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Mit der Inszenierung der Verkauften Braut begannen der damalige »neue« Chefregisseur Andreas Homoki sowie der damalige »neue« Generalmusikdirektor Kirill Petrenko 2002 ihre Arbeit an der Komischen Oper Berlin. Sie lösten damit gleichzeitig den ersten großen Opernskandal des zurückliegenden Jahrzehnts aus.
Die von Andreas Homoki in die Zeit der Währungsunion kurz vor der deutschen Vereinigung gesetzte Inszenierung thematisiert die aus unterschiedlichen Erfahrungen erwachsenen Missverständnisse, die sich zwischen Ost- und Westdeutschen auftaten und immer wieder zu einer Kollision der grundverschiedenen Haltungen zu Geld und Arbeitsleben führte.
Dass die Deutschen eindeutig noch nicht bereit für eine derartige Verarbeitung dieses Themas waren, zeigte sich in der Resonanz. Der heftige Buhsturm am Ende der Premiere und die zahlreichen, teils höchst bösartigen, Zuschauerbriefe machten deutlich, dass die Zeit für einen solchen heiter-gelassenen Rückblick noch nicht gekommen war. Nun sind wieder einige Jahre vergangen, die Wogen im innerdeutschen Familienkampf haben sich weiter geglättet, jetzt ist es vielleicht möglich, der Inszenierung mit ihrem liebevollen Blick auf die kleinen Menschen und ihre großen, allzu menschenschlichen Schwächen und Stärken Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die Wiederaufnahme bietet dazu die beste Gelegenheit.

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