Irm Hermann

Gastsolist - Schauspielerin

Der Kaiser in »Im Weißen Rößl«

Irmgard Hermann wurde in München geboren. Nach dem Besuch der Volksschule macht sie eine Lehre als Verlagskauffrau. Sie arbeitete als Sekretärin beim ADAC, als sie 1966 zufällig bei einem Dramenwettbewerb der Jungen Akademie München Rainer Werner Fassbinder kennenlernte.
Fassbinder setzte sie noch im selben Jahr in seinem Kurzfilm »Der Stadtstreicher« ein. Irm Hermanns Beziehung zu Fassbinder war nicht nur beruflicher Natur, sie gehörte zum engeren Kreis um Fassbinder. Mit ihm und unter Anderen Hanna Schygulla gründete sie das spätere antiteater in dem sie bis 1969 zahlreiche Rollen übernahm. Danach wirkte sie bis 1975 in über 20 Fassbinderproduktionen mit, unter anderem in »Katzelmacher« und »Angst essen Seele« auf. Sie wurde, meist in Nebenrollen, Fassbinders Standardbesetzung für mürrische Spießerinnen. Diesen Typ verkörperte sie auch in ihrer einzigen Hauptrolle in einem Fassbinder-Film als Irmgard Epp in »Händler der vier Jahreszeiten«.
1975 emanzipierte sie sich aus der Beziehung mit Fassbinder und wechselte von München nach Berlin. Dort spielte sie für Regisseure wie Percy Adlon, Werner Herzog und Hans W. Geissendörfer. Irm Hermann erwies sich dabei als vielseitige Schauspielerin. So spielt sie auch in komischen Rollen an der Seite von Gerhard Polt in »Germanikus« oder bei Loriot und Hape Kerkeling. Auch war sie regelmäßig unter der Regie von Christoph Schlingensief zu erleben.
Daneben spielte sie seit 1979/80 u. a. an der Freien Volksbühne und an der Volksbühne Berlin. 2009 war sie nominiert für den Lola Filmpreis mit dem Film »Anonyma« und bekam den Preis für das beste Hörspiel mit ihrer Rolle als Emilie Göring.
In der Spielzeit 2008/09 trat Irm Hermann das erste Mal an der Komischen Oper Berlin als Schauspielerin in »Requiem« auf. In dieser Spielzeit wird sie in der Neuinszenierung von »Im Weißen Rößl« als Kaiser zu erleben sein.