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Spielplan 2009/10
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Oper in zwei Teilen von Aribert Reimann
Libretto von Claus H. Henneberg nach William Shakespeare
Sa | 05.12.2009 | 19:30 Uhr Einführung … 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Foyer
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Video
Weitere Aufführungen ... 08. | 22. | 27. November 18. | 27. Dezember 17. Januar 14. Juli 2 Stunden 45 Minuten
Musikalische Leitung ... Carl St. Clair
Inszenierung ... Hans Neuenfels
Bühnenbild ... Hansjörg Hartung
Kostüme ... Elina Schnizler
Dramaturgie ... Ingo Gerlach
Chöre ... Robert Heimann
Licht ... Franck Evin
Video ... Ayse Buchara
Regiemitarbeit ... Henry Arnold
König Lear ... Tómas Tómasson
König von Frankreich ... Tilmann Rönnebeck
Herzog von Albany ... Hans Gröning
Herzog von Cornwall ... Christoph Späth
Graf von Kent ... Thomas Ebenstein
Graf von Gloster ... Jens Larsen
Edgar, Sohn Glosters ... Martin Wölfel
Edmund, Bastard Glosters ... John Daszak
Goneril ... Irmgard Vilsmaier
Regan ... Erika Roos
Cordelia ... Caroline Melzer
Narr ... Elisabeth Trissenaar
Bedienter ... Richard Neugebauer
Ritter ... Andreas Jähnert
Uraufführung 1978 - Premiere 22. November 2009
Der König ist müde. Er will die Regierungsgeschäfte an seine Töchter abgeben – und dann eigentlich nur noch in Ruhe sterben. Unglücklicherweise verquickt er die Aufteilung des Reiches mit dem Aufruf zu einer öffentlichen Liebesbekundung. Die aufrichtig liebende Tochter Cordelia findet in diesem Wettbewerb keine Worte und bleibt weit hinter ihren zwei erfolgreich heuchelnden Schwestern zurück. Lear durchschaut den Trug nicht, gerät in Zorn und enterbt die vermeintlich undankbare Cordelia. Anstatt sich nun auf sein Altenteil zurückziehen zu können, wird der abgedankte König seinerseits von den machthungrigen Töchtern verjagt. In Begleitung eines Getreuen und eines Narren flüchtet er sich in die Heide und in den Wahnsinn. Die Intrigen um das Königreich weiten sich zu einem blutigen Bürgerkrieg aus, und erst der sterbende Lear begreift, die tote Cordelia im Arm, was mit ihm geschehen ist und was er getan hat. Mit »Lear« schuf der Berliner Komponist Aribert Reimann eine der bedeutendsten Opern des vergangenen Jahrhunderts. Shakespeares monumentale Tragödie um den greisen König und die parallel – in der Oper sogar simultan – geführte Handlung um die zwei Söhne des Grafen Gloster werden bei Reimann zur erschütternden Schilderung einer zerklüfteten Seelenlandschaft. Die unmittelbare theatralische Wirkungskraft verdankt »Lear« einer expressiven Tonsprache, die das leidende Subjekt ins Zentrum stellt. Der Brutalität und dem Wahnsinn der Gesellschaft und ihren scheinbar unausweichlichen Mechanismen stellt sich am Ende ein bewegender Appell an die Humanität entgegen: »Weint! Weint! Weint! Ihr seid Menschen aus Stein!«
Pressestimmen ... Die Komische Oper triumphiert hier mit einer fulminanten musikdramatischen Gesamtleistung höchsten Anspruchs. Nur Ovationen. (Süddeutsche Zeitung, Wolfgang Schreiber)
Und nicht nur nebenher bewundert man, wie mit dem Komponisten auch der Dirigent den Sängern müheloses Durchkommen sichert über dem gewaltigen Apparat. Chefdirigent Carl St. Clair zerfetzt sich schier am Pult, während Neuenfels mit zugleich fein psychologischen wie stilisierten Konstellationen Übersicht schafft. Hier eine Nähe, da eine Distanz, gewachsene Intensität, keine Outrage. (Der Tagesspiegel, Volker Hagedorn)
Hans Neuenfels’ Inszenierung ist voller sprechender Details und Raum für die Wirkungen der Musik und in ihren grundlegenden Regiequalitäten den meisten Berliner Operninszenierungen weit voraus. (Berliner Zeitung, Peter Uehling)
Unter dem Druck der Schwerbesetzbarkeit gelingt der Komischen Oper erstaunlicherweise eine der sängerisch eindruckvollsten Abende seit vielen Jahren. Das liegt vor allem an dem hinreißenden, isländischen Bassbariton Tómas Tómasson mit marmoredlem, zu wachsweicher Wärme fähigem Riesenmaterial. Eines der besten Rollendebüts, die ich je gehört habe. Auch die kreischenden, bösen Töchter Irmgard Vilsmaier (Goneril), Erika Roos (Regan) sowie die ätherisch flimmernde Caroline Melzer (Cordelia) singen laut, aber doch ausgezeichnet. Die übrige Besetzung: ein vorzüglicher Ausweis der Ensemblekultur am Haus. Insgesamt einer der rundesten Abende des Hauses (rbb kulturradio, Kai Luehrs-Kaiser)
Wenn ein Tip erlaubt ist: Dieser »Lear« von Aribert Reimann wird zweifellos die Aufführung des Jahres werden. Nicht nur der Komischen Oper, auch nicht Berlins allein, sondern weit über die deutschen Grenzen hinaus. (Berliner Morgenpost, Klaus Geitel)
An der Komischen Oper Berlin wurde der »Lear« in der Regie von Altmeister Hans Neuenfels ein faszinierend-beklemmender Abend über menschliche Abgründe. Wie entfesselt spielte das Orchester unter der Leitung von Carl St. Clair, geradezu bezwingend agierten die Sänger, und von einigen wenigen Momenten abgesehen gelangten Hans Neuenfels albtraumhaft verstörende Bilder für diesen großen Abgesang auf menschliche Eitelkeiten und Anmaßungen. Komponist Aribert Reimann war des Lobes voll, weil sich Hans Neuenfels das Werk unerschrocken und wahrhaftig zu eigen machte. (Bayerischer Rundfunk, Peter Jungblut)
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