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Armida

Heroisches Drama in fünf Akten von Christoph Willibald Gluck
Libretto von Philippe Quinault
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze
Fr | 10.04.2009 | 19:00 Uhr144

 

Weitere Aufführungen ...138

15. März
05. | 15. | 26. April
05. | 23. Mai
01. | 24. Juni
04. | 15. Juli
2 Stunden 45 Minuten

Musikalische Leitung ... Konrad Junghänel
Inszenierung ... Calixto Bieito
Bühnenbild ... Rebecca Ringst
Kostüme ... Ingo Krügler
Dramaturgie ... Bettina Auer
Chöre ... Robert Heimann
Lichtgestaltung ... Franck Evin
Armida ... Caroline Melzer
Hidraot ... Peteris Eglitis
Rinaldo ... Peter Lodahl
Artemidoro ... Christoph Schröter
Ubaldo ... Günter Papendell
Der dänische Ritter ... Thomas Ebenstein
Phénice ... Olivia Vermeulen
Sidonie ... Karolina Andersson
Aronte ... Hans-Peter Scheidegger
Der Haß ... Maria Gortsevskaya
Ein Dämon in Gestalt der Melissa ... Anna Borchers
Der Mann mit der Schlange ... Carsten Wykrota

Wir empfehlen den Besuch ab 16 Jahren.

Uraufführung 1777 - Premiere am 5. April 2009

Dass Liebende in der Oper gegen schwerste äußere Widerstände kämpfen müssen und sich doch die Macht der Gefühle wider alle Vernunft behauptet, ist uns vertraut. Was aber passiert, wenn der Herzens-Widersacher die eigene Angst ist, die Angst vor Kontrollverlust und den eigenen Abgründen?
Die schöne Armida hat, mit höllischen Zauberkräften begabt, das Heer der feindlichen Kreuzritter außer Gefecht gesetzt. Nur der kühnste der christlichen Helden, Rinaldo, hat ihr widerstanden. Zerrissen zwischen Faszination und Wut schwört sie Rache. Als sie Rinaldo endlich in ihrer Gewalt hat, ist Armida aber nicht im Stande ihn zu töten. Aus Scham über diese Schwäche lässt sie Rinaldo von ihren Dämonen »ans
Ende der Welt« bringen, ruft ›Den Hass‹ an, der sie von ihrer Liebe befreien soll, und muss schließlich doch vor den ungewohnten Gefühlen kapitulieren. Nach einer kurzen Zeit des gemeinsamen Glücks bewahrheitet sich allerdings der Fluch des ›Hasses‹:
Rinaldo, von den Rittern bei seinem Ehrgeiz gepackt, verlässt sie, um sich wieder männlichen Aufgaben zu widmen.
Gluck entwirft mit atemberaubender Dramatik und feinsten musikalischen Stimmungswechseln ein höchst spannendes psychologisches Drama, um Liebe als Gefühl zwischen Selbstaufgabe und Selbstverwirklichung zu diskutieren. Mit seiner fünften Reformoper setzen wir – nach Iphigenie auf Tauris – unsere Beschäftigung mit diesem sehr zu Unrecht vernachlässigten Komponisten fort. »Ich bekenne, dass ich gern meine Karriere mit dieser Oper beenden würde«, schrieb Gluck. Zum Glück hat er es nicht getan.


Pressestimmen ...137
Mit »Armida« von Christoph Willibald Gluck ist in Berlin das Sextheater von Calixto Bieito an die Komische Oper zurückgekehrt und bereichert den Opernfrühling der Stadt. (taz, Niklaus Hablützel)

Gluck selbst hielt diese, seine vorletzte Oper für die beste. Sie ist es wirklich. Die Komische Oper Berlin, deren Chor und Orchester hier mit Charme und Finesse glänzen konnte, hat zu ihrer »Armida« einen Spezialisten für Alte Musik eingeladen: den Dirigenten Konrad Junghänel. (…) Für die kühle Eleganz, die gezügelte Gewalt und substanzhaltige Biegsamkeit des Soprans von Maria Bengtsson als Zauberin Armida sind sie kongeniale Partner.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jan Brachmann)

Nicht anders ist auch die Leistung Konrad Junghänels zu nennen. Was dieser außerordentliche Dirigent bei der Premiere von »Armida« an der Komischen Oper Berlin mit dem Orchester des Hauses angestellt hat, grenzt ein wenig an Magie.
(Frankfurter Rundschau, Jürgen Otten)

Opernfrühling also, so radikal und hemmungslos, wie er zurzeit wohl überhaupt nur in Berlin möglich ist. Bieitos erotomanisches Sextheater wäre in jeder anderen Stadt ein Skandal, hier wird es bejubelt und verstanden. (taz, Niklaus Hablützel)

Vor allem aber: Man lernt ein fahrlässig bei Seite geschobenes musikalisches Meisterwerk wie Glucks »Armida« in Vollendung kennen. (Berliner Morgenpost, Klaus Geitel)

Rebecca Ringst hat ein aufsehenerregendes Bühnenbild gebaut: einen wahren Palast schier gläserner Durchsichtigkeit und Nüchternheit, belebt von nichts als im wechselnden Licht aufglänzender Sinnlichkeit. (...) Der Gedanke an ein Guantánamo der Antike kommt keinen Augenblick auf, zumal wenn die wundervoll beseelte Maria Bengtsson und der hochansehnliche Peter Lodahl die Hauptrollen singen.
(Berliner Morgenpost, Klaus Geitel)

Splitternackte Männer, ein älteres Paar im Liebesakt, viel Blut und rohe Gewalt: Calixto Bieito ist sich seinem Ruf als Meister der drastischen Bilder treugeblieben bei der Premiere von Christoph Willibald Glucks »Armida« in Berlin.
Star des Abends war die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson in der Titelpartie als laszive, gewaltgetriebene Armida. Viel Applaus spendete das Premierenpublikum auch dem Orchester unter der Leitung des Barock-Spezialisten Konrad Junghänel sowie dem Opernchor. (dpa, Esteban Engel)



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