Hans Neuenfels
Regisseur
La Traviata, Lear
Hans Neuenfels ist »Regisseur des Jahres« (Jahrbuch der Zeitschrift Opernwelt 2008). Mit seiner ersten Inszenierung an der Komischen Oper Berlin »Lady Macbeth von Mzensk« von Dmitri D. Schostakowitsch erhielt er zuvor diesen Titel (Jahrbuch der Zeitschrift Opernwelt 2005).
Der in Krefeld geborene Regisseur, Filmemacher und Schriftsteller erhielt seine Schauspiel- und Regieausbildung in Wien am Max-Reinhardt-Seminar. Den Surrealisten Max Ernst, als dessen Sekretär Neuenfels arbeitete, nennt er seinen »geistigen Vater«. Mit 28 Jahren hatte Hans Neuenfels bereits 30 Stücke inszeniert und eine feste Gruppe von Schauspielern um sich geschart, zu der u. a. Elisabeth Trissenaar, Gottfried John und Ulrich Wildgruber gehörten. Wichtige Stationen nach Heidelberg waren das Stuttgarter Staatstheater und das Schauspiel Frankfurt. Von 1986 bis 1990 war Hans Neuenfels Intendant der Freien Volksbühne in Berlin.
Neben seiner Theaterarbeit drehte er auch Filme über Kleist, Musil, Genet und Strindberg. 1992 erschien sein autobiografischer Roman »Isaakaros«.
Seit 1974 führt er Opernregie. Herausragende Arbeiten waren u. a. Verdis »Il Trovatore« in Nürnberg und Berlin; Verdis »Macbeth« und »Aida« in Frankfurt; »Die Macht des Schicksals«, »Rigoletto« und Zimmermanns »Die Soldaten« an der Deutschen Oper Berlin; die Uraufführung von Adriana Hölszkys »Die Wände« bei den Wiener Festwochen; an der Volksoper Wien »Der König Kandaules« von Alexander von Zemlinsky und an der Wiener Staatsoper Giacomo Meyerbeers »Le prophète«. In Stuttgart brachte er eine Inszenierung der »Entführung aus dem Serail« heraus, die 1998 zur Aufführung des Jahres gekürt wurde. Am Deutschen Theater Berlin inszenierte er Shakespeares »Titus Andronicus« und Strindbergs »Totentanz«.
Mit der Inszenierung von Schostakowitschs »Lady Macbeth von Mzensk« legte Hans Neuenfels 2004 seine erste Arbeit an der Komischen Oper Berlin vor. In der Spielzeit 2006/07 setzte er »Die Zauberflöte« in Szene, außerdem wurde in Koproduktion mit der RuhrTriennale sein Stück »Schumann, Schubert und der Schnee« in der Arena Berlin aufgeführt. 2008 folgte »La Traviata« und 2009 inszenierte er Aribert Reimanns »Lear«, seine vierte Arbeit an der Komischen Oper Berlin. In der Spielzeit 2011/12 wird seine »La Traviata« wiederaufgenommen.