Foto: Wolfgang Silveri
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Carl Maria von Weber

Der Freischütz

Romantische Oper in drei Aufzügen
Libretto von Friedrich Kind
Nicht in dieser Spielzeit. Das aktuelle Programm der Komischen Oper Berlin finden Sie hier:

Webers berühmte, in Berlin uraufgeführte Schaueroper über den Jägerburschen Max, der einen Pakt mit dem Satan eingeht, als Splatter-Movie im dunklen deutschen Tannenwald. »Ein romantischer Wald ist das nicht, eher ein düsteres Verließ, in dem Menschen zu Monstern werden.« [Bayerischer Rundfunk]
Der spanische Regisseur Calixto Bieito bleibt auch im Umgang mit urdeutschester Opernromantik seinem Hang zum Aufbrechen vertrauter Sehgewohnheiten treu.
2 Stunden 40 Minuten
Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer (außer bei Premieren und Sonderveranstaltungen).
»Seit Jahren stand einem diese Partitur nicht mehr so plastisch vor Ohren, so aller klanglichen Drolligkeiten und Betulichkeiten entkleidet, so trocken, mürbe und roh. Das ist, in erster Linie, das Verdienst von Patrick Lange und dem Orchester der Komischen Oper, die gleich in der Ouvertüre ein Spektrum an Farben der Finsternis auflegen, das man kaum für möglich gehalten hätte. Dabei geht es Lange nicht um Licht und Schatten, um die harten Kanten und Scherenschnitteffekte eines „psychologischen Thrillers“ (so der Untertitel des Abends). Vielmehr taucht er – wie auch Rebecca Ringsts auratisches Einheitsbühnenbild – das Ganze ins Zwielicht und in jene Dämmerung kurz vor Einbruch der Dunkelheit, in der nicht mehr der Mensch die Welt betrachtet, sondern die Welt den Menschen. Und Franck Evins meisterliche Lichtgestaltung mit ihren fahlen, gebrochenen Silber- und Bronzetönen verstärkt diese Wahrnehmung noch, weitet sie ins Synästhetische hinein. (...)
Die großen Ensembles, das Terzett »Oh, diese Sonne« aus dem ersten Akt oder das Finale »Schaut, o schaut! Er traf die eig’ne Braut!«, sind ergreifende Höhepunkte, richten sich nicht zuletzt dank des von André Kellinghaus so differenziert und sensibel einstudierten Chores wie klingende Klagemauern auf.
Großartig sind die szenischen Übergänge, die der katalanische Regisseur schafft: Wenn Ännchen und Agathe, kaum dass des bösen Kaspars Rachearie den ersten Akt beschlossen hat, mit einer Handvoll Luftballons und im karnevalistischen Miss-Piggy-Outfit (sehr überlegt: das Kostümbild von Ingo Krügler) von weit hinten die Bühne entern, glucksend, kichernd, stolpernd. Auch Junggesellinnenabschiede können blöde sein. Oder wenn das Setting der Wolfsschlucht zunächst nicht mehr verlangt als ein paar schummrige Schnapsflaschenlichter, die Kaspar im Kreis aufstellt. Das Wilde, Monströse, Anti-Zivilisatorische, es wohnt ganz unspektakulär mitten unter uns. Max, der für den Rest des Abends splitterfasernackt zwischen den Baumstämmen herumturnt wie ein zu groß geratenes Wolfskind, und der zum Schluss selbst erschossen wird. Weil kein Eremit, kein Glaube, keine Liebe und keine Hoffnung ihn erlösen kann, solange er es nicht selbst tut. Was für eine Botschaft.«
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»Bieitos Freischütz-Version ist anders als das Original. Brutaler, negativer, als Thriller, nicht als Volksoper. Irgendwie passt es trotzdem zusammen. Weil das Orchester (Leitung: Patrick Lange) und die Sänger (v.a. Vincent Wolfsteiner und Ina Kringelborn) so großartig sind.«
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I. Aufzug
Am großen Tag der Jagd landet ausgerechnet Kilian den entscheidenden Treffer, während Max, eigentlich der beste Schütze von allen, daneben schießt. Das ganze Dorf verhöhnt den Versager;  Kuno, Agathes Vater, setzt ihn unter Druck, sich anzustrengen. Max ist verzweifelt: Um seine Liebe Agathe am nächsten Tag heiraten zu können, muss er zuvor eine Prüfung bestehen. Wie es ein alter Brauch verlangt, muss Max am Tag seiner Hochzeit in aller Öffentlichkeit einen Probeschuss absolvieren.
Allein im Wald zurückgeblieben, denkt Max an Agathe, die er nicht enttäuschen will. Er sieht sich von »finstren Mächten« umgeben, die  seinen früher selbstverständlichen Erfolg in der letzten Zeit verhindern. In dieser aussichtslosen Lage sucht ihn sein Jäger-Kollege Kaspar heim und verspricht ihm eine zweifelhafte Lösung: »Freikugeln«, von denen sechs unfehlbar treffen. Das Ziel der siebten Kugel allerdings bestimmen dunkle Mächte. Max willigt ein, um Mitternacht zum Freikugel-Ritual in die Wolfsschlucht zu kommen.  
 
II. Aufzug
Nach der Junggesellinnen-Party suchen Agathe und ihre Freundin Ännchen im Wald nach Max. Ännchen hat ein Bild der Familie mitgebracht, von der sich Agathe nun endgültig  ›verabschieden‹ soll. Voll düsterer Ahnungen, hofft sie inständig auf ein gutes Zeichen für den Hochzeitstag. Als Max endlich kommt, wirkt er verstört. Die Liebenden bleiben sich fremd. Dass er heute Nacht noch in die verrufene Wolfsschlucht gehen will, beunruhigt die Frauen zutiefst. 
Dort wartet Kaspar schon ungeduldig, denn er glaubt, dem Bösen neue Opfer bringen zu müssen, um seine Lebensfrist zu verlängern. Max kommt, verfolgt von Erscheinungen und Angstvisionen. Im grausamen Ritual von Kaspar muss er alle moralischen Grenzen überschreiten, um an die Freikugeln zu kommen.

III. Aufzug
Am nächsten Tag. Agathe träumt, dass Max sie verfolgt. Als sie Ännchen davon erzählt, kann ihre Freundin mit einer witzigen Gruselgeschichte aufwarten. Zudem sollte eine Braut am Hochzeitstag strahlend gute Laune verbreiten, aber Agathe bleibt bedrückt. Ein böser Scherz ihrer Brautjungfern kann ihre Stimmung erst recht nicht aufhellen.

Das ganze Dorf versammelt sich zum Probeschuss. Als Max herein rast und schießt, fallen Kaspar und Agathe blutüberströmt zu Boden. Fürst Ottokar befiehlt, Max zu bestrafen. Da kommt der Eremit, ein Mann  aus dem Wald, fordert Gnade und Abschied von überholten Traditionen, doch  niemand nimmt ihn ernst. Agathe stirbt.

Stab

Musikalische Leitung
Mihkel Kütson
Inszenierung
Bühnenbild
Rebecca Ringst
Kostüme
Ingo Krügler
Dramaturgie
Bettina Auer
Chöre
Licht
Franck Evin

Die Oper Rom plant Chor und Orchester zu entlassen. Doch Kunst braucht Sicherheit! – Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Berlin und Komische Oper Berlin appellieren an die Intendanz der Oper Rom.
Mit seiner unverwechselbaren künstlerischen Handschrift entfaltet Giorgio Madia die Motive der Libretto-Vorlagen als ein sinnliches Barock-Theater in moderner Gestalt und als Ballett zugleich.
Der Stiftungsrat der Stiftung Oper hat in seiner Sitzung vom 9. Oktober 2014 den Vertrag mit dem Intendanten der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, vorfristig bis zum 31. Juli 2022 verlängert.
Die Komische Oper Berlin ist das führende Opernhaus im deutsch-sprachigen Raum, das sich vor und hinter den Kulissen interkulturell öffnet. In diesem Buch wird ihr bahnbrechendes Projekt »Selam Opera!« eindrucksvoll dokumentiert und reflektiert.

Zwei Meisterwerke des 20. Jahrhunderts, die beide im Schicksalsjahr 1918 uraufgeführt wurden und doch unterschiedlicher kaum sein könnten, vereint zu einem Opern-Doppelabend.
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