zu fördern und ihre Neugier auf Kunst, Kultur und Oper zu bestärken. Deshalb bringen wir pro Spielzeit auf der großen Bühne eine Kinderopernpremiere heraus, darunter auch Uraufführungen. Die Sorgfalt und Leidenschaft, mit der wir Kinderopern inszenieren, überträgt sich auf das junge Publikum und führt zu einer intuitiven Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit Oper.
Eigene Begeisterung allein genügt aber nicht, um Menschen zu faszinieren. Darum bieten wir ein umfangreiches Workshop-Programm, das mit der Methode der Szenischen Interpretation von Musik und Theater die jüngsten und jungen Besucher an die Kunstform Oper heranführt. Die Konzerte für Kinder und die Moderierten Konzertproben sind für alle Besucher und Mitwirkenden gleichermaßen ein besonders eindrucksvolles Erlebnis. Denn in diesen Konzerten wird nicht nur zugehört, sondern auch mitgemacht, gelauscht, gelacht, geklatscht und musiziert. Jugendliche erfahren in altersgerechter Moderation etwas über die musikalischen und kulturgeschichtlichen Zusammenhänge eines Stückes und können den Dirigenten und die Musiker zu ihrer Arbeit befragen. Kinder haben außerdem die Möglichkeit, im Kinderchor mitzuwirken, der beinahe 80 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis 16 Jahren zählt und fester Bestandteil der Tradition des Hauses ist. Der Kinderchor ist nicht nur in zahlreichen Vorstellungen unseres Repertoires auf der Bühne zu hören und zu sehen, sondern ist vor allem in unseren Kinderopernproduktionen ein wichtiger Protagonist. Ein Ereignis für Groß und Klein ist das große jährliche Spielzeiteröffnungsfest, das speziell für Kinder und ihre Familien gestaltet ist und sich größter Beliebtheit erfreut.

Klasse entsteht nicht zufällig. Es gehört viel dazu.

Die Komische Oper Berlin versteht sich als offenes und vielseitiges Haus, das nicht nur Opern aufführt, sondern auch eine Reihe weiterer Veranstaltungen anbietet und sich aktiv um die Belange des Nachwuchses kümmert, indem sie ihn auf die Berufspraxis vor bereitet und in produktiven Austausch mit den jungen talentierten Künstlern tritt. Zudem engagieren wir uns auf vielfältige Weise für zeitgenössische Musik, etwa mit der Vergabe von Kompositionsaufträgen, Uraufführungen oder der Zusammenarbeit mit einem »Composer in Residence«.

Komische Oper ‘Studio
Seit der Spielzeit 2008/09 setzt die Komische Oper Berlin mit einer zweijährigen, zukunftsorientierten und anspruchsvollen Zusatzausbildung zum Operndarsteller neue Akzente in der Musiktheater-Landschaft. Da das Hochschulstudium vor allem auf die gesangliche Ausbildung fokussiert ist, jedoch zunehmend ebenso große szenisch-darstellerische Präsenz von den jungen Sängern gefordert wird, werden die Stipendiaten im Opernstudio mit kleineren Partien in den Opernalltag eingebunden und in Workshops mit international renommierten Dozenten und Regisseuren darstellerisch qualifiziert.

Geschichte

Informationen zur Geschichte der Komischen Oper Berlin finden Sie hier.

Mehr

In der Komischen Oper Berlin, die die Geburtstätte des modernen Musiktheaters ist, bedeutet Tradition schon immer Erneuerung.

In der Komischen Oper Berlin wird das vermeintlich Bekannte zum interessanten Neuen, wird die Gewissheit in Frage gestellt.


Wir präsentieren neue Sichtweisen, nicht nur auf die Stücke, sondern auch auf die Form selbst.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, nach dem Neuen zu suchen, ohne im Modischen zu verharren.

"In kaum einem anderen Haus sieht man so viel junges Volk - Ergebnis eines flotten Kinder- und Jugendangebots und eines unorthodoxen Marketings, das virulente Themen unserer Zeit besetzt, bevor es andere tun."
(Opernwelt)

Lebendiges, zeitgemäßes Musiktheater bedeutet für uns, dass unsere Zuschauer alles verstehen können, was gesungen wird, weil es unmittelbar mit ihrem Leben zu tun hat und sie direkt anspricht.