Pique Dame

Handlung

1. Akt
Drei Freunde im Gespräch über einen Abwesenden: Hermann, den Deutschen, der jede Nacht im Spielcasino sitzt und das Spiel verfolgt aber nie selbst etwas setzt. Hermann kommt dazu und gesteht, dass er leidenschaftlich eine unbekannte Frau liebt, die für einen armen Mann wie ihn unerreichbar ist.
Fürst Jeletzki stellt seinen Freunden seine Verlobte Lisa vor. Entsetzt erkennt Hermann in Lisa seine heimliche Liebe.
Kaum sind Lisa und ihre Großmutter, die alte Gräfin, gegangen, machen sich die Offiziere über die Alte lustig. Graf Tomski erzählt, was über sie im Umlauf ist: Sie, die vor Zeiten als »Venus von Moskau« berühmt war, jetzt aber nur noch »Pik Dame« genannt wird, soll in ihrer Jugend der Spielleidenschaft verfallen gewesen sein. Für den Preis einer Liebesnacht erfuhr sie angeblich drei Karten, die ihr einen Spielgewinn einbrachten, der sie reich machte. Zweimal habe sie bisher dieses Geheimnis weitergegeben, nun bedrohe sie eine Prophezeiung, dass der dritte, der ihr das Geheimnis abverlangt, ihr den Tod bringen werde. Hermann hat der Geschichte mit wachsender Anspannung zugehört. Kaum sind die Freunde gegangen, macht er seiner Erregung Luft und schwört, dass er Lisa dem Fürsten entreißen werde.

Lisa ist am Tag ihrer Verlobung melancholisch gestimmt. Vergeblich versuchen ihre Freundinnen, sie aufzuheitern.
Allein geblieben, gesteht sich Lisa ein, dass sie sich mehr und mehr zu dem geheimnisvollen Fremden hingezogen fühlt. Plötzlich dringt Hermann zu ihr vor und gesteht ihr seine Liebe. Nach heftigem inneren Kampf gibt sich Lisa ihrer Leidenschaft hin.

2. Akt
Das Verlobungsfest wird mit großem Pomp gefeiert, aber Lisa ist nicht aufzuheitern. Fürst Jeletzki bittet sie vergeblich, ihm anzuvertrauen, was sie bedrückt.
Der Gedanken an die drei Karten der Gräfin hat von Hermann Besitz ergriffen. Die Hoffnung, mit Hilfe dieses Geheimnisses so viel Geld zu gewinnen, dass seine Liebe zu Lisa eine Zukunft hat, nimmt wahnhafte Züge an.
Zur Verschönerung des Festes wird ein kleines Stück im klassizistischen Stil aufgeführt: Die Geschichte einer Schäferin, die von zwei Männern umworben wird und sich gegen den Reichen und für den tugendhaften Armen entscheidet.
Nach der Aufführung verabredet sich Lisa mit Hermann in ihrem Zimmer. Hermann versteht nur, dass er nun die Möglichkeit hat, sich der Gräfin zu nähern und sie nach den drei Karten zu fragen. Währenddessen strebt das Fest seinem Höhepunkt zu: Der Ankunft der Zarin.

Die verbitterte Gräfin erinnert sich an ihre große Zeit als von allen umschwärmte »Venus von Moskau«. Hermann tritt auf sie zu und fleht sie mit wachsender Leidenschaft an, ihm das Geheimnis zu verraten. Die alte Gräfin stirbt vor Schreck.
Lisa muss entsetzt feststellen, dass es Hermann allem Anschein nach nur um den Gewinn beim Kartenspiel, nicht aber um ihrer gemeinsame Liebe gegangen ist.

3. Akt
Die Erinnerung an das Begräbnis der alten Gräfin quält Hermann so sehr, dass er den Geist der Toten zu sehen vermeint. Die Erscheinung verrät ihm die drei Karten: Drei, Sieben und As. Hermann verfällt dem Wahnsinn.
Lisa wartet auf Hermann. Sie ist entschlossen, mit ihm fortzugehen. Doch als er endlich kommt, muss sie erkennen, dass er für sie verloren ist. Jetzt, wo er meint, das Geheimnis der drei Karten erfahren zu haben, denkt er nur noch an das Geld, das sie ihm einbringen werden.

Hermann setzt zuerst auf die Drei, dann auf die Sieben und gewinnt jedes Mal eine riesige Summe. Beim dritten Spiel ist das As die Gewinnerkarte, aber Hermann hat versehentlich auf die Pik Dame gesetzt. Er glaubt, den rächenden Geist der alten Gräfin vor sich aufsteigen zu sehen und nimmt sich das Leben.

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