Komische Oper Berlin, Portrait von Henrik Nánási, Foto: privat

Henrik Nánási

Dirigent / Designierter Generalmusikdirektor ab der Spielzeit 2012/13

Zu Henrik Nánásis jüngsten Debüts gehörten die musikalische Leitung von Puccinis »La Bohème« an der Oper Frankfurt (2009) sowie sein Debüt an der Semperoper Dresden mit Rossinis »L´Italiana« in Algeri (2010). Seine nächsten Aufgaben umfassen eine Neuproduktion von Lehárs »Die lustige Witwe« an der Wiener Volksoper in der Inszenierung von Marco Arturo Marelli, Verdis »I Masnadieri« sowie eine Neupro­duktion von Chabriers »L´étoile« in der Regie von David Alden an der Oper Frankfurt. Er setzt seine Arbeit an der Semperoper Dresden in 2011 mit »La Bohème« fort, er debütiert 2012 an der Bayerischen Staatsoper München mit »La Traviata« und es folgt eine Einladung an die Opera de Monte Carlo.
Henrik Nánási wurde 1975 in Pécs/Ungarn geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er am Béla-Bartók-Konservatorium in Budapest in den Fächern Klavier und Komposition, bevor er sein Studium an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien fortsetzte, wo er von 1993 bis 2000 Orchesterdirigieren (bei Uroš Lajovic), Korrepetition (bei Konrad Leitner) und Komposition (bei Iván Eröd und Kurt Schwertsik) studierte (Abschluss mit Auszeichnung).
Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. 1993, 1994 und 1997 war er Stipendiat der Alban Berg Stiftung für Komponisten, 1995 bekam er den Förderungs­preis der Carl Michael Ziehrer-Stiftung, 1996 die Würdigung der Bayreuther Richard Wagner Stiftung sowie das Stipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft, Verkehr und Kunst, 1997 die Anerkennung der Dr. Martha Sobotka - Charlotte Janeczek Stiftung für außerordentliche künstlerische Begabung und 1998 die Würdigung der Global Foundation for Research and Scholarship. Er war als musikalischer Assistent am Royal Opera House Covent Garden bei Antonio Pappano und an der Opéra de Monte Carlo tätig und übte eine intensive Konzerttätigkeit als Pianist und Lied­begleiter aus.
Henrik Nánási kam 1999 als Solorepetitor an das Stadttheater Klagenfurt, wo er 2002 Erster Kapellmeister des Hauses wurde und dirigierte ein breites Repertoire von Mozart (»Die Zauberflöte«, »Così fan tutte«) und dem italienischen Fach (»Don Carlos«, »Nabucco«, »Norma«, »La Cenerentola«, »Don Pasquale«, »Turandot«, »Madama Butterfly«, »Tosca«) über Tschaikovsky (»Pique Dame«) und Stravinsky (»The Rake‘s Progress«) bis hin zu solchen Operettenraritäten wie »Eva« von Lehár.
In den Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 war er Erster Kapellmeister am Theater Augsburg (u.a. »Otello«, »Hänsel und Gretel«, »Tosca«), wo er auch solche Neupro­duktionen wie Berlioz‘ »Beatrice et Benedict«, Gounods »Romeo et Juliette«, Donizettis  »Maria Stuarda« und Salieris »Axur, Re d´Ormus« dirigierte.
Er wurde 2007 Stellvertretender Chefdirigent des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München (»Le nozze di Figaro«, »Fra Diavolo«, »L‘elisir d‘amore«, »Il barbiere di Siviglia«, »Boccaccio«, »Martha« etc). Insbesondere die Münchner Erstaufführungen von Giuseppe Verdis »I Masnadieri« und »Giovanna d´Arco« unter seiner Leitung fanden große Resonanz.
Seine Tätigkeit als Gastdirigent führte ihn u. a. an die Wiener Volksoper (»Rusalka«, »Carmen«, »La Traviata«, »Gräfin Mariza«, »Der Vogelhändler«), das Staatstheater Braunschweig (»Otello«, »Die Csárdásfürstin«), das Nationaltheater Mannheim (»Die Zauberflöte«), das Budapester Operettentheater (»Die Fledermaus«, »Das Land des Lächelns«), zum Internationalen Opernfestival in Ungarn (»Herzog Blaubarts Burg«, »Gianni Schicchi«). Er leitete die überaus erfolgreiche Schweizer Erstaufführung von Verdis Frühwerk »Alzira« am Theater St. Gallen in der Inszenierung von Denis Krief.
Seine Konzerttätigkeit verbindet Henrik Nánási u. a. mit dem Orchestre Symphonique de L´Opera de Toulon, Radio-Symphonieorchester Wien, Tiroler Symphonie­orchester Innsbruck, Staatsorchester Braunschweig,  Philharmonischen Orchester Augsburg, Sinfonieorchester St. Gallen, der Neuen Philharmonie Westfalen.